Diese Personalie wirft bei Evotec erneut mehr Fragen auf, als das Unternehmen beantworten möchte.
Wenn innerhalb kurzer Zeit bereits der nächste CFO nach nur kurzer Amtszeit wieder geht, nachdem schon die Vorgängerin ebenfalls nicht lange geblieben ist, dann kann man das nicht mehr einfach als Zufall oder „persönliche Gründe“ abtun. Gerade in einer Phase, in der Evotec eigentlich Vertrauen zurückgewinnen müsste, sendet ein solcher Abgang ein fatales Signal an den Markt.
Noch schwerer wiegt jedoch die grundsätzliche wirtschaftliche Realität: Evotec hat im gesamten letzten Jahrzehnt gerade einmal in einem außergewöhnlichen Sonderumfeld wirklich überzeugende positive Zahlen geschrieben — und das ausgerechnet während der Pandemie, als Biotech-Werte weltweit in einer historisch einmaligen Euphoriephase nach oben gespült wurden.
Ein solches Marktumfeld kommt nicht einfach wieder.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie soll dieses Unternehmen unter normalen Marktbedingungen jemals wieder nachhaltig auf die Beine kommen?
Denn was Aktionäre in den vergangenen Jahren erlebt haben, war nicht einfach nur eine enttäuschende Kursentwicklung, sondern ein massiver Vertrauensverlust.
ständige Managementwechsel verfehlte Erwartungen schwache Profitabilität zerstörtes Anlegervertrauen und eine Unternehmensführung, die viele Investoren bis heute ratlos zurücklässt.
Besonders bitter ist dabei, dass die Aktionäre den Preis bezahlen, während sich das frühere Management weitgehend geräuschlos zurückgezogen hat.
Viele Anleger, die in den letzten fünf Jahren in dieser Aktie festsaßen, haben einen Großteil ihres Kapitals verloren und müssen nun mit ansehen, wie weiterhin nebulös von „verborgenen Werten“ gesprochen wird, ohne dass endlich klar erklärt wird, wo diese Werte eigentlich liegen sollen.
Genau darin liegt das eigentliche Problem: Bei Evotec gibt es seit Jahren große Worte — aber zu wenig belastbare Ergebnisse.
Und solange sich daran nichts grundlegend ändert, bleibt die Sorge bestehen, dass hier weniger eine Turnaround-Story entsteht als vielmehr das nächste Beispiel dafür, wie dauerhaft zerstörtes Vertrauen an der Börse kaum noch zurückgewonnen werden kann. |