Grundsätzlich wie auch taktisch votiere ich für den uneingeschränkten offenen Diskurs und dafür, diesen bei Bedarf auch mit harten Bandagen und groben Markern zu führen. Davon abgesehen möchte ich auf das kausale Problem des Diskurses über Asyl und Migration verweisen, nämlich die Dominanz einer kollektiv NICHT geteilten Empfindungsebene über die rationale Argumentation.
Sprich das, was die einen für die natürlichste Sache der Welt halten, ihre negativen Gefühle gegenüber Fremden und die durch sie möglicherweise angestossenen Veränderungen, erleben ihre Kontrahenten im Diskurs genau anders herum. So packt den einen Abscheu, Angst und Wut, wenn er in der U-Bahn auf Kopftuchmädchen oder männliche Jugendliche aus 'dem arabischen Raum' trifft, den anderen ergeht es so mit besorgten Bürgern, Hools von Hogesa oder irgendeiner der jetzt aufgestellten Milizen.
Empfindungen lassen sich auch nicht in einer scheinrationalisierten Form sinnvoll diskutieren, während sich umgekehrt gegen den Versuch, auf die Empfindungen des Konttrahenten einzugehen, sozusagen in den Schuhen eines Rassisten oder eines Multikulturellen zu laufen, die Nackenhaare aufstellen. Empfindungen lassen sich auch nicht vorschreiben, unterdrücken oder wegmoderieren, sondern verändern sich allein anhand von Erfahrung.
Eben deshalb fliegen in diesem Diskurs die Fetzen, wie auch hier zu beobachten, was die der blossen Form nach legalistische oder ökonomische Argumentationebene nicht mal notdürftig verdecken kann. Ein Clash der Mentalitäten also, ein Culture Clash - wie er sich übrigens bei einem Teil der hier Gestrandeten wiederholt.
----------- we will not fail |