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BP Aktie: Elliott Management drängt zum Umbau - BP verschiebt Milliarden von grün zu fossil
09.05.25 17:35
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.aktiencheck.de) - BP-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:
Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), stuft die Aktie von BP plc (ISIN: GB0007980591, WKN: 850517, Ticker-Symbol: BPE5, London Stock Exchange-Symbol: BP, NASDAQ OTC-Symbol: BPAQF) in einer aktuellen Aktienanalyse von "Kauf" auf "Halten" herab.
Trotz der weltweiten Dekarbonisierungsbemühungen würden Erdöl und Erdgas noch lange Teil des Energiemix bleiben. Basierend auf ihren Annahmen zur globalen Ölnachfrage bzw. dem verfügbaren Angebot würden die Analysten der RBI für das Jahr 2025 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von USD 64 je Fass und USD 60 je Fass für 2026 rechnen.
Die Absicht Europas, die Einfuhr von Erdgas aus Russland schrittweise einzustellen, stütze die Gaspreise zusätzlich. Dies begünstige auch die Geschäftsaussichten von BP, zumal das Unternehmen rund 15% seines Konzernumsatzes (2024) mit Erdgas und Flüssiggas erziele. Des Weiteren seien petrochemische Produkte und hier insbesondere Erdgas für den Übergang hin zu einer saubereren Welt unerlässlich. Vor allem in der Stromerzeugung komme Erdgas zum Ausgleich von Angebotsschwankungen aufgrund des verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle zu.
Der Gewinn sei im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr von USD 2,72 Mrd. auf USD 1,38 Mrd. gefallen und habe damit die Markterwartungen der Analysten von im Schnitt USD 1,53 Mrd. um rund 10% verfehlt. Zurückzuführen gewesen sei der Ergebnisrückgang im Wesentlichen auf den im Jahresvergleich um 9% niedrigeren Ölpreis sowie geringere Raffineriemargen (-26%). Geholfen habe hingegen der um 60% höhere Gaspreis.
Der operative Cashflow habe sich wegen höherer Lagerbestände und Zahlungen im Zusammenhang mit Divestments um 44% auf USD 2,8 Mrd. verringert. Bei geringeren Investitionen (minus USD 700 Mio. auf USD 3,6 Mrd.) und gleichbleibend hohen Aktienrückkäufen im Volumen von USD 1,8 Mrd. habe sich die Nettoverschuldung im Jahresvergleich um 12,5% auf USD 27 Mrd. erhöht. Die Investitionen sollten sich bis 2027 auf jährlich USD 13 bis 15 Mrd. belaufen und die Nettoschulden bis dahin auf USD 14 bis 18 Mrd. sinken. Etwa 30% bis 40% des operativen Cashflows wolle man an die Aktionäre in Form von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen zurückführen. Die Dividende solle jährlich um zumindest 4% erhöht werden. Aktuell betrage die quartalsweise Zahlung USD 0,08 je Aktie.
Der Einstieg des aktivistischen Hedgefonds Elliott Management (~6%) habe in einer Anpassung der Strategie resultiert. Der neue CEO, Murray Auchincloss, schraube die jährlichen Investitionen bis 2027 um je USD 1 bis 3 Mrd. (gegenüber 2024) zurück. Während in den Ausbau der erneuerbaren Energien um insgesamt USD 5 Mrd. weniger (rund -70% auf nur noch USD 2 Mrd.) investiert werde, solle in die klassische Öl- und Gasförderung ein Volumen von USD 10 Mrd. fließen. Zehn neue, große Förderprojekte sollten bis 2027 und acht bis zehn weitere bis 2030 an den Start gehen.
Während USD 4 bis 5 Mrd. an Kosten gespart werden sollten, wolle sich BP von Vermögenswerten im Umfang von USD 20 Mrd. trennen. Im Zuge des Divestment-Programms stehe auch die Schmierstoffmarke Castrol auf dem Prüfstand. Diese alleine könne einen Wert von rund USD 10 Mrd. darstellen. Durch die Maßnahmen solle der Cashflow in den Jahren bis 2027 um durchschnittlich, jährlich mehr als 20% zulegen.
Fazit: BP habe in den vergangenen Quartalen wie seine Mitbewerber rückläufige Ergebnisse verbuchen müssen, die auf geringere Öl- und Gaspreise zurückzuführen gewesen seien, welche von ihren Zwischenhochs im Zuge des Ukraine-Kriegsausbruchs mittlerweile deutlich zurückgekommen seien. Die konjunkturellen Risiken im Lichte des Handelskriegs mit Zöllen und Gegenzöllen hätten deutlich zugenommen und auch die sukzessive Rücknahme der Förderkürzungen durch die OPEC+-Staaten belaste die Energiepreise.
Der beim Kapitalmarkt am 26. Februar verkündete Strategiewechsel komme nicht überraschend. Im Zuge der Covid-Pandemie habe BP an eine künftig geringere Ölnachfrage geglaubt und ehrgeizige Ziele zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern verkündet. Dafür sei man speziell in Zeiten hoher Energiepreise nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine stark kritisiert worden. Die unterdurchschnittliche Performance der BP-Aktie resultiere aber auch aus den Nachwirkungen der Deepwater-Horizon-Umweltkatastrophe im Jahr 2010 und dem kostspieligen Engagement in Russland, wo man eine 20%-Beteiligung an Rosneft eingegangen sei und diese dann im Jahr 2022 habe wertberichtigen müssen (USD 25 Mrd.).
Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass die am Kapitalmarkttag präsentierten Maßnahmen bei entsprechendem Ölpreisumfeld eine positive Wirkung zeigen würden.
Entsprechend unserer im jüngsten Ölmarktreport veröffentlichten Prognosen nehmen wir jedoch unsere Empfehlung für die BP-Aktie von "Kauf" auf "Halten" zurück, so Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG. Das Kursziel von GBp 365 basiere auf einem Multiple-Ansatz und die geschätzten Zahlen auf Konsensus-Schätzungen. (Analyse vom 09.05.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (09.05.2025/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), stuft die Aktie von BP plc (ISIN: GB0007980591, WKN: 850517, Ticker-Symbol: BPE5, London Stock Exchange-Symbol: BP, NASDAQ OTC-Symbol: BPAQF) in einer aktuellen Aktienanalyse von "Kauf" auf "Halten" herab.
Trotz der weltweiten Dekarbonisierungsbemühungen würden Erdöl und Erdgas noch lange Teil des Energiemix bleiben. Basierend auf ihren Annahmen zur globalen Ölnachfrage bzw. dem verfügbaren Angebot würden die Analysten der RBI für das Jahr 2025 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von USD 64 je Fass und USD 60 je Fass für 2026 rechnen.
Die Absicht Europas, die Einfuhr von Erdgas aus Russland schrittweise einzustellen, stütze die Gaspreise zusätzlich. Dies begünstige auch die Geschäftsaussichten von BP, zumal das Unternehmen rund 15% seines Konzernumsatzes (2024) mit Erdgas und Flüssiggas erziele. Des Weiteren seien petrochemische Produkte und hier insbesondere Erdgas für den Übergang hin zu einer saubereren Welt unerlässlich. Vor allem in der Stromerzeugung komme Erdgas zum Ausgleich von Angebotsschwankungen aufgrund des verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle zu.
Der Gewinn sei im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr von USD 2,72 Mrd. auf USD 1,38 Mrd. gefallen und habe damit die Markterwartungen der Analysten von im Schnitt USD 1,53 Mrd. um rund 10% verfehlt. Zurückzuführen gewesen sei der Ergebnisrückgang im Wesentlichen auf den im Jahresvergleich um 9% niedrigeren Ölpreis sowie geringere Raffineriemargen (-26%). Geholfen habe hingegen der um 60% höhere Gaspreis.
Der operative Cashflow habe sich wegen höherer Lagerbestände und Zahlungen im Zusammenhang mit Divestments um 44% auf USD 2,8 Mrd. verringert. Bei geringeren Investitionen (minus USD 700 Mio. auf USD 3,6 Mrd.) und gleichbleibend hohen Aktienrückkäufen im Volumen von USD 1,8 Mrd. habe sich die Nettoverschuldung im Jahresvergleich um 12,5% auf USD 27 Mrd. erhöht. Die Investitionen sollten sich bis 2027 auf jährlich USD 13 bis 15 Mrd. belaufen und die Nettoschulden bis dahin auf USD 14 bis 18 Mrd. sinken. Etwa 30% bis 40% des operativen Cashflows wolle man an die Aktionäre in Form von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen zurückführen. Die Dividende solle jährlich um zumindest 4% erhöht werden. Aktuell betrage die quartalsweise Zahlung USD 0,08 je Aktie.
Der Einstieg des aktivistischen Hedgefonds Elliott Management (~6%) habe in einer Anpassung der Strategie resultiert. Der neue CEO, Murray Auchincloss, schraube die jährlichen Investitionen bis 2027 um je USD 1 bis 3 Mrd. (gegenüber 2024) zurück. Während in den Ausbau der erneuerbaren Energien um insgesamt USD 5 Mrd. weniger (rund -70% auf nur noch USD 2 Mrd.) investiert werde, solle in die klassische Öl- und Gasförderung ein Volumen von USD 10 Mrd. fließen. Zehn neue, große Förderprojekte sollten bis 2027 und acht bis zehn weitere bis 2030 an den Start gehen.
Während USD 4 bis 5 Mrd. an Kosten gespart werden sollten, wolle sich BP von Vermögenswerten im Umfang von USD 20 Mrd. trennen. Im Zuge des Divestment-Programms stehe auch die Schmierstoffmarke Castrol auf dem Prüfstand. Diese alleine könne einen Wert von rund USD 10 Mrd. darstellen. Durch die Maßnahmen solle der Cashflow in den Jahren bis 2027 um durchschnittlich, jährlich mehr als 20% zulegen.
Der beim Kapitalmarkt am 26. Februar verkündete Strategiewechsel komme nicht überraschend. Im Zuge der Covid-Pandemie habe BP an eine künftig geringere Ölnachfrage geglaubt und ehrgeizige Ziele zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern verkündet. Dafür sei man speziell in Zeiten hoher Energiepreise nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine stark kritisiert worden. Die unterdurchschnittliche Performance der BP-Aktie resultiere aber auch aus den Nachwirkungen der Deepwater-Horizon-Umweltkatastrophe im Jahr 2010 und dem kostspieligen Engagement in Russland, wo man eine 20%-Beteiligung an Rosneft eingegangen sei und diese dann im Jahr 2022 habe wertberichtigen müssen (USD 25 Mrd.).
Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass die am Kapitalmarkttag präsentierten Maßnahmen bei entsprechendem Ölpreisumfeld eine positive Wirkung zeigen würden.
Entsprechend unserer im jüngsten Ölmarktreport veröffentlichten Prognosen nehmen wir jedoch unsere Empfehlung für die BP-Aktie von "Kauf" auf "Halten" zurück, so Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG. Das Kursziel von GBp 365 basiere auf einem Multiple-Ansatz und die geschätzten Zahlen auf Konsensus-Schätzungen. (Analyse vom 09.05.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (09.05.2025/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 6,705 € | 6,702 € | 0,003 € | +0,04% | 17.04./09:41 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| GB0007980591 | 850517 | 7,01 € | 4,04 € | |
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
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6,717 € | +0,10% | 09:55 |
| Hannover | 6,68 € | +3,21% | 16.04.26 |
| München | 6,689 € | +2,84% | 08:00 |
| Nasdaq OTC Other | 7,64 $ | +1,87% | 16.04.26 |
| Hamburg | 6,722 € | +0,84% | 09:13 |
| Düsseldorf | 6,706 € | +0,19% | 09:31 |
| Xetra | 6,705 € | +0,04% | 09:41 |
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