AU000000WOW2 - Woolworths Group
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neuester Beitrag: 25.04.26 00:02
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| eröffnet am: | 25.04.26 00:02 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 1 |
| neuester Beitrag: | 25.04.26 00:02 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 196 |
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Woolworths Group – Einschätzung der Aktie per 23.04.2026
Woolworths Group Limited ist kein deutscher Woolworth und auch nicht die südafrikanische Woolworths Holdings, sondern der große australisch-neuseeländische Lebensmittel- und Alltagswarenhändler. Die Aktie ist in Australien unter ASX: WOW notiert, die ISIN lautet AU000000WOW2, die in Deutschland übliche WKN ist 886853. Der Schlusskurs am 23.04.2026 lag bei 37,89 AUD. Bei dem Referenzkurs der Reserve Bank of Australia vom 23.04.2026 von 1 AUD = 0,6112 EUR entspricht das rund 23,16 Euro. (Yahoo Finanz Nachrichten)
Das Unternehmen ist einer der größten Einzelhändler Australiens und Neuseelands. Der Kern ist das Lebensmittelgeschäft: Woolworths Supermarkets in Australien, Woolworths New Zealand, dazu B2B-Lebensmitteldistribution über PFD Food Services, die Discount-Warenhauskette BIG W, Petstock im Heimtierbereich sowie Daten- und Analyseaktivitäten über Quantium. Die offizielle Segmentbeschreibung umfasst Australian Food, Australian B2B, New Zealand Food, W Living und Other; Australian Food und New Zealand Food beschaffen Lebensmittel, Getränke und verwandte Produkte für Endkunden und Geschäftskunden, W Living umfasst Discount-General-Merchandise und Heimtierprodukte. (FT Märkte)
Die Geschichte reicht bis 1924 zurück. Am 5. Dezember 1924 eröffnete in Sydneys Imperial Arcade das „Woolworths Stupendous Bargain Basement“. Das Unternehmen selbst nennt Percy Christmas als Founding CEO. Die heutige Woolworths Group ist also historisch ein australisches Unternehmen, keine operative Fortsetzung der alten amerikanischen F. W. Woolworth Company. (woolworthsgroup.com.au) Der Konzern ist heute ein börsennotierter Blue Chip, kein Familienunternehmen. Woolworths selbst spricht von 372.000 Aktionären, darunter viele Privatanleger; daneben halten viele Australier indirekt über Superannuation-Fonds Anteile. (woolworthsgroup.com.au) Größere institutionelle Investoren sind unter anderem State Street Global Advisors Australia, AustralianSuper, Vanguard, BlackRock und Norges Bank Investment Management; FT/LSEG nennt etwa 5,07 % für State Street Global Advisors Australia, 4,99 % für AustralianSuper, 3,69 % für The Vanguard Group und 1,80 % für BlackRock Fund Advisors. (FT Märkte) Eine familienbasierte Kontrolle oder Gründerfamilien-Dominanz ist damit nicht erkennbar.
Operativ ist Woolworths ein klassischer defensiver Konsumwert, aber kein risikofreier. Lebensmittel werden auch in Rezessionen gekauft, die Frequenz ist hoch, die Markenbekanntheit stark und die Marktstellung in Australien und Neuseeland schwer angreifbar. Genau darin liegt die Qualität der Aktie: planbare Umsätze, hohe Kundennähe, starke Filial- und Logistikinfrastruktur, wachsende digitale Kanäle und eine gewisse Preissetzungsmacht. Gleichzeitig ist das Geschäft margenschwach, politisch sichtbar und stark von Löhnen, Energiekosten, Mieten, Lieferketten, Wettbewerb und öffentlicher Wahrnehmung abhängig. In einem konzentrierten Supermarktmarkt steht Woolworths permanent unter Beobachtung von Verbrauchern, Medien, Politik und Wettbewerbsbehörden.
Das Geschäftsjahr 2025 war schwach. Reuters berichtete für das Jahr bis 29. Juni 2025 von einem Rückgang des zugrunde liegenden Jahresgewinns um 19 % auf 1,39 Mrd. AUD; belastend wirkten unter anderem niedrigere Margen im Australian-Food-Geschäft, preissensible Kunden, Lohnkosten und Störungen durch Streiks in Distributionszentren. Zudem startete das Geschäftsjahr 2026 zunächst schwächer als erwartet: Australian Food wuchs in den ersten acht Wochen nur um 2,1 %, während Coles deutlich stärker zulegte. (Reuters) Das war der Tiefpunkt der jüngeren Entwicklung und erklärt, warum die Aktie 2025 zeitweise deutlich unter Druck stand.
Die Halbjahreszahlen 2026 zeigen aber eine klare Erholung. Für die 27 Wochen bis 4. Januar 2026 meldete Woolworths 37,135 Mrd. AUD Umsatz, plus 3,4 %, 3,206 Mrd. AUD EBITDA, plus 8,5 %, 1,660 Mrd. AUD EBIT vor Sondereffekten, plus 14,4 %, und 859 Mio. AUD Nettogewinn vor Sondereffekten, plus 16,4 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 70,4 australischen Cent, ebenfalls plus 16,4 %. Nach Sondereffekten fiel der Nettogewinn dagegen um 49,4 % auf 374 Mio. AUD, vor allem wegen einer zusätzlichen Rückstellung von 485 Mio. AUD nach Steuern im Zusammenhang mit Gehaltsnachzahlungen für salaried team members nach einem Federal-Court-Urteil.
Wichtig ist daher die Trennung zwischen operativer Erholung und Sondereffekt. Bereinigt sieht Woolworths wieder deutlich besser aus; unbereinigt bleibt das Ergebnis durch arbeitsrechtliche Altlasten verzerrt. Der Konzern meldete im Halbjahr eine Bruttomarge von 27,4 %, eine Cost-of-doing-business-Quote von 22,9 %, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 4,5 % und eine NPAT-Marge von 2,3 %. Das zeigt die typische Struktur eines Lebensmittelhändlers: riesige Umsätze, aber dünne Nettomargen.
Die Dividende ist solide, aber nicht spektakulär. Für das erste Halbjahr 2026 wurde eine vollständig frankierte Zwischendividende von 45 australischen Cent je Aktie beschlossen, 15,4 % mehr als im Vorjahr. Die ASX nennt zuletzt eine annualisierte Rendite von 2,37 %, Ex-Datum 03.03.2026, Record Date 04.03.2026, Pay Date 01.04.2026, Franking 100 %. (Australian Securities Exchange) Für deutsche Anleger ist wichtig: „Fully franked“ ist ein australisches Steuergutschriftssystem, das für in Australien steuerlich ansässige Anleger besonders wertvoll ist; für deutsche Privatanleger ist die steuerliche Behandlung komplizierter und hängt vom Depot, Quellensteuer- und Anrechnungsregime ab. Dazu habe ich hier keine verlässliche individuelle Steuerauskunft.
Die Bewertung ist der kritische Punkt. Morningstar nennt bei Woolworths eine Marktkapitalisierung von rund 46,6 Mrd. AUD, ein normalisiertes KGV von 42,08, ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,66 und eine nachlaufende Dividendenrendite von 2,38 %. (Morningstar, Inc.) Das normalisierte KGV wirkt hoch, ist aber durch die schwache Ergebnisbasis und Sondereffekte verzerrt. Nimmt man nur das bereinigte Halbjahres-EPS von 70,4 Cent und verdoppelt es grob auf 1,408 AUD Jahres-EPS, läge der Kurs von 37,89 AUD bei etwa dem 26,9-Fachen dieses annualisierten bereinigten Gewinns. Auch das ist für einen reifen Lebensmittelhändler nicht billig. Die Aktie preist also bereits viel Erholung ein.
Die Analystenziele bestätigen genau dieses Bild. StocksGuide nennt für Woolworths ein durchschnittliches Kursziel von 35,70 AUD, bei einer Spanne von 29,29 AUD bis 40,95 AUD; 8 Analysten stufen die Aktie mit Kaufen, 12 mit Halten und keiner mit Verkaufen ein. (StocksGuide) Umgerechnet mit dem RBA-Kurs vom 23.04.2026 von 0,6112 EUR je AUD entspricht das einem durchschnittlichen Ziel von rund 21,82 Euro, einer Untergrenze von rund 17,90 Euro und einer Obergrenze von rund 25,03 Euro. Gegenüber dem umgerechneten Kurs von etwa 23,16 Euro lag das durchschnittliche Analystenziel also unter dem Aktienkurs. Das heißt nicht automatisch, dass die Aktie fallen muss, aber es zeigt: Zum Stichtag war Woolworths nach Konsens eher fair bis etwas teuer bewertet, nicht offensichtlich günstig.
Für die nächsten fünf Jahre sehe ich Woolworths als Qualitätsunternehmen mit begrenztem, aber relativ verlässlichem Wachstumspotenzial. Die wichtigsten Treiber sind Bevölkerungswachstum in Australien, höhere Online- und Convenience-Durchdringung, bessere Nutzung von Kundendaten, Kostensenkungen, Automatisierung in Logistik und Filialprozessen sowie die Erholung in New Zealand Food und BIG W. Woolworths selbst sprach im Halbjahresbericht von verbesserter Handelsdynamik, stabilisierendem Marktanteil, stärkeren Kundendaten und einem Kosteneinsparungs-Run-Rate-Ziel von 400 Mio. AUD. Das ist positiv.
Für zehn bis fünfzehn Jahre bleibt Woolworths wahrscheinlich ein defensiver Compounder, aber kein Wachstumswunder. Lebensmittelhandel wächst langfristig meist ungefähr mit Bevölkerung, Inflation, Sortimentsausweitung und Produktivität. Außergewöhnliche Renditen entstehen nur, wenn Woolworths die Margen strukturell verbessert, digitale Services profitabel ausbaut und Kapital diszipliniert einsetzt. Das ist möglich, aber nicht garantiert. Der Markt ist reif, politisch sensibel und wettbewerbsintensiv. Coles, Aldi, Costco, Amazon, lokale Spezialisten und Lieferplattformen werden die Margen nicht freiwillig hergeben.
Die größten Risiken sind klar: erstens die Bewertung, zweitens Margendruck durch preissensible Verbraucher, drittens Lohn- und Lieferkettenkosten, viertens regulatorische und politische Eingriffe in den australischen Supermarktsektor, fünftens Ausführungsrisiken bei IT, Logistik und E-Commerce, sechstens Altlasten wie die Gehaltsnachzahlungen. Besonders kritisch ist, dass Woolworths in der öffentlichen Wahrnehmung nicht nur als normales Unternehmen gilt, sondern als dominanter Lebensmittelinzelhändler. In Phasen hoher Inflation werden solche Unternehmen schnell Ziel politischer und medialer Kritik.
Meine Einschätzung: Woolworths Group ist ein starkes, defensives, gut positioniertes Unternehmen, aber die Aktie war per 23.04.2026 nach der starken Erholung nicht mehr billig. Für sehr langfristige Anleger ist Woolworths grundsätzlich ein brauchbarer defensiver Baustein aus Australien, vor allem wegen Marktstellung, Lebensmittel-Fokus, Dividendenfähigkeit und geringer Konjunkturabhängigkeit. Als Neueinstieg wirkt die Aktie zum Stichtag aber eher anspruchsvoll bewertet. Wer kauft, setzt weniger auf Unterbewertung als auf Qualität, Erholung der Marge und langfristige Stabilität. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist solide, aber nicht überragend. Ich würde Woolworths nicht als Schnäppchen einstufen, sondern als hochwertige defensive Aktie, die bei Rücksetzern deutlich interessanter wäre als nach einer starken Kursrally.
Autor: ChatGPT





