Escada meldet sich zurück Steffen Eidam
Der Damenmodekonzern Escada hat sich nach der Insolvenz und der Übernahme durch die Industriellenfamilie Mittal einen Weg aus der Krise gebahnt. Firmenlenker Bruno Sälzer verspricht Gewinne und kündigt zudem Expansionsmaßnahmen an. Reicht das für ein Comeback der Aktie? Lange Zeit war es still um den Münchener Modekonzern Escada. Mit dem Einstieg der finanzstarken Industriellenfamilie Mittal hat sich die Situation aber nachhaltig verbessert. Jetzt verkündete Firmenlenker Bruno Sälzer frohe Kunde: Escada ist zurück in den schwarzen Zahlen und geht auf Expansionskurs. Die Aktie quittiert dies mit einem Kurssprung.
Sälzer kündigt Gewinn an
Escada hat offensichtlich das Schlimmste überstanden. Die globale Wirtschaftskrise hat gerade den Luxusgüterbranche arg in Mitleidenschaft gezogen. Zuletzt sendete dieser Markt verstärkt Erholungssignale. Als Hersteller hochwertiger Damenmode sind diese Impulse auch bei Escada angekommen. Im Kernmarkt USA und auch in Russland und Spanien, die allesamt besonders stark von der Krise getroffen wurden, zeigten sich mittlerweile deutliche Erholungstendenzen. Gut entwickle sich in erster Linie das Geschäft mit Accessoires wie Schuhen und Taschen. In den kommenden Monaten dürfte auch das Bekleidungsgeschäft nachziehen, so Sälzer.
Neue Kollektion kommt gut an
Nach Aussagen von Escada-Chef Bruno Sälzer, ist die neue Kollektion für den Sommer 2011 von den Kunden gut angenommen worden. Viele orderten mehr als in ihren Budgets vorgesehen war.
Für viel positiven Wirbel sorgten die Münchener auch mit ihrer aktuellen Pre-Fall 2010 Kollektion. Escada verwendet erstmals keine Zuchtpelze mehr und muss somit keine weiteren Proteste von Tierschützern befürchten, die in der Vergangenheit mit der "Escada-Campaign" dem Unternehmen viel negative Schlagzeilen beschert hatten.
Für 2010 rechnet das Unternehmen mit stabilen Umsätzen und schwarzen Zahlen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Im kommenden Jahr will Escada dann auch unter dem Strich wieder einen Gewinn schreiben. Weiteres Wachstum verspricht sich Escada auch vom demnächst anstehenden Ausbau der Filialkette. So kündigte Sälzer neue Geschäfte in München und beispielsweise in Shanghai, Singapur, Dallas, Vancouver und Seoul an.
Weltweit bekannt
Anleger sollten die Aktie von Escada, die unter dem Namen EDOB Abwicklungs AG firmiert, durchaus wieder auf ihren Merkzettel setzen. Ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt eignet sich aber nur für sehr spekulativ orientierte Anleger. Mit dem Mittal-Clan im Rücken kann sich der Modekonzern einer starken finanziellen Unterstützung sicher sein. Außerdem sorgt die kräftige Erholung im Luxusgütersegment für einen merklichen Absatzschub.
Wenn die neue Eigentümerin Megha Mittal behauptet: "Die Marke ist cool, stark, global bekannt und hat Glamour", dann ist das alles andere als Zweckoptimismus. Nach Einschätzung der 33-jährigen hat Escada das Potenzial, wieder Weltmarktführer zu werden. Und die Aktie gleichzeitig die reelle Chance, ihr Pennystock-Dasein zu beenden.
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