ADVA Optical Networking: Marge rauf oder Verkauf? - Aktienanalyse




08.08.19 09:09
Vorstandswoche.de

Haar (www.aktiencheck.de) - ADVA Optical Networking-Aktienanalyse von "Vorstandswoche.de":

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Glasfaser-Spezialisten ADVA Optical Networking SE (ISIN: DE0005103006, WKN: 510300, Ticker-Symbol: ADV, NASDAQ OTC-Symbol: ADVOF) unter die Lupe.

Die Experten kämmen direkt zur guten Nachricht - den Zahlen von ADVA im zweiten Quartal. Der Umsatz habe um 7,6% auf 133,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum expandiert. Auf der Ertragsseite habe der Anbieter von offenen Netzlösungen für die Bereitstellung von Cloud- und Mobilfunkdiensten aber eher enttäuscht, auch wenn die Bandbreite der bereinigten EBIT-Marge innerhalb der eigenen Prognosebandbreite zwischen 2 und 5% gelegen habe. Erreicht habe ADVA in Q2 eine bereinigte EBIT-Marge von 3,3%.

Berichtet worden sei eine EBIT-Marge von 1,9% oder 2,5 Mio. Euro. Netto habe der Gewinn in Q2 bei 1,3 Mio. Euro gelegen. Für das erste Halbjahr 2019 errechne sich immerhin ein Umsatzplus von 7% auf gut 262 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge liege im selben Zeitraum bei 2,7% und die berichtete Marge bei 1,3%. Das sei angesichts eines Börsenwertes von 350 Mio. Euro schlichtweg zu wenig, zumal in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 auch die Aktivierung von Entwicklungskosten wieder erheblich gestiegen sei. Ebenfalls nicht zufrieden könne das Unternehmen mit der Entwicklung der Bruttomargen sein. Diese hätten im ersten Halbjahr bei 34,4% gelegen, nach gut 36% im Vorjahreszeitraum.

Wie CEO Brian Protiva den Experten im Hintergrundgespräch erläutert habe, seien die Gründe für die schwache Margenentwicklung im ersten Halbjahr 2019 auf drei wesentliche Punkte zurückzuführen: Ein veränderter Kunden- und Produktmix, der die Bruttomarge unter Druck gebracht habe, was sich aber in den nächsten Monaten wieder stabilisieren sollte. ADVA spüre inzwischen die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen China und USA. Das Unternehmen produziere teilweise im Reich der Mitte und verlagere derzeit diese Produktionsstandorte, um die Auswirkungen von Einfuhrzöllen auf das US-Geschäft zu minimieren. Dadurch entstünden Einmalkosten und höhere Transportkosten, die nicht an Kunden weitergegeben werden könnten. Und schließlich habe der starke US-Dollar den Ertrag beeinträchtigt. Das Unternehmen kaufe im großen Volumen in Dollar ein und verkaufe die Produkte größtenteils in Euro.

Protiva wolle beim Margendruck zügig gegensteuern und die Kosten senken. "Ich bin nicht zufrieden mit der Margenentwicklung. Wir müssen uns an der Stelle massiv verbessern." Investoren von ADVA könnten allmählich etwas unruhig werden, da das Unternehmen immer wieder mit Sonderthemen zu kämpfen habe und nicht nachhaltig nach vorne komme. Die Margenthematik sei alles andere als neu, und das einstige Ziel, eine bereinigte EBIT-Marge von mindestens 10% zu erreichen, scheine kaum mehr realisierbar zu sein. Die Experten hätten einst eine Marge von mindestens 6 oder gar 7% für 2019 erwartet. Das werde ADVA in 2019 nicht erreichen: Zu groß sei der Druck auf die Margen. Protiva bleibe indes bei der eigenen Prognose, in 2019 eine bereinigte EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erzielen bei einen Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich.

Die enttäuschende Entwicklung auf der Margenseite sei umso ärgerlicher, weil ADVA operativ gute Fortschritte mache. ADVA habe im ersten Halbjahr 2019 viele Kunden gewonnen und im zweiten Halbjahr starte der Verkauf von ADVAs neuem TeraFlex Terminal der FSP 3000 CloudConnect. "Das Produkt ist exzellent. Unsere Kunden, die das Gerät getestet haben, sind sehr zufrieden, und wir konnten die ersten Aufträge gewinnen."

TeraFlex sei ein wichtiger Baustein für die Erweiterung bestehender Netzinfrastruktur bei Netzbetreibern und zur (Rück-)Gewinnung von Marktanteilen bei ICP-Kunden. Mit dem neuen Hochgeschwindigkeitsterminal könnten ADVA-Kunden bis zu 30-mal mehr Daten in bestehenden optischen Netzen übertagen. Mit etwas Glück könnte ADVA im ICP-Segment mit TeraFlex sogar wieder einen größeren US-Kunden gewinnen. TeraFlex basiere übrigens auf einem Modul von Acacia Communications, welches von Cisco Systems aufgekauft werden solle. Die Transaktion solle erst im zweiten Halbjahr 2020 über die Bühne gehen. Acacia werde ADVA weiterhin beliefern.

"An der Stelle haben wir gar keine Sorge, zumal wir auch alternative Lieferanten haben." Zudem stelle sich die Frage, ob die Übernahme von Acacia durch Cisco überhaupt genehmigt werde. Bei der Transaktion müssten nicht nur die Europäer grünes Licht geben, sondern auch die entsprechenden Behörden in China. Spannend, ob die Chinesen ihre Zustimmung für eine solche Transaktion im Rahmen des Handelsstreits überhaupt geben würden.

ADVA müsse sich bei den Margen zwingend verbessern, sonst könnte sich die Stimmung unter den größeren Aktionären von ADVA eintrüben. Da Protiva mit seiner Familie zu den größten Aktionären von ADVA mit einem Anteil von über 15% zähle, seien die Interessen identisch. "Unsere Priorität liegt auf der Verbesserung der Margen." Akquisitionen seien auch deswegen derzeit kein Thema. Sollte es jedoch keine Verbesserung der Margen geben, müssten vielleicht auch strategische Entscheidungen getroffen werden. "Unsere Investoren wollen eine Rendite sehen." Protiva halte aber wenig davon, dass ADVA ins "Schaufenster" zum Verkauf gestellt werde. "Das mag in ein paar Branchen so funktionieren. Im Technologiebereich halte ich davon sehr wenig", so der CEO.

Die Experten würden dabei bleiben, dass ADVA als starkes europäisches Unternehmen für US-Firmen wie zum Beispiel Ciena, die in Europa nicht gut aufgestellt seien oder für asiatische Firmen weiterhin ein interessantes Target sei. Am besten wäre es allerdings, wenn ADVA bei den Margen wieder zulege.

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" sehen die ADVA Optical Networking-Aktie derzeit als Halteposition. (Analyse vom 08.08.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze ADVA Optical Networking-Aktie:

XETRA-Aktienkurs ADVA Optical Networking-Aktie:
6,23 EUR -4,45% (07.08.2019)

Tradegate-Aktienkurs ADVA Optical Networking-Aktie:
6,34 EUR (07.08.2019)

ISIN ADVA Optical Networking-Aktie:
DE0005103006

WKN ADVA Optical Networking-Aktie:
510300

Ticker-Symbol ADVA Optical Networking-Aktie:
ADV

Kurzprofil ADVA Optical Networking:

ADVA Optical Networking SE (ISIN: DE0005103006, WKN: 510300, Ticker-Symbol: ADV) ist ein weltweiter Anbieter intelligenter Infrastruktur-Lösungen für Telekommunikationsnetze. Durch Software-gesteuerte Optical+Ethernet-Übertragungstechnik schafft ADVA die Grundlage für fortschrittliche Hochgeschwindigkeitsnetze. Die FSP-Produkte von ADVA machen die Netze der Kunden skalierbarer, intelligenter, weniger komplex und kostengünstiger. ADVA Optical Networking arbeitet flexibel und schnell mit seinen Kunden zusammen, um die wachsende Nachfrage nach Daten-, Datensicherungs-, Sprach- und Videodienstleistungen zu bedienen. ADVA ist Partner von über 250 Netzbetreibern und mehr als 10.000 Unternehmen in der ganzen Welt. (08.08.2019/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.








 
 
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