GB00B2B0DG97 - Relx plc
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neuester Beitrag: 20.04.26 00:17
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| eröffnet am: | 20.04.26 00:17 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 1 |
| neuester Beitrag: | 20.04.26 00:17 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 259 |
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RELX plc ist zum Stand 17.4.2026 für mich kein klassischer Verlag mehr, sondern vor allem ein Qualitätskonzern für informationsbasierte Analytik und Entscheidungstools. Das Unternehmen arbeitet in vier Feldern: Risk, Scientific/Technical & Medical (STM), Legal und Exhibitions. 2025 kamen rund 36,3 % des Umsatzes aus Risk, 28,3 % aus STM, 18,8 % aus Legal und 12,4 % aus dem Messegeschäft; das alte Printgeschäft ist nur noch ein kleiner Restposten von gut 4 % des Umsatzes. Genau das ist der Kern der Investment-These: RELX verdient sein Geld heute überwiegend mit Daten, Workflows, Analytik und eingebetteten Entscheidungshilfen für professionelle Kunden, nicht mehr mit zyklischem Massenverlagsgeschäft. In seinen Kernmärkten ist RELX dabei laut eigener Darstellung meist in Spitzenpositionen: Risk in wichtigen Verticals auf Platz 1, STM global auf Platz 1, Legal in den USA auf Platz 2 und außerhalb der USA auf Platz 1 oder 2, Exhibitions global auf Platz 2. (Reuters)
Zur Geschichte: RELX hat Wurzeln im 19. Jahrhundert. Die heutige Gruppe entstand 1993 aus dem Zusammenschluss von Reed International und Elsevier; Elsevier wurde 1880 gegründet, beide Vorläufer stammen also aus dem 19. Jahrhundert. Aus Reed Elsevier wurde zum 1. Juli 2015 offiziell RELX, und seit der Vereinfachung der Konzernstruktur im September 2018 ist RELX PLC die alleinige Muttergesellschaft. Historisch war das einmal ein viel stärker print- und verlegerisch geprägter Konzern; über Jahrzehnte hat sich das Unternehmen aber systematisch zu einem daten- und softwareähnlichen Informationsanbieter mit wiederkehrenden Erlösen umgebaut. Das ist kein Nebenaspekt, sondern der Grund, warum RELX heute fundamental deutlich besser ist als das alte Bild vom „Verlag“. (Relx)
Fundamental sah 2025 stark aus. RELX steigerte den Umsatz auf 9,59 Mrd. GBP, das organische Wachstum lag bei 7 %, der adjusted operating profit stieg auf 3,342 Mrd. GBP, die adjusted operating margin verbesserte sich auf 34,8 %, und das adjusted EPS legte auf 128,5 p zu. Der ROIC stieg weiter auf 15,4 %, die adjusted cash flow conversion lag bei 99 %. Nettofinanzschulden von 7,201 Mrd. GBP entsprechen 2,0x EBITDA; das ist nicht ultrakonservativ, aber für dieses Geschäftsmodell klar beherrschbar. Besonders gut gefällt mir, dass die beiden stärksten Segmente Risk und STM zugleich groß und hochprofitabel sind: auf Basis der 2025er Zahlen lagen ihre operativen Margen bei grob 37,4 % bzw. 38,1 %; Legal kam auf rund 23,0 %, Exhibitions auf rund 34,6 %. Das ist die Handschrift eines sehr guten Geschäfts, nicht eines gewöhnlichen Medienwerts. (Relx)
Bei der Dividende ist RELX kein Hochdividendenwert, aber ein sauberer Dividendenwachstumswert. Für 2025 wurden 67,5 p je Aktie vorgeschlagen, nach 63,0 p im Vorjahr, also plus 7 %. Seit 2018 ist die Jahresdividende von 42,1 p auf 67,5 p gestiegen; das entspricht grob einem Wachstum von rund 7 % pro Jahr. Auf Basis des adjusted EPS von 128,5 p liegt die Ausschüttungsquote bei etwa 52,5 % und ist damit vernünftig. Beim Londoner Schlusskurs von 2.720 p am 17.4.2026 ergibt sich eine laufende Dividendenrendite von rund 2,48 %. Das ist nicht spektakulär, aber für ein Qualitätsunternehmen mit dieser Kapitalrendite und diesem Wachstum absolut in Ordnung. (Relx)
Bewertungsseitig ist die Aktie nach dem scharfen Abverkauf deutlich interessanter geworden. Reuters zeigte für REL.L Mitte April 2026 einen Marktwert von rund 48,6 Mrd. GBP; beim Schlusskurs von 2.720 p ergibt sich auf Basis des 2025er adjusted EPS ein adjustiertes KGV von rund 21,2. Rechnet man den Marktwert mit der Nettofinanzverschuldung und den liquiden Mitteln zu einem groben Enterprise Value hoch, landet man bei etwa 14,5x EBITDA. Gleichzeitig erwirtschaftete RELX 2025 einen adjusted cash flow von 3,301 Mrd. GBP, was gemessen an diesem Börsenwert einer Cashflow-Rendite von rund 6,8 % entspricht. Hinzu kommen die Kapitalrückführungen: 2025 kaufte RELX eigene Aktien für 1,5 Mrd. GBP zurück, und für 2026 sind insgesamt 2,25 Mrd. GBP vorgesehen. Das ist auf Basis des Reuters-Marktwerts eine sehr ordentliche zusätzliche Aktionärsrendite. (Reuters)
Der Grund, warum die Aktie trotzdem so schwach war, ist klar: der Markt fürchtet seit Anfang 2026, dass generative KI Teile des Software- und Datenökosystems entwerten könnte. Reuters schrieb im Februar, dass RELX-Aktien binnen eines Jahres von 4.135 p auf 2.013 p gefallen waren, weil Anleger fürchteten, dass KI Software- und Analytics-Geschäftsmodelle angreifen könnte; besonders belastend wirkte der Start neuer Anthropic-Plugins. Das ist ein reales Risiko und kein Hirngespinst. Der Punkt ist nur: Bei RELX trifft diese Sorge auf ein Unternehmen, dessen Produkte in vielen Bereichen nicht aus „ein bisschen Textsuche“ bestehen, sondern aus proprietären Datenbeständen, verankerten Kunden-Workflows, regulatorisch sensiblen Anwendungen und nachvollziehbarer Quellenführung. RELX selbst beschreibt seinen GenAI-Ansatz ausdrücklich über authoritative content grounding, Expert Oversight, Validation, Traceability und Source Document Linking. Genau dort liegt die Verteidigungslinie gegen generische LLMs. (Reuters)
Zu den Kurszielen muss man sauber trennen zwischen Marktkonsens und eigener Schätzung. Der Marktkonsens war Mitte April 2026 positiv, aber je nach Datenanbieter unterschiedlich: Reuters meldete am 9.4.2026 ein „Buy“ auf Basis von 4 Analysten; MarketScreener zeigte 15 Analysten mit einem durchschnittlichen Ziel von 36,37 GBP; MarketBeat kam bei 5 Analysten auf 41,455 GBP. Das ist eine breite Spanne und zeigt: Ein einziges „objektives“ Kursziel gibt es nicht. Meine Schätzung fällt vorsichtiger aus. Ich halte auf Sicht von 12 bis 18 Monaten ein Basisszenario von etwa 32 GBP für plausibel, ein bullishes Szenario von 38 GBP und ein bearishes von 24 bis 25 GBP. Das Basisszenario unterstellt im Wesentlichen, dass RELX 2026 nochmals stark wächst, wie vom Management angekündigt, und der Markt der Aktie wieder ein KGV im niedrigen bis mittleren 20er-Bereich auf ein weiter steigendes Ergebnis zugesteht. Das bullishe Szenario setzt zusätzlich eine stärkere Entspannung der KI-Angst und eine Rückkehr zu einem klaren Qualitätsaufschlag voraus. (Reuters)
Für die nächsten 5 bis 15 Jahre sehe ich RELX insgesamt positiv. Das Unternehmen hat mehrere Dinge, die man kaum gleichzeitig in dieser Qualität findet: hohe Kapitalrenditen, starke Marktstellungen, viel wiederkehrendes Geschäft, Preissetzungsmacht, gute Cash-Conversion und eine sehr rationale Kapitalallokation. Wenn RELX sein organisches Wachstum im hohen einstelligen Bereich halten kann, die Margen weiter leicht verbessert und die Aktienrückkäufe fortsetzt, ist die Aktie langfristig eher ein Compounder als ein Spekulationswert. Die Risiken sind trotzdem klar: KI könnte einzelne Workflows schneller commoditisieren als heute gedacht, das STM-Geschäft bleibt sensibel für Veränderungen im Forschungs- und Zahlungsmodell, Datenregulierung und Cyber-Risiken bleiben relevant, und das Messegeschäft ist konjunkturabhängiger als die übrigen Segmente. Unterm Strich halte ich RELX aber für eines der qualitativ besten Informations- und Analyseunternehmen Europas. Die Aktie war am 17.4.2026 nach meinem Eindruck nicht billig im absoluten Sinn, aber nach dem AI-bedingten Kursrutsch wieder attraktiv genug, um für langfristige Anleger interessant zu sein. (Relx)
Autor: ChatGPT
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