VERBIO Vereinigte BioEnergie will Technologieführerschaft erhalten und Marktposition stärken




29.06.11 12:13
aktiencheck.de EXKLUSIV

Zörbig (aktiencheck.de AG) - Die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG (ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W) mit Sitz in Zörbig (Sachsen-Anhalt) ist ein Unternehmen der Erneuerbaren Energien-Branche. Die Gesellschaft gehört zu den größten Produzenten und Vertreiber von Biokraftstoffen in Europa und ist der einzige großindustrielle Biodiesel-, Bioethanol- und Biogasproduzent Europas. Das als Nebenprodukt entstehende Pharmaglycerin wird an die Konsumgüter- und Kosmetikindustrie geliefert.

Die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG hat aufgrund der Absatzschwäche von Bioethanol ihre Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2011 gesenkt und die Umsatzerwartung erhöht. Demnach soll das EBITDA zwischen 25 und 30 Mio. EUR und das EBIT zwischen 6 und 12 Mio. EUR liegen. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen nun einen Betrag zwischen 650 und 750 Mio. EUR.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Frau Anna-Maria Schneider, der Leiterin des Bereichs Investor Relations bei der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Zu Beginn des Geschäftsjahres 2011 hat sich Ihr Unternehmen eine bessere Entwicklung beim EBIT und EBITDA zum Ziel gesetzt. Voraussetzung dafür war unter anderem die Annahme, dass sich der Absatz von Bioethanol zumindest auf dem Vorjahresniveau behauptet. Durch die schleppende Einführung des E10-Kraftstoffs hat die Mineralölwirtschaft im zweiten Quartal 2011 deutlich weniger Bioethanol abgenommen als ursprünglich geplant, so dass die Anlagen nur zu etwa 50% ausgelastet waren. Inzwischen hat sich die Situation um E10 entspannt und die Nachfrage nach Ethanol steigt kontinuierlich, so dass Ihre Gesellschaft im dritten und vierten Quartal mit einer Vollauslastung der Produktionskapazitäten und profitablen Margen rechnen kann. Ist die Verwirrung um E10 für VERBIO damit endgültig abgehakt und für Ihre Bioethanol-Sparte keine zusätzlichen Belastungen mehr zu erwarten? Sehen Sie sonst keinerlei Gefahren für die Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr 2011?

VERBIO: Inzwischen tanken etwa 30 Prozent der deutschen Autofahrer E10, die Akzeptanz ist gestiegen und damit auch die Auslastung unserer Produktionsanlagen. Ich denke, es setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass sämtliche Argumente gegen E10 schlichtweg falsch waren, denn durch den verstärkten Einsatz von Ethanol im Kraftstoff erhöht sich weder der Verbrauch signifikant noch geht das Auto kaputt. (Bestes Beispiel dafür, dass die Diskussion über die Verträglichkeit von E10 substanzlos war, ist der Test, den der ADAC kürzlich durchgeführt hat. Mit einem Fahrzeug, das nicht über die Freigabe für die Betankung mit E10 verfügte, wurden mittlerweile mehr als 15.000 km zurück gelegt und dabei sind keinerlei Probleme aufgetreten.)

Wir sind also zuversichtlich, was den weiteren Absatz von E10 anbelangt und sehen der Geschäftsentwicklung für das zweite Halbjahr 2011 positiv entgegen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Das Anfahren der Biogasanlagen hat länger gedauert als ursprünglich geplant, so dass VERBIO insgesamt weniger Biogas produzierte. Hauptgrund dafür waren nach Ihren eigenen Angaben Probleme in der Entschwefelungseinheit der Biogasanlagen, die jedoch inzwischen gelöst wurden. Die Produktion ist mittlerweile wieder stabil. Die Nachfragesituation bei Biogas ist allerdings aufgrund der jüngsten politischen Entscheidungen der Bundesregierung zur Energiewende deutlich größer als ursprünglich erwartet. Ein weiterer Ausbau der Produktionskapazitäten wäre in dieser Hinsicht eine logische und dazu noch sehr profitable Konsequenz. Wie wollen Sie als der große Branchenprimus auf diese Entwicklung reagieren? Arbeitet VERBIO vielleicht schon an konkreten Plänen zum Ausbau der Biogas-Herstellung?

VERBIO: Wir betreiben derzeit zwei Anlagen und verfügen damit über eine Biogas-Produktionskapazität von 500 GWh, einer Leistung von 60 MW entsprechend. Bis Ende 2012 soll eine zweite Ausbaustufe realisiert sein und die Leistung auf dann 125 MW erhöht werden. Dies würde einer Jahresproduktion von insgesamt 1.000 GWh entsprechen. Dazu werden die bestehenden Anlagen sukzessive um zusätzliche Komponenten erweitert und einzelne Prozesse optimiert. Diese Anlagen arbeiten im Verbund mit unseren Bioethanolanlagen, das Konzept ist weltweit einzigartig. Künftig ist jedoch auch der Betrieb einzelner Biogasanlagen angedacht, insbesondere, wenn wir in Richtung Osteuropa blicken. Hier planen wir weitere 125 MW Leistung zu installieren. Bis 2015 wollen wir dann über insgesamt 250 MW installierter Leistung bei Biogas verfügen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die Handelsaktivitäten haben sich auf Ihr EBIT positiv ausgewirkt. Der Anstieg der Rohstoffpreise, durch die Ihre Kostenbasis in der Vergangenheit belastet war, kann jetzt auch als eine Chance gesehen werden. Durch die Akquisition des Getreidehändlers Märka GmbH ist Ihr Geschäftsmodell offenbar flexibler geworden und die derzeit sehr volatilen Agrarrohstoffmärkte könnten für Ihre Gesellschaft ein großes Wachstumspotenzial bergen. Will sich die VERBIO AG auf absehbare Zeit noch stärker im Handelssegment engagieren, um von den steigenden Agrarrohstoffpreisen auch mittel- und langfristig zu profitieren?

VERBIO: Die VERBIO ist in erster Linie Biokraftstoffproduzent. Die bisherigen Handelsaktivitäten sollten daher nicht überbewertet werden, denn es wurden nur Rohstoffe veräußert, die für die Produktion nicht eingesetzt werden konnten. Über die im Oktober letzten Jahres akquirierte Märka GmbH sourcen wir die für die eigene Produktion benötigten Rohstoffe. Darüber hinaus handelt die Märka GmbH auch weiterhin mit Dritten Getreide, Ölsaaten und Düngemittel. Außerdem wollen wir über die Märka GmbH verstärkt agrarische Reststoffe erfassen, die heute nicht genutzt werden. Insofern besteht für die VERBIO natürlich indirekt die Möglichkeit mittel- und langfristig von steigenden Agrarrohstoffpreisen zu profitieren.

aktiencheck.de EXKLUSIV: In den letzten Wochen und Monaten war auch einiges von der geplanten Ostexpansion der VERBIO AG zu hören. Könnten Sie diese Pläne etwas näher erläutern?

VERBIO: Um auch künftig unsere Technologieführerschaft zu erhalten und unsere Marktposition zu stärken müssen wir investieren und expandieren. Konkret verfolgen wir ein Projekt in Ungarn und beabsichtigen im ersten Schritt die Verknüpfung eines sehr großen landwirtschaftlichen Betriebs mit einer industriellen Biogasanlage. Das Projekt läuft nach Plan, eine Gesellschaft wurde gegründet, erste Mitarbeiter eingestellt, die Planungsarbeiten schreiten voran. Aber auch Märkte wie Bulgarien, die Ukraine und Polen sind interessant - hier prüfen wir weitere Optionen. Wichtigstes Kriterium dabei ist die nachhaltige und langfristige Verfügbarkeit von Rohstoffen. Unser Schwerpunkt auf der Rohstoffseite liegt ganz klar auf Nicht-Nahrungsmitteln. Für VERBIO gilt der Grundsatz: "Erst auf den Teller, dann in den Tank".

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (29.06.2011/ac/e/i)




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