Rohstoffe
Silberpreis: Charttechnisch überverkauft
Autor: Jörg Bernhard
| 16.05.2012, 08:15 | 1456 Aufrufe | 0 | druckversion
Wie beim gelben Edelmetall hat sich auch bei Silber durch die starke Abwärtsbewegung eine überverkaufte Situation ergeben. Darauf deutet vor allem der Timingindikator Relative-Stärke-Index hin, der nach seinem Ende Februar ausgelösten Verkaufssignal (<70 Prozent) aktuell bei 25,1 Prozent angelangt ist. Doch dieser Umstand allein muss noch nicht optimistisch stimmen. Ein RSI-Kaufsignal wird erst ausgelöst, wenn die Marke von 30 Prozent überwunden wird. Letztmals wurde ein solches Signal Ende September ausgelöst. In den folgenden Monaten ging es dann um mehr als 20 Prozent bergauf. Am Mittwochvormittag präsentierte sich der Silberpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Silber (Juli) um 0,64 auf 27,44 Dollar pro Feinunze.
Spread könnte sich einengen
Der am Dienstagabend veröffentlichte Wochenbericht des American Petroleum Institute brachte es wieder einmal an den Tag: Öl gibt es in Hülle und Fülle. In der vergangenen Woche gab es in den USA laut dem Branchenverband einen Lagerzuwachs um 6,6 Millionen Barrel. Diese Ölschwemme – vor allem am Nymex-Lieferpunkt Cushing (Oklahoma) – ist auch für die seit Monaten zu beobachtende starke Preisdifferenz (Spread) zwischen der US-Sorte (WTI) und Nordseemarke (Brent) maßgeblich verantwortlich. Doch dieses Überangebot an Öl im Mittleren Westen könnte demnächst abgebaut werden. Ab Donnerstag soll nämlich über die Seaway-Pipeline Rohöl in Richtung Golf von Mexiko transportiert werden. Bis dato floss das Öl in die entgegengesetzte Richtung. Aktuell beläuft sich der Spread zwischen beiden Ölsorten auf 18,58 Dollar. Am Mittwochvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 1,41 auf 92,57 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,09 auf 111,15 Dollar zurückfiel. ----------- "An der Börse verdient man nur Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld." (A. Kostolany) |