Unfall auf Transrapid-Strecke

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neuester Beitrag:  13.10.06 14:05
eröffnet am: 22.09.06 12:02 von: boersenjunky Anzahl Beiträge: 34
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22.09.06 12:02 #1 Unfall auf Transrapid-Strecke
reitag, 22. September 2006, 11:52 Uhr
Unfall auf Transrapid-Strecke

Auf der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland sind bei einem Unfall mehr als 20 Menschen verletzt worden. Die führerlose Schwebebahn sei mit rund 200 Stundenkilometern auf offener Strecke auf einen Werkstattwagen geprallt. Ob es auch Tote gegeben hat, konnte ein Sprecher des Kreises Emsland zunächst nicht sagen. Ein Großaufgebot von Rettungskräften sei an der Strecke zwischen Lathen und Melstrup, um die Passagiere zu bergen, sagte der Kreissprecher. Die Magnetschwebebahn fährt auf der Versuchsstrecke mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 450 Stundenkilometern.



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Servus
boersenjunky

-- reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.--
 
22.09.06 12:16 #2 Jimps ;-)

 

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Jagshemash!

 
22.09.06 12:23 #3 @Sahne
find ich jetzt gar nicht lustig !  
22.09.06 12:33 #4 mehrere Tote

Freitag, 22. September 2006
Transrapid-Unglück
Tote auf der Teststrecke

Bei einem Unfall auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland hat es nach Angaben des Landkreises mehrere Tote gegeben. "Es hat Tote gegeben. Wie viele wissen wir noch nicht", sagte ein Sprecher des Landkreises Emsland am Freitag.

Die Magnetschwebebahn sei mit rund 30 Menschen besetzt gewesen und gegen 10.00 Uhr auf offener Strecke mit einem Gegenstand zusammengestoßen. Dabei handele es sich wahrscheinlich um einen Werkstattwagen.

Der Zug habe beim Aufprall mindestens eine Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde gehabt. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben, fügte der Sprecher hinzu.


So long (oder doch besser short?)  

...be happy and smileKalli  

 
22.09.06 15:57 #5 19 Tote?
Bei einem schweren Unfall auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland sind heute Vormittag bis zu 19 Menschen getötet und etliche verletzt worden. Der Magnetgleiter war mit Tempo 200 auf einen Werkstattwagen geprallt. Der Streckenbetreiber geht von menschlichem Versagen als Unfallursache aus.

Lathen - Bei dem Unglück auf der Transrapidstrecke im Emsland sind nach Behördenangaben vermutlich 19 Personen ums Leben gekommen. Bisher konnte ein Leichnam geborgen werden, 18 Personen werden noch vermisst. Nach Angaben des Nachrichtensenders N24 sagte der Landrat des Emslandkreises, Hermann Bröring, dass man von 19 Todesopfern ausgehen müsse. Zehn Verletzte konnten inzwischen in Krankenhäuser gebracht werden und befinden sich außer Lebensgefahr.


Zur Unglücksursache gingen die Angaben zunächst weit auseinander. Ob der Besucherzug für den Fahrtzeitpunkt keine Startgenehmigung hatte, oder der Werkstattwagen nicht im Einsatz hätte sein dürfen, blieb zunächst offen.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand habe die Unfallursache jedoch keinen technischen Hintergrund, sondern sei auf menschliches Versagen zurückzuführen, erklärte die Betreibergesellschaft IABG. "Wir sind tief betroffen über diesen Vorfall und werden schnellstmöglich die genauen Hintergründe klären", betonte Geschäftsführer Rudolf Schwarz.


Es muss die Hölle für die rund 30 Passagiere gewesen sein. Der führerlose Transrapid beschleunigte gerade, nachdem er gegen 10 Uhr vom Versuchsbahnhof in Lathen losgefahren war. Durch die Panorama-Frontscheiben muss die Besuchergruppe, die meisten von ihnen vermutlich aus Niedersachsen, wahrgenommen haben, wie sie sich mit steigender Geschwindigkeit dem Werkstatt-Wagen näherten.

Dann, so schildert es ein Augenzeuge, der mit Rettungskräften vor Ort sprach, rammte der Magnetgleiter das Hindernis. Der pfeilförmige Waggon soll den Werkstattwagen angehoben und 500 bis 700 Meter über die Strecke geschoben haben. Nachdem die havarierten Fahrzeuge stehen blieben, brachen den Rettern zufolge zwei Feuer aus. Der Vorderteil des Transrapids sei total zerstört.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig, weil die Bahn auf einer Trasse in einer Höhe von fünf bis sieben Metern fährt - daher mussten für die Bergung der Opfer Drehleitern der Feuerwehr angefordert werden. Rund 220 Hilfskräfte sind im Einsatz, um die Menschen zu bergen, fünf Rettungshubschrauber bringen die Verletzten in umliegende Krankenhäuser. Nach einem Bericht von N 24 sollen die Opfer Angehörige von Mitarbeitern der Teststrecke sein, die wie viele andere Besuchergruppen eine Fahrt mit dem Transrapid unternommen hatten.

Inzwischen sind die Verletzten mit Rettungshubschraubern und -wagen in Krankenhäuser gebracht worden, so der Augenzeuge. Jetzt würden zwei Autokräne versuchen, den Werkstattwagen vom Vorderteil des Transrapids abzuheben. Dort werden laut den Rettungskräften weitere Opfer vermutet.

Ein Sprecher des Landkreises Emsland sagte, keiner der Beteiligten in den beiden Fahrzeugen sei ohne Blessuren davongekommen. Die Bahn ist den Angaben zufolge aus der Spur gesprungen. "Die Magnetschwebebahn hängt halb herab", sagte der Polizeisprecher. Mehrere Wrackteile seien von der Trasse gefallen.

Angesichts der Ausmaße des Unglücks hat der eigens beim Kreis eingerichte Krisenstab zahlreiche Notfallseelsorger angefordert. "Wir haben weitere zur Unfallstelle beordert und nun an die zehn Seelsorger vor Ort", sagte Krisenstab-Sprecher Dieter Sturm. Diese kümmerten sich um die Angehörigen der Unfallopfer und um die Rettungskräfte, die bereits seit dem Morgen im Einsatz seien.

Der Transrapid wird von einem Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp gebaut. Welche Konsequenzen der Unfall für das Projekt Transrapid haben werde, sei noch völlig unklar, sagte ein Siemens-Sprecher SPIEGEL ONLINE. Mitarbeiter seien aber auf dem Weg und würden vor Ort Ursachenforschung betreiben. "Zuerst ist aber wichtig, dass allen Verletzten geholfen wird." Von der ThyssenKrupp Technologies war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Versuchsstrecke für den Transrapid zwischen Lathen und Dörpen ist 31,8 Kilometer lang und gilt als weltweit größte Testanlage für Magnetschwebefahrzeuge. In Lathen ist die IABG seit 1985 mit dem Betrieb der Transrapid Versuchsanlage Emsland betraut. Im Schnitt kommen mehr als 1000 Gäste am Tag zur Anlage. Das Unternehmen wollte sich zunächst nicht zu dem Unglück äußern.

Bereits im August hatte es einen Transrapid-Unfall gegeben. Die Magnetschnellbahn in Schanghai hatte während der Fahrt Feuer gefangen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach kurzer Zeit löschen, verletzt wurde niemand.

Die 30 Kilometer lange Trasse zwischen der Innenstadt der chinesischen Metropole und dem internationalen Flughafen ist die weltweit erste kommerzielle Transrapid-Strecke. Die Schnellbahn kann eine Höchstgeschwindigkeit von rund 450 Stundenkilometern erreichen.

Ein zurzeit noch aktuelles, kommerzielles Transrapid-Projekt in Bayern könnte an einer Finanzierungslücke scheitern. In München soll die Magnetschwebebahn den Flughafen Franz-Josef Strauß mit der Innenstadt verbinden.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat wegen des Unfalls seine China-Reise abgebrochen. Der Minister sei "tief besorgt" und habe sofort entschieden, alle weiteren Termine in Peking abzusagen und so schnell wie möglich nach Deutschland zurückzufliegen, sagte sein Sprecher Dirk Inger der Nachrichtenagentur dpa.

Tiefensee wolle sich vor Ort im Emsland ein Bild von dem Unglück machen. Die Nachricht habe den Minister während eines Gesprächs mit dem chinesischen Eisenbahnminister in Peking ereilt. Tiefensee wollte eigentlich bis Sonntag bleiben.

rüd/jto/AP/AFP/reuters/dpa  
22.09.06 15:57 #6 Mitschweben für 18 Euro
Mitschweben für 18 Euro
Seit Jahren schon können Interessierte an einer Transrapid-Testfahrt durchs Emsland teilnehmen. 18 Euro kostet eine Fahrt - Hunderttausende nutzten die Möglichkeit in den vergangenen Jahren.


"Noch bis zum 28. Oktober 2006 können Sie auf der Transrapid-Versuchsanlage in Lathen an Bord des Transrapid-Versuchsfahrzeugs 08 im Rahmen des Testbetriebs jeweils von Mittwoch bis Samstag mitschweben", verkündet eine freundliche Männerstimme auf der Service-Hotline.

Hunderttausende Technikinteressierte nutzten die Möglichkeit, an Bord der Magnetbahn eine Runde durchs Emsland zu drehen. Beim Transrapid 06 zählte der Streckenbetreiber IABG von 1983 bis 1989 nach eigenen Angaben 21.000 Fahrgäste, mit dem TR07 fuhren zwischen 1989 und 1999 knapp 260.000 Menschen. Den TR08, die neueste Transrapid-Generation, testeten bis Ende Juni 2006 492.000 Interessierte.

An den Fahrtagen (Mittwoch bis Samstag) startet der Transrapid zu sieben Testfahrten. Die erste Fahrt findet laut IABG- Webseite um 10.40 Uhr statt - die Letzte startet um 14.45 Uhr.

Erwachsene zahlen für eine Fahrt 18 Euro, Kinder bis zum 6. Lebensjahr fahren kostenfrei. Ermäßigungen gibt es für Kinder bis zum 16. Lebensjahr (Preis: 6 Euro) sowie für Schüler, Studenten und Auszubildende (9 Euro). Mitfahrten waren laut IABG-Webseite noch bis zum 28. Oktober 2006 geplant.

hda  
22.09.06 16:02 #7 ups

bei der IABG habe ich meine Diplomarbeit geschrieben ... damals

So long (oder doch besser short?)  

...be happy and smileKalli  

 
22.09.06 21:44 #8 up für DH o. T.
22.09.06 21:53 #9 Tut mir leid für die Opfer, aber wie kann man a.
so blöd sein, eine Testfahrt mitzumachen,und da auch noch für zu bezahlen.
Wenn ich einen Medikamentenversuch mache, krieg ich doch auch Geld dafür und bezahl doch nix.
Wenn der Schumi ne testfahrt macht, dann bezahlt der doch nicht dafür, oder ?

Ja jetzt wissen wirs, warum das Ding nicht in Deutschland fahren darf. Endlich wird es an die Chinesen verkauft, so wie ThyssenKrupp angedroht hat.
Angedroht nach dem Unfall wirklich ein Witz.

Hier bei uns in Düsseldorf gibts einen Skytrain von Siemens, die sind ja auch in dem Konsortium des Transrapis, der funktioniert seit 3 Jahren nicht.

Die deutschen Ingenierure sind einfach scheisse. Erfinden MP3 und sind zu doof, einen MP3Player zu entwickeln.

Na ja siehe PISA. Verbeamtetes Bildungssystem ohne Anreiz, da können ja nur scheiss Ingenieure entstehen.

Tut mir nur leid für die Angehörigen, hoffentlich krigen die wenigstens ne dicke Entschädigung.
Aber wie ich das in Deutschland kenne, haben die Opfer bestimmt vorher unterschrieben:

Alles auf eigene Gefahr !!

Mein Beileid




________
Alles was ich hier poste, ist eine Satire.
Nichts ist wahr, Alles ist nur eine Geschichte.
Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
Ähnlichkeit mit Tatsachen sind reiner Zufall.
Charts oder andere Meinungen sind keine Kaufempfehlungen.
Alles was ich hier schreibe sind reine Fiktionen.
Ein Bezug aus dieser virtuellen Welt zur realen Welt ist rein zufällig, nie intendiert und unterliegt der Täuschung des Lesers.  
22.09.06 22:34 #10 einfach unglaublich.
aber warum läuft bei ntv um 21.30 immer noch "breaking news" durch.

dadurch dachte ich, es wäre noch nicht lange her.

ps: pornstar, wie kann man so blöd sein, mit einem bungee-seil zu springen, daß reißt?

oder mit einer achterbahn zu fahren, die aus der führung hüpft??



 
22.09.06 22:49 #11 @Depothalbe, wenn das Testseile sind
oder Achterbahn Teststrecken, dann würd ich dafür doch nie Geld zahlen
Doch eher Geld bekommen. Aber ich würds einfach nie machen.
Warum soll ich mich denn auf testsachen einlassen??

der Unfall beim Transrapid war ja eindeutig auf einer Teststrecke !!!

z.B. wenn Airbus Probanden sucht für Testflüge, dann kriegen die dafür Geld, dann werden die auch auf das Risiko hingewiesen.
Ich weiss nicht, ob die beim Transrapid auch was unterschrieben haben, kann ich mir aber gut vorstellen.

Wer für Tests bezahlt, ist genauso doof, wie jemand der ein T-shirt mit Reklame anzieht

Trotzdem für die Angehörigen der toten Opfer tuts mir wirklich leid
Und für die Schwerverletzten noch viel mehr



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Alles was ich hier poste, ist eine Satire.
Nichts ist wahr, Alles ist nur eine Geschichte.
Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
Ähnlichkeit mit Tatsachen sind reiner Zufall.
Charts oder andere Meinungen sind keine Kaufempfehlungen.
Alles was ich hier schreibe sind reine Fiktionen.
Ein Bezug aus dieser virtuellen Welt zur realen Welt ist rein zufällig, nie intendiert und unterliegt der Täuschung des Lesers.  
23.09.06 05:47 #12 Mitschweben für 18 Euro
TRANSRAPID FÜR JEDERMANN
Mitschweben für 18 Euro
Seit Jahren schon können Interessierte an einer Transrapid-Testfahrt durchs Emsland teilnehmen. 18 Euro kostet eine Fahrt - Hunderttausende nutzten die Möglichkeit in den vergangenen Jahren.

"Noch bis zum 28. Oktober 2006 können Sie auf der Transrapid-Versuchsanlage in Lathen an Bord des Transrapid-Versuchsfahrzeugs 08 im Rahmen des Testbetriebs jeweils von Mittwoch bis Samstag mitschweben", verkündet eine freundliche Männerstimme auf der Service-Hotline.

Hunderttausende Technikinteressierte nutzten die Möglichkeit, an Bord der Magnetbahn eine Runde durchs Emsland zu drehen. Beim Transrapid 06 zählte der Streckenbetreiber IABG von 1983 bis 1989 nach eigenen Angaben 21.000 Fahrgäste, mit dem TR07 fuhren zwischen 1989 und 1999 knapp 260.000 Menschen. Den TR08, die neueste Transrapid-Generation, testeten bis Ende Juni 2006 492.000 Interessierte.

An den Fahrtagen (Mittwoch bis Samstag) startet der Transrapid zu sieben Testfahrten. Die erste Fahrt findet laut IABG- Webseite um 10.40 Uhr statt - die Letzte startet um 14.45 Uhr.

Erwachsene zahlen für eine Fahrt 18 Euro, Kinder bis zum 6. Lebensjahr fahren kostenfrei. Ermäßigungen gibt es für Kinder bis zum 16. Lebensjahr (Preis: 6 Euro) sowie für Schüler, Studenten und Auszubildende (9 Euro). Mitfahrten waren laut IABG-Webseite noch bis zum 28. Oktober 2006 geplant.

 
23.09.06 05:51 #13 Die Horrorfahrt des Transrapid

TÖDLICHER UNFALL IM EMSLAND

Die Horrorfahrt des Transrapid

Es ist der schlimmste Unfall einer Magnetschwebebahn: Im Emsland hat es 23 Todesopfer gegeben, als der Transrapid auf der Teststrecke in einen Werkstattwagen raste. Die Insassen fuhren sehenden Auges in ihr Verderben. Die Ursache ist noch unklar, es wird menschliches Versagen vermutet.

Lathen - Es muss die Hölle für die Menschen an Bord gewesen sein. Es war 9.30 Uhr, der führerlose Transrapid beschleunigte gerade, nachdem er vom Versuchsbahnhof in Lathen losgefahren war. Durch die Panorama-Frontscheiben müssen die Passagiere wahrgenommen haben, wie sie sich mit steigender Geschwindigkeit dem mit zwei Personen besetzten Werkstatt-Wagen näherten. Der Arbeitswagen ist jeden Morgen im Einsatz, um die Strecke von Ästen und Schmutz zu befreien. Beim Aufprall hatte der Transrapid eine Geschwindigkeit von etwa 170 Stundenkilometern.


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Foto: DPA
Video: Reuters

Bei dem schweren Unglück wurden nach einer korrigierten Bilanz 23 Menschen getötet. Das teilte die Polizei am späten Abend mit. Wegen der unübersichtlichen Lage waren die Behörden zwischenzeitlich von 25 Toten ausgegangen. Zehn Menschen haben die Katastrophe den Angaben zufolge schwer verletzt überlebt.

Am Abend wurden die Bergungs- und Aufräumarbeiten unterbrochen. Bis dahin waren den Angaben zufolge alle Unfallopfer aus den Zugtrümmern geborgen worden. "Wir gehen davon aus, dass es keine weiteren Opfer mehr gibt", sagte ein Polizeisprecher. Bei Tageslicht am Samstag soll der Einsatz weitergehen.

Am Nachmittag hatten die Helfer noch verzweifelt nach Überlebenden gesucht: Spürhunde werden eingesetzt, da man vermutet, Verunglückte seien aus dem Wagen herausgeschleudert worden. Rund 200 Rettungskräfte und 160 Polizisten sind im Einsatz. Feuerwehrwagen, Ambulanzen und Hubschrauber stehen am Unglücksort, zwischen einem Waldstück und einem welken Rapsfeld gelegen. Bis hierher schrammte der Zug nach dem Zusammenstoß bei Tempo 200 weiter - 300 Meter getrieben von Tausenden PS. Die unvorstellbare Gewalt des Aufpralls ist überall sichtbar: Das Führerhaus ist vom Rumpf des Zuges abgerissen und liegt aufgeschlitzt in einem Graben neben den Stelzen, auf denen die Bahn normalerweise mit bis zu 450 Stundenkilometern entlangschwebt.

Der Boden ist übersät mit Trümmerteilen. Sitze, glänzende elektronische Platinen und ein Gewirr aus Kabelsträngen liegen überall verstreut. Auch ein großes Teil eines der Waggons ist darunter - aufgerissen und deformiert liegt es zwischen den vier Meter hohen Trassen-Stelzen.

Transrapid-Unglück: Tod auf der Teststrecke

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Mit Teleskopkränen arbeiten sich die Helfer voran. Einige versuchten, das Dach aufzuschweißen, um von oben an die Eingeschlossenen zu kommen. Aus dem hinteren Teil des Zuges hängt schlaff eine blaue Rettungsrutsche. Ob sich darüber jemand befreien konnte, weiß niemand zu sagen. Nur wenige Meter entfernt heben Feuerwehrleute einen weißen Sack auf den Boden herunter: Ein weiteres Opfer, das nur tot geborgen werden kann.

In dem Unglückszug befanden sich laut Polizei Angestellte des Energieversorgers RWE sowie Mitarbeiter der Versuchsstrecke. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um Beschäftigte des Regionalcenters Nordhorn, die aus den niedersächsischen Orten Nordhorn, Veldhausen und Meppen stammen. Weitere drei Passagiere sind der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge Mitarbeiter eines Papenburger Pflegedienstes. Warum diese Gruppe von Menschen im Zug mitfuhr, war zunächst nicht bekannt. Die Industrieanlagen Betriebsgesellschaft (IABG) als Betreiberin betonte, es habe sich nicht um eine Besucherfahrt, sondern um eine "Messfahrt" gehandelt. Weitere Einzelheiten nannte die Gesellschaft nicht.

Der niedersächsische Landesbrandmeister Karl-Heinz Schwarz sagte nach dem Besuch der Unglücksstelle: "Es ist ein schreckliches Bild für uns alle." Landrat Bröring sagte: "Ich habe die Gesichter der Feuerwehrleute gesehen, die brauchen einen Notfallseelsorger." Mehrere der Pastoren waren zur Anlage gekommen, um dort Angehörige der Opfer zu trösten und schockierten Helfern beizustehen.

Betreibergesellschaft vermutet menschliches Versagen

Laut Bröring hat die Staatsanwaltschaft den aufgezeichneten Funkverkehr zwischen Zug und Anlagenleitung beschlagnahmt. Zwei Staatsanwälte aus Osnabrück trafen am Unglücksort ein, um die Ermittlungen zu führen. Sie gehen von "menschlichem Verschulden" als Unglücksursache aus. Zusätzlich seien auch technische Fehler - etwa Funkprobleme - denkbar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Betreiber-Gesellschaft geht jedoch nicht davon aus, dass der Unfall in der Konstruktion des Transrapids begründet ist. Die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) erklärte in München: "Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand hat die Unfallursache keinen technischen Hintergrund, sondern ist auf menschliches Versagen zurückzuführen." Der Geschäftsführer der IABG, Rudolf Schwarz, betonte am Abend: "Bei Einhaltung aller Bestimmungen wäre dieser Unfall nicht möglich gewesen",

GroßbildansichtSPIEGEL ONLINEMit Bestürzung und Trauer hat Bundespräsident Horst Köhler auf das Transrapid-Unglück im Emsland reagiert. "Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und bei denen, die jetzt an der Unfallstelle im Rettungs- und Bergungseinsatz sind", erklärte das Staatsoberhaupt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am Abend im Emsland ein. Sie hatte am Nachmittag alle weiteren Termine in Berlin abgesagt, um sich an der Unfallstelle ein Bild der Lage zu machen. Merkel sprach den Angehörigen der Opfer im Namen der Bundesregierung tiefes Beileid und Mitgefühl aus. "Ich bin aus traurigem Anlass hier", sagte sie in Lathen. "Ich habe mir ein Bild nach dem Unglück machen können", sagte Merkel sichtlich erschüttert. Sie bezeichnete den Transrapid nach derzeitigem Kenntnisstand aber als "sichere Technologie".

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee brach eine China-Reise ab und wird morgen in Lathen erwartet. Der Leiter des Krisenstabes, Staatssekretär Jörg Hennerkes, reiste den Angaben zufolge bereits heute an den Unglücksort. Tiefensee habe während eines Gesprächs mit dem chinesischen Eisenbahnminister von dem Unglück erfahren, sagte sein Sprecher Dirk Inger. Der Minister sprach den Angehörigen und Verletzten sein tiefes Mitgefühl aus. "Das ist eine schreckliche Katastrophe. Sie muss sofort vollständig aufgeklärt werden." Er habe auch von Peking aus telefonisch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das Unglück gesprochen.

Die Transrapid Versuchsanlage Emsland (TVE) erstreckt sich mit ihrer Länge von 31,8 Kilometern zwischen den Gemeinden Dörpen und Lathen im niedersächsischen Emsland nahe der holländischen Grenze und gilt als größte Testanlage für Magnetschwebefahrzeuge in der Welt. Die höchste auf der Versuchsstrecke erreichte Geschwindigkeit betrug 450 Kilometer pro Stunde.

Transrapid: Die Technik der Magnetschwebebahn

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                                                  -->

Bereits im August hatte es einen Transrapid-Unfall gegeben. Die Magnetschnellbahn in Shanghai hatte während der Fahrt Feuer gefangen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach kurzer Zeit löschen, verletzt wurde niemand. Die 30 Kilometer lange Trasse zwischen der Innenstadt der chinesischen Metropole und dem internationalen Flughafen ist die weltweit erste kommerzielle Transrapid-Strecke.

Im Herbst sollte über den Bau einer Flughafenanbindung in München entschieden werden. Der Transrapid wird von einem Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp gebaut. Ein Siemens-Sprecher sagte, zunächst müsse nun der Unfall geklärt werden, bevor Rückschlüsse gezogen werden könnten. "Die Klärung läuft natürlich." Von der ThyssenKrupp Technologies war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten

 
23.09.06 06:02 #14 Desaster für "sicherstes Verkehrssystem der W.

TRANSRAPID

Desaster für "sicherstes Verkehrssystem der Welt"

Von Holger Dambeck und Stefan Schmitt

Das Unglück auf der Teststrecke im Emsland ist ein herber Rückschlag für den Transrapid. Die Herstellerfirmen hatten die Magnetschwebebahn als sicherstes Verkehrssystem der Welt angepriesen - bei dem Zusammenstöße ausgeschlossen sind.Der Transrapidhersteller hatte Dutzende Verkaufsargumente für seine Magnetschwebebahn: die "erste grundlegende Innovation in der Bahntechnik" seit dem Bau der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth, ein berührungsfreies elektromagnetisches Antriebssystem, verschleißfreie Elektronik statt Mechanik. Der Transrapid - eine der größten Erfindungen, die deutsche Ingenieure je hervorgebracht haben - so lautete die Botschaft.

 

Transrapid-Unglück: Tod auf der Teststrecke

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                                                  -->Besonderen Wert legte das Konsortium von Siemens und Thyssen-Krupp auf die hohe Sicherheit der Bahn: "Trotz der hohen Geschwindigkeit sind die Passagiere im Transrapid sicherer als in jedem anderen Verkehrssystem", heißt es auf der Firmen-Webseite. Weil das Fahrzeug den Fahrweg umgreife, könne es nicht aus der Spur geraten. Da der Antrieb im Fahrweg liege, sei "ein Zusammenstoß mit anderen Transrapid-Fahrzeugen ausgeschlossen". Durch die Streckenführung könne nichts seinen Weg kreuzen. Perfekte Sicherheit, also.

Die Aussagen zur Sicherheitstechnik der Magnetbahn stimmen sogar weiterhin - auch nach dem heutigen tragischen Unglück. Aber trotzdem kam es zu einer folgenschweren Kollision. Mit Tempo 200 raste ein Transrapid in einen Gerätewagen, der sich auf der Teststrecke befand.

"Keine Bedenken" gegen den Betrieb

Es war Hightech gegen Lowtech: Die Betreiber der Teststrecke beteuern ebenso wie Kenner der Transrapid-Technik, dass offenbar nicht die Technik, sondern der Mensch versagt habe. Dass sich am Morgen auf der Trasse im Emsland ein gewöhnlicher Werkstattwagen befand, ist ein tragischer Fehler. Gleichzeitig zeigt sie eine Lücke, die in der feinen Überwachungstechnik des Zugs klafft.

"Es ist mir absolut unerklärlich, wie ein Wartungsfahrzeug und ein Transrapid gleichzeitig auf der Strecke sein können", sagte Herbert Jansen, Geschäftsführer der Kölner TÜV InterTraffic GmbH, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Der TÜV-Ableger überwacht seit 1980 gemeinsam mit dem TÜV Nord die Sicherheit der Versuchanlage - bislang ohne große Beanstandungen.

So kamen zwei seiner Mitarbeiter in zwei Gutachten Anfang 2005 zu dem Schluss, dass die vorgenommenen Umbauten an der Strecke "nicht die Sicherheit des Versuchs- und Demonstrationsbetriebs" gefährden. Auch gegen die Durchführung des Automatikbetriebs bestünden keine Bedenken. Nach einer Umrüstung ist der Transrapid auch fahrerlos auf der Strecke unterwegs.

 

Transrapid: Die Technik der Magnetschwebebahn

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                                                  -->TÜV-Experte Jansen kann sich den Unfallhergang bislang nicht erklären: "In der Bahntechnik ist es grundsätzlich so, dass ein Streckenabschnitt gesperrt sein muss, wenn sich darin ein Fahrzeug befindet." In der Tat werden Streckenabschnitte bei der DB AG erst dann für einen Zug zur Einfahrt freigegeben, wenn sich kein anderes Fahrzeug mehr darin befindet.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand habe der Unfall keinen technischen Hintergrund, sagte Rudolf Schwarz, Geschäftsführer der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG), die die Teststrecke betreibt. "Wir sind tief betroffen über diesen Vorfall und werden schnellstmöglich die genauen Hintergründe klären."

Helmut Holzapfel, Verkehrswissenschaftler aus Kassel, wo der Transrapid auch hergestellt wir, sagte, der Transrapid sei grundsätzlich ein sicheres Verkehrsmittel. "Das Problem ist aber die hohe Geschwindigkeit. Wenn der Zug mit Tempo 500 auf ein Hindernis prallt, ist das wie eine Kanonenkugel", sagte Holzapfel. Bei diesen Geschwindigkeiten sei es auch kaum möglich, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. Am Vormittag hatte eine Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern genügt, um Menschenleben zu fordern und großen Schaden anzurichten.

Sicher reisen wie im Flugzeug - Gefahr durch Hindernisse

Holzapfel gehörte in den neunziger Jahren einer Expertengruppe an, die sich mit möglichen Gefahren für die damals geplante Transrapid-Strecke zwischen Hamburg nach Berlin befasste. Grundsätzlich werde unter Wissenschaftlern darüber diskutiert, wie anfällig das Transrapid-Konzept für Anschläge sei. "Der Zug ist mit hoher Geschwindigkeit auf einer hochgestellten Fahrbahn unterwegs. Wer es schafft, dort ein Hindernis aufzubauen, kann eine Tragödie verursachen", sagte Holzapfel. Das sei allerdings eine Gefahr, die für fast alle Verkehrssysteme gelte.

Der Grund für die heutige Katastrophe ist dagegen viel trivialer: Ein gewöhnlicher Wartungswagen, der selbst kein Magnetschwebezug war, versperrte die Strecke. Das sei eine Gefahr, die niemals ausgeschlossen werden könne, sagte Holzapfel. "Allerdings muss man sich auch deutlich machen, dass dieser Unfall der erste in dem jahrzehntelangem Testbetrieb ist", sagte der Wissenschaftler.

Zumindest Zusammenstöße zweier Transrapidzüge sind durch die Antriebstechnik ausgeschlossen. "Das Magnetfeld bewegt sich immer nur in eine Richtung", sagte ein Siemens-Unternehmenssprecher SPIEGEL ONLINE. "Zwei Bahnen können auf einer Spur also schon technisch gesehen nie aufeinander zufahren, und es ist auch nicht möglich, dass eine fahrende Bahn auf eine stehende trifft." Anders sei dies, wenn ein herkömmliches Fahrzeug auf dem Fahrweg stehe. "Ein solcher Wagen ist von dem Magnetfeld völlig unbeeinflusst."

Aus einer Einschätzung des TÜV Rheinland vom Herbst vergangenen Jahres - also nachdem der Transrapid die Genehmigung für den führerlosen Betrieb erhalten hatte - geht hervor: Im Vergleich der sogenannten Risikogrenzwerte schneidet der Transrapid tatsächlich besser ab, als der gewöhnliche Eisenbahnverkehr.

Der abstrakte mathematische Wert mit dem gegenständlichen Namen "Todesrate" bezeichnet das Risiko eines tödlichen Unfalls pro Passagier und Reisestunde. Die Magnetschwebetechnik stuften die Autoren hier mit demselben niedrigen Wert (10-9) ein, wie ihn die Joint Aviation Authorities für den "loss of aircraft"-Fall in der zivilen Luftfahrt als Obergrenze fordern - für die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes.

mit dpa, AP

 
23.09.06 10:19 #15 Die Sachlage ist doch ganz einfach,
die Bahn darf nicht fahren wenn ein Werkstattwagen auf der Strecke ist.
(Freigabe = wenn alle Fahrzeuge von der Strecke). Da hat jemand gepennt und war schon gedanklich im Wochende. Die Kommentare im TV waren nur lachhaft. Am Transrapid ist nicht auszusetzen, es freuen sich natürlich die Gegner.

Hier wir das Problem auf den Transrapid geschoben. Wenn z.B. eine Strasse aufgerissen wird, weil eine Pipeline verlegt werden muss, so muss der Autofahrer durch Umleitungsschilder etc. gewarnt werden und nicht das Auto muss erkennen das gleich eine Baustelle kommt. Analog zum Unglück im Emsland würde das bedeuten, das man dem Autohersteller die Schuld gibt wenn jemand mit dem Auto in die Baustelle rast.
 
23.09.06 10:35 #16 MaxGreen, falsche Argumente und Analogie.
Wenn ein Autohersteller ein führer- und steuerloses Fahrzeug bringt, und sagt, die technologie sei so sicher das nichts passieren könne und das alles automatisch so abgesichert sei, das niemand eingreifen müsse, dann hättest du deine Analogie.

Selbst der erst letztes Jahr abgeschaffte Fahrer hätte noch zumindest etwas abbremsen und den aufprall mildern können.  
23.09.06 11:08 #17 Der Führer sitzt nicht im Zug sondern im Kontr.
zentrum und wenn er nicht weiss oder sieht das ein Werkstattwagen auf der Strecke ist, dann ist das menschliches Versagen. Das der Verkehrsminister seinen China-Besuch unterbricht und die Kanzlerin auch noch vor Ort aufkreuzt ist zwar verständlich aber es scheint keine Themen in Berlin zu geben.  
23.09.06 14:13 #18 Und du meinst, der Zugführer hätte nicht gebre.
auch wenn er im Zug gesessen wäre?  
23.09.06 14:25 #19 ...das Ganze hätte sich auch bei einem führerlo.
Zug mit einem Radar-Abstandswarnsystem (gibts z.B. in Autos) vermutlich ohne größere Probleme vermeiden lassen...


MfG
kiiwii  
23.09.06 19:36 #20 Leitstelle war über Werkstattwagen informiert

Samstag, 23. September 2006, 19:20 Uhr
Transrapid-Unglück: Leitstelle war über Werkstattwagen informiert

Die für den Transrapid verantwortliche Leitstelle hätte nach Angaben der Staatsanwaltschaft über einen Protokollbucheintrag und ein Ortungssystem vom Halten des Werkstattwagens auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke wissen müssen. „Das Sonderfahrzeug wurde vom System in der Leitstelle richtig auf der Strecke bei Stütze 120 angezeigt“ und habe sich auch zu Recht dort befunden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer, in Lathen. Außerdem gehe aus einem Eintrag in einem Protokollbuch hervor, dass der Werkstattwagen noch auf der Trasse gestanden habe. Retemeyer: „Die Mitarbeiter in der Leitstelle sind persönlich dafür verantwortlich, ob Fahrzeuge auf der Strecke sind“.



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Servus
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-- reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.--
 
24.09.06 21:21 #21 kiiwii war wieder auf der richtigen Spur in #19.
Tiefensee beklagt Sicherheitslücken


FOCUS | 24.09.06, 17:38 |

Der Bundesverkehrsminister hat eingeräumt, dass es bei dem schweren Transrapid-Unglück im Emsland erhebliche Sicherheitslücken gegeben hat.


Dies hätten die Vertreter der Industrie bei einem Gespräch im Ministerium eingeräumt, sagte Wolfgang Tiefensee (SPD) am Sonntag nach dem Treffen. Tiefensee und der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) wollen jetzt gemeinsam ein Gutachten in Auftrag geben, um Sicherheitsfragen klären zu lassen. Die Erkenntnisse sollten für die künftige Transrapid-Technik genutzt werden. Zudem werde das Eisenbahn-Bundesamt mit in die Untersuchungen eingeschaltet. „Ein solcher Unfall, ein solches Unglück, darf sich nie wieder ereignen“, sagte der Minister.


Zeitplan für München auf der Kippe


Die Vertreter des Transrapid-Konsortiums aus Siemens und ThyssenKrupp hätten versichert, ein derartiges Unglück wie im Emsland bei der geplanten Magnetschwebebahn in München nicht passieren könne, erklärte Tiefensee. Allerdings will sich der Bund nach der Katastrophe nicht mehr auf den Zeitplan für den Entscheid zum Bau der Münchner Transrapid-Strecke festlegen lassen.


Ob die Entscheidung noch wie geplant im Herbst fallen könne, ließ Tiefensee nach dem Treffen mit Huber offen. Für ihn stehe die Sicherheitsfrage „absolut im Vordergrund“. Der Minister betonte aber, es sei nicht der Zeitpunkt, die Technologie insgesamt in Frage zu stellen.


Huber will anderes Sicherheitskonzept


Huber sagte, ein Gutachten könne in sechs bis acht Wochen vorliegen. München werde ein anderes Sicherheitskonzept auf höherem Niveau haben, wo etwa die gesamte Strecke elektronisch überwacht werde.


In München sollte im Herbst über den Bau einer rund 37-Kilometer langen Flughafenanbindung entschieden werden. Die Finanzierung des etwa 1,6 bis 1,8 Milliarden Euro-Projekts ist aber noch unklar.


Beim Zusammenprall des Transrapids auf der Teststrecke im Emsland mit einem Wartungsfahrzeug waren am Freitag 23 Menschen getötet und zehn verletzt worden. Unklar ist vor allem, warum der Zug gestartet ist, obwohl sich das andere Fahrzeug noch auf der Strecke befand.


Fehlendes Abstandswarnsystem


Der Kasseler Verkehrswissenschaftler Helmut Holzapfel kritisierte ein fehlendes  A b s t a n d s w a r n s y s t e m   auf der Teststrecke.
Anders als die Strecke in Schanghai, wo die Magnetschwebebahn im kommerziellen Einsatz ist, sei die Strecke im Emsland mit abgespecktem Sicherheitsstandard betrieben worden, sagte Holzapfel. Eine ständige elektronische Kontrolle der Strecke auf Hindernisse sei machbar, koste aber viel Geld.


Beim Abbremsen des Transrapid müsse mit Rücksicht auf die Passagiere ein längerer Bremsweg eingeplant werden. „Das sind schon ein paar Kilometer, wenn der 500 Stundenkilometer fährt.“ Der Kasseler Wissenschaftler gehörte nach eigenen Worten in den 90er-Jahren einer Expertengruppe an, die sich mit Gefahren für die damals geplante Transrapid-Strecke zwischen Hamburg nach Berlin befasste.


(abi/dpa/Reuters)

MfG
kiiwii  
24.09.06 21:29 #22 Um es auf den Punkt zu bringen ,der Transrapi.
so unnötig wie ein Kropf,faktisch unverkäuflich ein
Milliardengrab-Tschnische Spielerei-Von Ingeneursdeppen
die keinen Bezug zur Realität haben
 
24.09.06 21:40 #23 Pappnase o. T.
24.09.06 21:40 #24 blabla
solche Unfälle kommen vor und sind der Preis des Fortschritts...

Sogar die Wuppertaler Schwebebahn, die 100 Jahre lang das sicherste Verkehrsmittel der Welt war, wurde vor einigen Jahren von einem Unglück ereilt, weil Monteure nach Reparaturarbeiten vergessen hatten, auf die Schiene geschraubte Blockier-Schuhe, die dem Schutz der Monteure während der Reparatur dienten, wieder zu entfernen.

Folge: Eine Bahn raste in das Hindernis und stürzte in die Wupper. Gab auch Tote...


MfG
kiiwii  
25.09.06 00:54 #25 "Der Werkstattwagen bekam nicht den Auftrag
in die Parkbucht zurückzukehren... Im Protokollbuch stand nur noch der Fahrauftrag für den Transrapid"

Transrapid-Unglück: Leitstand im Visier

Lathen (dpa) - Menschliches Versagen in der Leitstelle hat wahrscheinlich den schweren Transrapid-Unfall in Lathen (Emsland) mit 23 Toten ausgelöst. Es gebe keine Hinweise auf einen technischen Defekt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer, am Sonntag.

Alles deute darauf hin, dass die Mitarbeiter der Leitstelle dem Transrapid am Freitagmorgen freie Fahrt gaben, obwohl noch ein Werkstattwagen auf der Strecke stand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung in 23 Fällen. 10 Menschen hatten das Unglück am Freitag verletzt überlebt.

In der Region war die Bestürzung über den verheerenden Unfall groß. Hunderte Menschen gedachten am Sonntag der Opfer. Papst Benedikt XVI. sprach den Hinterbliebenen in einem Telegramm an den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sein Beileid aus.

Politiker warnten unterdessen davor, vorereilig über die Zukunft der Transrapid-Technik zu urteilen. Bundesverkehrsminister Wolfang Tiefensee (SPD) traf sich am Sonntag zu Gesprächen mit Vertretern des Transrapid-Konsortiums um ThyssenKrupp und Siemens sowie mit seinem bayerischen Amtskollegen Erwin Huber (CSU) in Berlin.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft bekam der Werkstattwagen nicht wie üblich den Auftrag, in die Parkbucht zurückzukehren. "Der Wagen wurde laut Leitstandbuch bei Stütze 120 abgestellt. Eine weitere Eintragung findet sich nicht", sagte Retemeyer.

Danach stehe im Protokollbuch nur noch der Fahrauftrag für den Transrapid. Die beiden Fahrdienstleiter konnte die Staatsanwaltschaft noch nicht befragen, weil sie psychisch sehr angeschlagen sind. "Wir wollen erst alle Fakten zusammenstellen, bevor wir Aussagen zu Verantwortlichen machen", betonte Retemeyer.

Der Werkstattwagen sei mit einem so genannten GPS-Sender ausgestattet gewesen, über den seine Streckenposition abgelesen werden könne.

Bei ihren Ermittlungen setzt die Staatsanwaltschaft auch auf zwei Gutachten der Technischen Universität Braunschweig und des Eisenbahnbundesamtes. Die Auswertung der Gutachten könne sich aber noch Monate hinziehen.

Unter den Todesopfern des verheerenden Unglücks sind zehn Mitarbeiter des RWE-Regionalcenters Nordhorn, ein weiterer überlebte schwer verletzt. Unter den 31 Fahrgästen waren zudem fünf technische Mitarbeiter, darunter drei Zugführer, zwei US-Bürger, Altenpfleger aus Papenburg und zwei Auszubildende, die die Fahrt als Auszeichnung bekommen haben.

Politiker und Behörden warnten derweil vor voreiligen Schlüssen über den Transrapid, so lange die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. "Wir wollen jetzt erst mal die Lage sondieren", sagte Tiefensee vor Beginn der Krisensitzung in Berlin. Neben der Frage nach neuen Erkenntnissen gehe es um die Unfallursache.

Zu klären sei, "ob das Sicherheitskonzept in Ordnung war und ob die (Betreiber) sich optimal daran gehalten haben". In einem weiteren Schritt sei zu klären, "ob es weitere Konsequenzen gibt", sagte Tiefensee. Bei dem Gespräch ging es auch um den weiteren Fahrplan für das geplante Münchner Magnetschwebebahn-Projekt.

Unterdessen gedachten mehrere hundert Menschen in Lathen und viele tausend in der gesamten Region in Gottesdiensten der Toten. "Es gibt viele Zeichen der Verbundenheit und Nähe, dass keiner isoliert bleibt vor der Kälte des Todes und der Trauer", sagte Pfarrer Gerhard Ortmann in seiner Andacht. Ortmann hatte die Familien-Messe in der St. Antonius Kirche spontan zu einem Gedenkgottesdienst gemacht. Am kommenden Mittwoch (27.9.) ist noch ein zentraler Gedenkgottesdienst in Lathen geplant. Daran wollen auch Tiefensee und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) teilnehmen.

Ob und wann der Betrieb auf der Teststrecke im Emsland wieder aufgenommen wird, ist derzeit völlig offen. Die Staatsanwaltschaft hat die komplette Unfallstelle abgesperrt und beschlagnahmt.

Der zertrümmerte Transrapid steht noch immer auf den Stelzen hoch oben über dem Boden. Ohnehin war der Zug nach Angaben der Polizei das einzige Exemplar des TR 08 in Lathen. Vom nächsten Frühjahr an sollte dann das Nachfolgemodell TR09 getestet werden, das derzeit in Kassel gebaut wird und für die geplante Strecke in Bayern vorgesehen ist.

Das Transrapid-Projekt ist nach Worten des Bürgermeisters von Lathen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. "Durch den Transrapid haben wir jährlich ein Auftragsvolumen von etwa drei Millionen Euro, die beispielsweise der Infrastruktur zu Gute kommen", sagte Bürgermeister Karl-Heinz Weber am Sonntag der dpa.

Es hätten sich zahlreiche Zulieferbetriebe in Lathen und Umgebung angesiedelt, die viele Arbeitsplätze geschaffen hätten. Allein fast 60 Arbeitsplätze seien an der Teststrecke entstanden, die hauptsächlich mit Menschen aus Lathen besetzt wurden.

Auf der weltweit einzigen kommerziellen Transrapid-Strecke zum Flughafen in Schanghai lief der Betrieb nach dem tragischen Unglück im Emsland am Wochenende normal weiter.

Chinesische Zeitungen berichteten rein nachrichtlich mit Bildern über das Unglück auf der Versuchsstrecke im Emsland. Es fehlten Kommentare in den staatlich kontrollierten Medien oder Reaktionen von Behörden, da die Ursache auch noch nicht ermittelt ist.  
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