Das Kapital: Zum defensiven Charme GEs
General Electric (GE) ist im vierten Quartal nach eigenen Angaben zum zwölften Mal in Folge mit einer Rate gewachsen, die dem zwei- bis dreifachen Wirtschaftswachstum entspricht. Weitere Themen in diesem Kapital: ThyssenKrupp und Sojabohnen.
Und das organisch, also ohne den Effekt von Wechselkursveränderungen und Zukäufen gerechnet. Dem Kurs hat es praktisch nichts gebracht, trotz erheblicher Aktienrückkäufe in dieser Zeit.
Bei einem 2008er KGV von gut 14 und einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent könnte man da langsam hellhörig werden. Denn nach der Neuausrichtung über die vergangenen Jahre auf alles, was irgendwie mit Infrastruktur zu tun hat und damit Wachstum, Planbarkeit und Stabilität verheißt, ist es tatsächlich gut denkbar, dass die Aktie in Zeiten wie diesen endlich relative Stärke zeigt.
Nur sollten sich die Anleger lieber nicht darauf verlassen. In Euro denominiert war der Vorsteuergewinn 2007 niedriger als 2000, wobei der Gewinnbeitrag der Finanzsparte GECS damals allerdings geringer war als heute, wo er mehr als die Hälfte beträgt. Doch auch bei GE sind die Finanzgewinne weniger wert als die industriellen Ergebnisse, wobei das gute Abschneiden von GECS im vierten Quartal angesichts des rauen Umfelds ebenso erstaunt wie die Segment-Steuerquote von einem Prozent.
Und der ständige Umbau der Firma sowie die Methode, jede Sparte sofort in die Position "nicht fortgeführte Aktivitäten" zu verbannen, sobald es nicht ganz rund läuft, haben ihren Preis. Laut Quartalsbericht an die SEC zum 30. September standen dem Eigenkapital von 113 Mrd. $ ganze 79 Mrd. $ Goodwill gegenüber. Bei einem Börsenwert von rund 350 Mrd. $ wird einem da fast schwindelig. ----------- Gruß nuessa
Wer hoch hinaus will, muss es mit eigenen Füßen wollen. Auf die höchsten Gipfel führt keine Seilbahn. |