Michael Burry ist bekannt für seine pessimistischen Wetten und das rechtzeitige Erkennen von Blasen. Doch wenn die „Big Short“-Legende plötzlich auf die Käuferseite wechselt, horcht die Wall Street ebenfalls auf. Bei Software-Aktien hat Burry nun vermehrt zugegriffen und wittert Qualitätsaktien zum Schnäppchenpreis. DER AKTIONÄR verrät, um welche Titel es sich handelt.
Während der breite Markt den Software-Sektor aufgrund von KI-Sorgen abgestraft hat, sieht Burry keinen fundamentalen Einbruch, sondern eine technische Übertreibung. In einem Post auf der Plattform Substack erklärte Shortseller: „Trotz der jüngsten Erholung bleiben Software-Aktien interessant, da die beschleunigten, extremen Rückgänge in der vergangenen Woche aus einer reflexiven positiven Rückkopplungsschleife zwischen fallenden Softwarekursen und Veränderungen im Markt für deren Bankverbindlichkeiten resultierten.“
Auch die von der Wall Street in den vergangenen Wochen immer wieder angeprangerten hohen Schulden bei einigen Softwareunternehmen sieht der Shortseller weniger kritisch: „Ich glaube nicht, dass die durch Probleme im Bereich Private Credit beziehungsweise Software-Schulden ausgelösten technischen Belastungen groß genug sind, um diese Aktien noch lange zu beeinflussen.“
Zudem scheint Burry bei seiner Suche nach unterwerteten Value-Aktien nicht nur im Software-Sektor fündig geworden zu sein: „Angesichts der zuletzt deutlichen Rückgänge im Zahlungssektor habe ich meine Analyse von Software-Aktien zudem auf Zahlungsdienstleister ausgeweitet, die zumindest als software-nahe einzustufen sind.“
Außerdem verkündete Burry, dass er eine Position von etwa 3,5 Prozent bei dem Zahlungsdienstleister PayPal eröffnet hat. Zudem hält er weiterhin an seinen Positionen in Fiserv, Adobe, Autodesk und Veeva Systems fest.
Doch damit nicht genug: Für den gestrigen Donnerstag kündigte er an, seine Bestände bei dem Cloud-Riesen Salesforce sowie beim Index-Anbieter MSCI massiv aufzustocken. Ein entscheidendes Kriterium für seine Auswahl: Keines dieser Unternehmen sei von den Private-Credit-Märkten abhängig, was sie in dem aktuell volatilen Umfeld besonders robust mache.
Die Sorge, dass Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT die Geschäftsmodelle klassischer Softwarehäuser überflüssig machen könnten, teilt Burry nur bedingt. Zwar sieht er durchaus Gefahren für bestimmte Nischen, doch für seine Auswahl hat er eine klare Meinung: „Ich sehe für meine ausgewählten Unternehmen keine solche Gefahr. Ich habe sie forensisch, wettbewerbstechnisch und fundamental analysiert“, so Burry. Während Privatanleger aus Angst vor der KI-Revolution ihr Geld aus Software-Fonds abziehen, nutzte der bekannte Shortseller die Panik zum Einsteigen.
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