Quelle: www.swissquote.ch
13:57 - SNB will bis September 2004 weitere 284 Tonnen Gold verkaufen (Erw. Fssg.) Zürich (AWP/sda) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will bis September 2004 weitere 284 Tonnen Gold verkaufen. Seit Mai 2000 wurden insgesamt 886 Tonnen abgestossen, was einen Erlös von 13,5 Mrd CHF eingebracht hat.
Die Verkäufe werden im Rahmen des Goldabkommens getätigt, das die Europäische Zentralbank und fast alle europäischen Zentralbanken (15) im September 1999 abgeschlossen haben. Damit sollte der Goldpreis stabilisiert werden. Das Abkommen läuft während fünf Jahren.
Die Nationalbank hatte mit den Verkäufen im Mai 2000 begonnen, als die Anbindung des Frankens an das Gold aufgehoben wurde. Die Goldvorräte hatten somit keine währungspolitische Funktion mehr.
Insgesamt will die Nationalbank 1'300 Tonnen Gold verkaufen. Der geschätzte Erlös liegt zwischen 18 und 20 Mrd CHF. Die vertraglich festgelegte Höchstgrenze liegt bei 2'000 Tonnen.
Inklusive der 284 Tonnen werden sich die Verkäufe auf 1'170 Tonnen belaufen, wie die SNB am Freitag weiter mitteilte. Die restlichen 130 Tonnen sollen im Jahr nach Ablauf des Abkommens auf den Markt kommen.
Der Bundesrat will weiterhin an der bisherigen Praxis der Goldverkäufe festhalten, lautete am Freitag ferner die Antwort auf eine Interpellation des Tessiner Lega-Nationalrates Giuliano Bignasca.
Bignasca wollte wissen, ob dieses Abkommen widerrufbar sei und ob die SNB nicht besser die Verkäufe vorläufig stoppen und das Gold später zu einem eventuell besseren Preis verkaufen solle.
DAs Abkommen zur Stabilisierung des Goldmarktes komme auch der SNB zu Gute, teilte das Eidg. Finanzdepartement weiter mit. Obwohl das Abkommen die SNB nicht zu Goldverkäufen zwinge, wäre es "unzweckmässig", von den regelmässigen Verkäufen abzuweichen. Die SNB sei die gewichtigste Verkäuferin von Gold.
Die SNB verkauft täglich eine Tonne Gold. Der durchschnittliche Verkaufspreis beträgt rund 15'200 CHF pro Kilo. Am Freitag wurde das Kilo Gold am frühen Nachmittag für 16'662 CHF gehandelt.
Was mit dem Erlös aus den Goldverkäufen geschieht, ist noch nicht endgültig beschlossen. Der Erlös soll bewirtschaftet werden, die Substanz dabei real erhalten bleiben.
Im Rahmen einer auf 30 Jahre angesetzten Übergangslösung schlägt der Bundesrat vor, die Zinserträge (300-500 Mio CHF) zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone auszuschütten.
Vor einem Jahr waren sowohl die SVP-Initiative "Überschüssige Goldreserven in die AHV" wie der Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament (je ein Drittel für die AHV, für Kantone und die Stiftung solidarische Schweiz) gescheitert. |