Lebensliste Kandidat Nr. 12: Nordex musss sich bilanziell warm anziehen
Berlin (BLUeBULL) - Unter den am Neuen Markt verbliebenen Umweltaktien ist die Nordex AG die vom Markt am höchsten dotierte. Knapp 170 Millionen Euro ist das Unternehmen wert, Plambeck oder REpower bringen es auf jeweils etwa 100 Millionen Euro. Nordex ist (ebenso wie REpower) eines der jüngsten Unternehmen am Neuen Markt: im April 2001 folgte die Notierungsaufnahme. Dementsprechend vorsichtig sind (wie auch schon bei Init) langfristige Aussagen über das Unternehmen zu treffen.
Dennoch: die letzten vier Jahre zeigen bei Nordex klar nach oben, was Umsatz und Gewinn betrifft: die 82,5 Millionen Euro, die man im Jahr 1998 umsetzte, wuchsen im Jahr 2001 auf fast 350 Millionen Euro an. Und auch im laufenden Geschäftsjahr erwartet man erneut kräftige Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Nach neun Monaten des am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahres hatte man 288 Millionen Euro umgesetzt. Nach dem im vergangenen Schlussquartal gut 130 Millionen Euro Umsatz anfielen, darf man davon ausgehen, dass die 400-Millionen-Euro-Marke beim Umsatz in diesem Jahr genommen werden wird. Der Überschuss lag mit knapp neun Millionen Euro zum 30. Juni ebenfalls gut 40 Prozent über dem Vorjahres-Vergleichswert. Aus dem Ergebnis von gut 17 Cent je Aktie nach neun Monaten darf man auf ein Jahresergebnis von etwa 25 Cent schließen.
Bilanziell allerdings muss man sich bei Nordex warm anziehen: die Liquidität ist von über 61 Millionen Euro zum 30. September 2001 auf nun (30. Juni 2002) nur noch 16,6 Millionen Euro zusammengeschrumpft. Demgegenüber explodierten Forderungen und Vorräte von ohnehin schon hohen 158 Millionen Euro auf nun 238 Millionen Euro, das sind mehr als zwei Drittel der Bilanzsumme von 346 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten summieren sich auf knapp 150 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt aktuell bei 56,6 Prozent.
Auch wenn in der GuV satte Gewinne verbucht werden: der operative Cashflow ist durch den massiven Aufbau von Forderungen gründlich negativ. Über 32 Millionen Euro gingen hier ab, außerdem wurden 22,5 Millionen Euro investiert; aus Anlagenabgängen nahm man gut 10 Millionen Euro ein, so dass der Liquiditätsschwund in den ersten drei Quartals bei etwa 44,5 Millionen Euro liegt. Es muss allerdings berücksichtigt werden, dass es sich hier zu einem beträchtlichen Teil wohl auch um Vorleistungen für Aufträge geht, die im umsatzstarken Schlussquartal realisiert werden sollen.
Dennoch: der Forderungsbestand ist im Verhältnis zur Bilanzsumme beunruhigend hoch. Auch, wenn die Kapitaldecke recht komfortabel ist, könnte ein erhöhter Abschreibungsbedarf das Unternehmen hier empfindlich treffen. Chancen allerdings sind allemal gegeben: mit einem KGV von etwas über 13 für das abgelaufene Geschäftsjahr und Wachstumsraten im zweistelligen Bereich sind Kurssteigerungen in einem freundlichen Umfeld durchaus zu erwarten.
Hintergrund BLUeBULL Neuer Markt uf wiedrluagn jack
|