Deine Gedanken hatte ich auch schon, aber das ist aus meiner Sicht noch ein sehr weiter Weg zu einem Pflichtangebot, zumal noch eine weitere Hürde im Raum steht, dass vermutlich die erworbenen eigenen Aktien nicht eingezogen werden, also die 30% auch gar nicht überschritten werden. Und dann bräuchte man vorher erst noch ein acting in concert...
ENN kann ich aber auch nicht durchschauen, was deren Plan ist. Wollten sie jedenfalls ein Angebot machen, würden sie das mit Sicherheit freiwillig machen und sich nicht dazu von der ÜB-Kommission verdonnern lassen. Ich rechne hiermit aber nicht, allenfalls gemeinsam mit Private Equity. Das könnte evtl die massiven Käufe von ENN erklären.
Hinsichtlich des operativen Ergebnisses kann ich nicht so recht den Frust nachvollziehen. Klar, Greentec ist Schrott und belastet derzeit, aber die eigentlichen R&D Werte stecken doch in FRMCS, VPX und CRA.
Schaut doch mal, welche Multiples neulich Knorr für Duagon auf den Tisch gelegt hat und die gleiche Bewertung dürfte dem FRMCS- Geschäft zustehen. Defense mit massiven Synergien zu FRMCS ebenso, schaut doch mal Mercury und Co. an.
Und in Bezug auf die ganzen Pflichten aus dem CRA ab September 2026: welches Unternehmen will die denn selber umsetzen und sich eigene Software programmieren? Da wird Kontron zwangsweise massiv profitieren, weil das einfach auch eine Abgabe von Haftung ist. Auf sowas hat doch kein Unternehmen Bock, sowas lagert man doch an Standard-Spezialisten wie Kontron aus.
Noch dazu, es gibt in allen Bereichen wenig Konkurrenz zu Kontron.
Ich finde es krass, wie sich der Markt derzeit auf die Probleme in Greentec stürzt, die wirtschaftlich und bewertungsrelevant aber nicht wirklich entscheidend sind, und alle Chancen über das laufende Geschäft hinaus komplett ausblendet.
Hinzukommt, dass das WallboxGeschäft irgendwann kommen wird, denn 2026/2027 gibt es bei den Flotte Grenzwerten keine Verzögerungen mehr und die Hersteller müssen liefern.
Und dann noch der extrem starke Cash Flow. Klar, vermutlich auch wegen deutlicher Reduzierung des Working Capitals bei Katek, aber das zeigt mir, dass die Katek-Übernahme vermutlich kein großer Verlust war. Klar, man hat sich viel Arbeit ans Bein geholt ohne großen Profit bisher, aber inzwischen dürfte doch allein Nextek zumindest den Großteil des Katek-Kaufpreises wert sein. Und das Katek-Lager lässte sich auch ganz gut verwerten.
Und über NADs haben wir noch kein Wort verloren, da soll es auch 2026 losgehen.
Sicher, 2026 wird es noch keine riesiegen Sprünge geben, aber die Gewinnverdopplung in den nächsten 4 Jahren sehe ich auch. Ist daher natürlich alles eine Frage des Anlagehorizonts. Und sicher kann der Kurs zwischendurch auch nochmal auf 15 Euro gehen, aber 2030 sind wir dreistellig, wenn die Gewinnprognose auch nur ansatzweise gehalten wird.
Und wenn man Kontron jetzt zerschlagen würde, käme man vermutlich jetzt schon auf Sum of the Parts von deutlich über 50 Euro. Also eigentlich ein Fressen für Private Equity, wie sie es zB bei der Software AG gemacht haben. |