In der Tat wollte ich die Aufmerksamkeit vorsichtig in die von dir nun sichtbar gemachte Richtung lenken, hatte dabei auch eine Ausweitung über die die bezeichnete "Szene" hinaus auf die Formen mehr oder weniger moderater Berichterstattung in den westlichen Medien im Sinn.
Um die enorme Bandbreite zwischen Ambition und Kompetenz in diesem Kontext zu verdeutlichen, nenne ich - ohne mit dieser Gegenüberstellung eine Wertung zu verbinden den Literaten Littell einerseits, die Journalistinnen Katrin Helberg und Samar Yazbek andererseits. Als aus meiner Sicht abschreckendes Beispiel wäre der belgische Geschichtslehrer Piccinin* zu erwähnen. Die großspurigen Nahostexperten Todenhöfer oder Scholl-Latour finde ich nur am Rande interessant.
Sehr frustrierend für mich war übrigens die unsägliche Art und Weise der Aufbereitung des inzwischen wohl erledigten Falls von Zwangsprostution am Bürgerkriegsschauplatz durch das Magazin Focus, eine Geschichte, die hier mit Sicherheit völlig verkehrt wahrgenommen worden ist (siehe #406). Dass Zwangsprostution hierzulande weit verbreitet ist, dürfte daran nichts geändert haben, man muss nur an die selektive und verzerrte Wahrnehmung derselben denken. Ich sah jedenfalls keine Chance, dagegenzuhalten, und dass der Thread gleich nach dieser Wendung in ein Loch gefallen ist, erscheint mir symptomatisch. (War alles etwas viel und ungeordnet jetzt, das ging leider nicht anders.)
PS. Vergiften wollte ich mit diesem Bier nicht, nur ein bisschen giften, nachdem ich selbst so viel Gift schlucken muss, war mir das ein Bedürfnis. *g*
*http://de.ria.ru/politics/20130910/266846946.html |