Im Übernahmematch gegen den US-Sporttycoon Malcom Glazer geht der englische Fussball-Club Manchester United 1:0 in Führung. Die Verantwortlichen des englischen Fussball-Clubs haben entsprechende Gespräche fürs erste auf Eis gelegt. Manchester United teilte heute mit, dass eine Übernahme durch Glazer nicht im Interesse des Vereins sei. Insbesondere deshalb, weil der Amerikaner die Transaktion weitgehend mit Schulden finanzieren wolle. Allerdings würden Gespräche mit Glazer über eine langfristige Zukunft geführt. Die «ManU»-Aktie verliert rund zwei Prozent und notiert aktuell bei 2.79 Pfund.
200 Millionen Pfund für die Abwehr
Die Übernahmepläne sorgen in Börsenkreisen seit Wochen für Aufregung. Glazer, Besitzer des American Football-Teams Tampa Bay Buccaneers, hatte seinen «ManU»-Anteil für rund 100 Millionen Euro in den vergangenen Wochen bereits auf 28,11 Prozent erhöht. Bei einem Anteil von mehr als 30 Prozent ist Glazer gemäss den britischen Übernahme-Gesetzen verpflichtet, den restlichen Aktionären ein offizielles Übernahme-Angebot zu machen.
Die japanische Investmentbank Nomura soll nun dafür sorgen, dass es nicht soweit kommt. Gemäss «CBS Marketwatch» soll Manchester United zukünftige Ticketeinnahmen verpfändet und damit den Japanern 200 Millionen Pfund zur Verfügung gestellt haben, um für besorgte «ManU»-Fans Aktien ihres Lieblings-Clubs zu kaufen und ein feindliches Übernahmeangebot abzublocken.
Mit Fussball-Rowdies ist bekanntlich nicht zu spassen. Ihrem Ärger über Glazers Pläne machten einige «ManU»-Anhänger beim letzten Spiel denn auch drastisch Luft: Das Bildnis des Amerikaners baumelte im Manchester-Stadion an einem Strick. (fhm) |