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Rheinmetall Aktie: ESG-Wende bei Allianz - neue Dynamik für Verteidigungswerte




02.04.25 14:30
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Rheinmetall-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Martin Mrowka vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Rheinmetall AG (ISIN: DE0007030009, WKN: 703000, Ticker-Symbol: RHM, NASDAQ OTC-Symbol: RNMBF) unter die Lupe.

Aktien wie etwa Rheinmetall oder HENSOLDT hätten lange Zeit nicht als "nachhaltig" gegolten. Waffen und Panzer würden Leben, Infrastruktur und Lebensräume zerstören, habe es geheißen. Da Rüstung aber inzwischen als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft gelte, erlaube nun Allianz Global Investors als eines der ersten europäischen Fondshäuser auch Rüstungswerte in seinen Nachhaltigkeits-Fonds.

Investments in Rüstungsunternehmen seien seit dem Ukraine-Krieg kein Tabu mehr. Die EU habe im vergangenen Jahr ihre Nachhaltigkeitskriterien gelockert, um mehr privates und öffentliches Kapital in den europäischen Rüstungssektor zu lenken. Demnach könnten auch Fonds, die als "nachhaltig" gälten, in Unternehmen der Rüstungsbranche investieren. Einzig Investitionen in völkerrechtlich geächtete Waffen - also etwa in Unternehmen, die mit Streubomben, Antipersonenminen oder chemischen und biologischen Waffen Geschäfte machten - würden untersagt bleiben.

Eines der beiden Fondshäuser des Versicherungsriesen Allianz wolle seine Fonds mit hohen ökologischen und sozialen Standards nun auch für bestimmte Rüstungswerte öffnen. Eine entsprechende Änderung der Investment-Richtlinien für Fonds nach ESG-Kriterien habe Allianz Global Investors (AGI) jetzt beschlossen. ESG (Environmental, Social and Governance) stehe für Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Konkret werde der Ausschluss "militärischer Ausrüstung und Dienstleistungen" gestrichen, heiße es in einem Schreiben an AGI-Kunden. Die entsprechenden Nachhaltigkeitsfonds dürften damit künftig in Unternehmen investieren, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes in dem Bereich erwirtschafteten. Auch Geschäfte im Zusammenhang mit Atomwaffen seien künftig erlaubt, sofern sie im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags stattfänden. Die Regeländerungen würden nicht für alle Fonds, sondern nur für so genannte Artikel-8-Fonds gelten - eine der beiden ESG-Fonds-Kategorien in Europa.

"Die geopolitischen Ereignisse der letzten Jahre haben zu einem umfassenderen Umdenken hinsichtlich der Notwendigkeit von Investitionen in die europäische Verteidigungsarchitektur geführt", habe AGI in dem Schreiben erklärt. "Ein robuster Verteidigungssektor ist erforderlich, um die Mittel für die nationale und regionale Sicherheitspolitik bereitzustellen und die wirtschaftliche und soziale Stabilität zu unterstützen." Auch andere ESG-Fondsmanager in Europa seien gerade dabei, Ausschluss-Richtlinien bei ihren Anlagen aufzuheben, die Rüstungswerte einst uninvestierbar gemacht hätten.

Zudem werde das Thema auch in Banken diskutiert. Commerzbank-Risikovorstand Bernd Spalt etwa habe zuletzt angekündigt, die Finanzierung von Rüstungsprojekten auszubauen. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" habe Spalt Mitte März gesagt: "Im aktuellen Kontext sehen wir im Verteidigungssektor erhebliches Potenzial."

Die Kurse europäischer Rüstungsaktien würden seit Monaten stark laufen. Mit dem Antritt Donald Trumps zu einer weiteren Präsidentschaft habe sich das globale Sicherheitsgefüge verschoben, was die Papiere nochmals deutlich habe steigen lassen. Die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall habe sich seit Jahresanfang mehr als verdoppelt. Am heutigen Mittwoch würden sie im DAX jedoch mehr als drei Prozent nachgeben. Im MDAX würden sich auch HENSOLDT und RENK um mehr als anderthalb Prozent verbilligen.

Die Allianz-Aktie halte sich derweil mit einem Tagesabschlag von 0,3 Prozent auf knapp 356 Euro deutlich besser als der DAX, der am Mittag 1,3 Prozent unter Vortag liege. Ein möglicher Grund für die stabilen Allianz-Kurse: Die US-Investmentbank Goldman Sachs habe das Kursziel für Allianz heute von 339 auf 393 Euro deutlich angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Analyst Andrew Baker wende bei den Papieren der Münchner nun einen höheren Bewertungsmaßstab an.

Die Rüstung in Europa gelte inzwischen als eine Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft. Ohne Friedenssicherung werden Investitionen verschoben, die US-Politik mit Strafzöllen macht einen konjunkturellen Aufschwung schwierig, so Martin Mrowka von "Der Aktionär". (Analyse vom 02.04.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (02.04.2025/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.








 
 
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