LEONI mit erfreulicher Geschäftsentwicklung




10.08.11 16:31
aktiencheck.de EXKLUSIV

Nürnberg (aktiencheck.de AG) - Die Nürnberger LEONI AG (ISIN DE0005408884 / WKN 540888), ein führender Hersteller in den Produktgruppen Drähte, Kabel und Bordnetz-Systeme, hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2011 erneut stark erhöht. Der Vorstand geht jetzt von einem Konzernumsatz von rund 3,6 Mrd. EUR (zuvor: 3,4 Mrd. EUR) und einem EBIT von etwa 230 Mio. EUR (zuvor: 210 Mio. EUR) aus. Diese Anpassung basiert auf einer nach wie vor deutlich über den Erwartungen liegenden Nachfragentwicklung, die auch im zweiten Quartal zu starken Geschäftsergebnissen geführt hat. Laut vorläufigen Zahlen hat die LEONI AG in diesem Zeitraum mit einem Umsatz von rund 943 Mio. EUR sowie einem EBIT von etwa 67 Mio. EUR wieder Quartals-Rekordwerte erzielt. Damit beläuft sich der Umsatz im ersten Halbjahr auf rund 1,854 Mrd. EUR und das EBIT auf rund 129 Mio. EUR. Darüber hinaus beruht die nun nach oben revidierte Jahresprognose auf weiterhin positiven Geschäftsaussichten für das zweite Halbjahr.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Herrn Sven Schmidt, dem Pressesprecher der LEONI AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die LEONI AG knüpft im Hinblick auf ihre operative Entwicklung an die guten Vorkrisenjahre. Ihre Gesellschaft hat die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2011 erneut angehoben und erwartet sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT neue Rekordwerte. Geht Ihr Unternehmen tatsächlich gestärkt aus der Wirtschaftskrise heraus und ist es nun gegen künftige Konjunkturschwankungen besser gewappnet? Worauf ist dieser Turnaround bei der LEONI AG in erster Linie zurückzuführen?

LEONI: Wir haben im vierten Quartal 2008, also gleich zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise, ein umfassendes Kostensenkungsprogramm aufgelegt, dessen letzte Bausteine im Jahr 2010 umgesetzt wurden. Dieses hat nicht nur kurzfristig Wirkung gezeigt, sondern langfristig einen Effekt ergeben, der sich augenscheinlich im überproportional wachsenden EBIT bemerkbar macht. Die gesamte Organisation ist schlagkräftiger und effizienter als vor der damaligen Krise. Gleichzeitig ist es gelungen, die Flexibilität in der Kapazitätsplanung zu erhöhen. Dies beruht vor allem auf der Umsetzung flexiblerer Personalressourcen. Zum Beispiel haben wir im Aufschwung die zusätzlichen Bedarfe zum Teil über befristete Verträge gedeckt. Im Falle stärkerer Rückgänge wäre somit eine schnellere Reaktion möglich.
Der Tournaround ist umsatzseitig vor allem von der boomenden Automobilindustrie getrieben. Aber auch andere Branchen, die LEONI mit Kabelsystemen beliefert, haben sich erholt und mitunter eine sehr starke Nachfrage gezeigt. Dazu gehören die Bereiche Investitionsgüter, Automatisierung, Gesundheitswesen, Kommunikation oder Schienenverkehr. In Verbindung mit der verschlankten Struktur und der reduzierten Kostenbasis ergibt sich auf der Ergebnisseite eine erfreuliche Entwicklung.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Aufgrund der stark wachsenden Nachfrage arbeitet Ihr Unternehmen schon jetzt an der Kapazitätsgrenze. Das Investitionsbudget Ihrer Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2011 wurde zuletzt um 15 Mio. auf 160 Mio. EUR aufgestockt. Welche konkreten Investitionen hat die LEONI AG auf dem Plan?

LEONI: In der Tat haben wir das Investitionstempo im zweiten Quartal erhöht. Von der geplanten Jahresgesamtsumme sind im ersten Halbjahr rund 55 Mio. getätigt worden, was bereits einem Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 entspricht. Gleichwohl wird im zweiten Halbjahr nochmals fast zweimal so viel Geld in neue Sachanlagen fließen.

Wir investieren vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten für Automobilleitungen in China, Europa, Marokko und Mexiko sowie für Bordnetz-Systeme in Osteuropa, Nordafrika und der NAFTA-Region. Aufgrund der steigenden Nachfrage und neu gewonnener Projekte erweitern wir bestehende Werke, errichten aber auch ganz neue Standorte.

LEONI investiert aber auch in andere Produktionsbereiche, etwa für Infrastrukturkabel an unserem Schweizer Standort, in weitere Anlagen zur automatisierten Fertigung von Steckerleitungen in China oder für die Solarflachdraht-Fertigung in Deutschland.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Das Geschäft als Autozulieferer ist sehr zyklisch. Die Absatzprognosen der europäischen Autoindustrie für das Jahr 2011 wurden zuletzt wieder angehoben. Bleibt Ihrer Meinung nach die gesamte Automobilbranche auf absehbare Zeit auf Wachstumskurs? Welche Gefahren sehen Sie zurzeit für diese positive Entwicklung?

LEONI: Die derzeitigen Meldungen der Hersteller deuten nicht darauf hin, dass es in absehbarer Zeit zu einer Abschwächung der Automobilkonjunktur kommen wird. Als Zulieferer haben wir aktuell eine Visibilität von etwa 3 bis 4 Monaten, d.h. annähernd bis Jahresende sind unser Auftragsbücher mit gesicherten Projekten gefüllt. Wer heute ein Premiumfahrzeug bestellt, muss mit Wartezeiten von mehreren Monaten rechnen. Ein abrupter Wegfall von Produktionsvolumina, wie wir ihn Ende 2008 erleben mussten, ist derzeit folglich nicht zu erwarten.

Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten bleibt natürlich abzuwarten, inwiefern sich dadurch Auswirkungen auf die Realwirtschaft und das Konsumverhalten der Verbraucher ergeben. Was die derzeitige Geschäftsentwicklung von LEONI betrifft, können wir mit Gewissheit sagen, dass es uns wirtschaftlich gut geht und die Aussichten für die kommenden Monate vielversprechend sind. Wie sich das Jahr 2012 entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Jedoch sollten wir im Bordnetz-Geschäft selbst bei einem Nullwachstum der globalen Automobilwirtschaft dank zahlreicher Neuanläufe ein Umsatzplus von 4 bis 5 Prozent schaffen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Für 2012 planen Sie eine vollständige Übernahme des südkoreanischen Konkurrenten Daekyeung. Mit diesem Schritt will sich Ihr Unternehmen den Zugang zu dem schnell wachsenden Autokonzern Hyundai Motor verschaffen. Auch Ihre Werke in China sollen ausgebaut werden. Sehen Sie die größte Wachstumsfantasie für die LEONI AG langfristig in Asien?

LEONI: Asien ist sicherlich eine der sehr vielversprechenden Regionen der Welt. Insbesondere in China konnten wir unser Geschäft mit der Hausgeräte-, der Telekommunikations- und der Medizintechnikindustrie schon in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausbauen. Zuletzt hat auch der Umsatz mit der Automobilbranche kräftig zugelegt. Dazu tragen Projekte mit europäischen Herstellern wie Mercedes Benz bei, aber zunehmend auch für lokale Produzenten wir SAIC oder FAW. In Summe hat sich unser Geschäftsvolumen in China innerhalb eines Jahres auf rund 250 Mio. Euro im Jahr 2010 verdoppelt. Und wir gehen davon aus, dass wir die Umsätze bis 2012 nochmals verdoppeln können. Mittelfristig dürfte das Land ein Fünftel des Konzernumsatzes beisteuern.

Großes Potenzial bietet auch Indien, wo der Automobilmarkt noch recht jung ist. Seit knapp einem Jahr produziert LEONI dort Kabelsätze für das Joint Venture von Tata Motors und Cummins (ISIN US2310211063 / WKN 853121). Außerdem läuft die Entwicklungsarbeit für ein Hochvolt-Bordnetz eines Elektrofahrzeugs. Enorme Wachstumschancen sehen wir auch in Russland, wo wir bislang zwei Produktionsstandorte betreiben. Das Ziel ist, unsere Umsätze dort bis 2012 zu vervierfachen.

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der LEONI AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (10.08.2011/ac/e/i)




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