Der Aufsichtsrat beriet gestern Abend über eine Trennung vom Hauptgeschäftsführer.
An den Handys meldete sich gestern Abend nur die Mailbox. Die Vereinsspitze des Fußball-Drittligisten SGDynamo Dresden hatte sich hinter verschlossene Türen zurückgezogen, um mit Hauptgeschäftsführer Bernd Maas über dessen Zukunft im Verein zu reden. Eine Entscheidung war bis Redaktionsschluss dieser Seite noch nicht bekannt.
Nach Informationen der SZ soll aber die Stadtverwaltung Dresden, die ihr Darlehen von 1,25Millionen Euro im Frühjahr unter anderem an ein Mitspracherecht bei der Besetzung der Geschäftsführung des Klubs geknüpft hatte, zuvor ihre Zustimmung für eine mögliche Trennung gegeben haben. Von gravierenden Gründe für ein sofortiges Ende der Zusammenarbeit mit Maas, der sein Amt im Juni2007 angetreten hatte, war die Rede.
Unbestritten deckte der 38-Jährige dem „Sanierungsfall Dynamo“ gerade noch rechtzeitig auf, um die Insolvenz des Vereins zu vermeiden, die den Zwangsabstieg – möglicherweise bis in die unterste Spielklasse – zur Folge gehabt hätte. Maas ging zudem gemeinsam mit Sportdirektor Ralf Minge den Kampf gegen Gewalt im und um das Stadion entschlossen an und ließ sich von persönlichen Angriffen bis hin zu an Häuserwände gesprühten Morddrohungen nicht von seinem Weg abbringen. Dadurch verdiente nicht nur er sich Vertrauen beim Deutschen Fußball-Bund und der Stadt, sondern trug dazu bei, es für Dynamo zurückzugewinnen.
Nach Informationen der SZ soll die Stadt Dresden dem Verein grünes Licht dafür gegeben haben, mit Maas einen Aufhebungsvertrag zu schließen. In dem Fall sollte die Trennung möglichst geräuschlos über die Bühne gebracht werden. Sein Vertrag datiert bis 30.Juni 2009. Ob es zur für heute Mittag planmäßig anberaumten Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim FCCarl Zeiss Jena nähere Informationen zur Zukunft des Hauptgeschäftsführers gibt, war gestern Abend ebenfalls völlig offen. (SZ/-ler) |