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11.02.00 00:00
WestLB

Die transtec AG (WKN 748820) liefere Computersysteme und Peripherieprodukte an Firmen und selbständige Kunden, berichten die Analysten der WestLB.

Das Unternehmen habe im Bereich der Internet-Nutzung für Business-to-Business-Transaktionen eine Vorreiterrolle übernommen. Nachdem transtec 1995 begonnen habe, auf E-Commerce zu setzen, werde mittlerweile fast die Hälfte der transtec-Geschäfte über das Internet getätigt. Die Website werde pro Monat drei Millionen Mal besucht. Vor kurzem sei das Pilotprojekt "Virtuelles Lagerhaus" mit IT-Produkten gestartet worden. Sobald es voll funktionsfähig sei, solle es europaweit eingesetzt werden. Auf diese Weise werde die Produktpalette von 5.000 auf 8.000 erweitert.

Ein wachsender Teil der Einnahmen (derzeit bereits über 50 %) stamme aus den kundenspezifischen Systemen, die transtec selbst baue. Dies vergrößere den Mehrwertanteil am Geschäft und trage zudem dazu bei, dass transtec zu einer Branche gehöre, in der Produkte schnell überholt (innerhalb von drei bis sechs Monaten) und Preissenkungen an der Tagesordnung seien. Dadurch sei transtec in der Wertschöpfungskette der Computer-Distributoren positioniert.

Bisher existiere kein Patentrezept für die Umwandlung eines traditionellen Unternehmens in eine Online-Firma. Dies sei wohl auch mitverantwortlich für die Bewertungskluft zwischen dot.com-Aktien und Aktien von transtec, einem Unternehmen, für das das Internet lediglich ein alltägliches Mittel zum Zweck darstelle. Bei Unternehmen mit Bruttomargen um 20 % sei ein Verhältnis EV/Umsatz von 1,0 gerechtfertigt. Hinzu komme, dass bei transtec aufgrund der Vorreiterrolle im Bereich des paneuropäischen E-Commerce ein Aufschlag durchaus vertretbar sei. Um ein Verhältnis EV/Umsatz von 1,0 zu erreichen, müsse der Kurs bei rund 50 EUR liegen. Bezogen auf den für das Geschäftsjahr 2000 erwarteten Umsatz impliziere dieser Multiplikator einen Kurs von 58 EUR. Wären die Experten bei ihren Schätzungen für das vierte Quartal nicht so vorsichtig, könne ihre Einschätzung durchaus aggressiver ausfallen.

Die Zahlen des vierten Quartals würden für Ende Januar 2000 erwartet. Aufgrund von Budgetbeschränkungen im Vorfeld des Jahrtausendwechsels gehen die Analysten lediglich von einer Umsatzsteigerung um 14 % im vierten Quartal aus, akquisitionsbereinigt bedeute dies einen leichten Rückgang. Trotz niedriger Margen der übernommenen Unternehmen sei eine Steigerung des Jahresüberschusses im Vergleich zum Vorquartal möglich.

1999 habe transtec die Bilanzierung von DM auf EUR umgestellt. Die Bilanzierung erfolge nach dem International Accounting Standard (IAS). Das 1999 verzeichnete Gewinnwachstum relativiere sich dadurch, da das Ergebnis im vorangegangenen Jahr durch die Kosten des Börsengangs geschmälert worden sei. Tatsächlich sei 1999 ein eher schwaches Jahr für transtec gewesen. Der Umsatz im dritten Quartal sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, da zumindest ein wichtiger Kunde seine Bestellungen aufgrund interner Y2K-bestimmungen verschoben habe. Die unvermeidliche Lücke im vierten Quartal sei aufgrund ihres Einmalcharakters nur schwer zu quantifizieren. Durch das Einfrieren der IT-Budgets vieler Unternehmen im Dezember könnten die Einnahmen eines der wichtigsten Monate ausfallen.

Die Experten erwarteten Informationen bezüglich des "virtuellen Lagerhauses", von dem im vergangenen Sommer eine Testversion online gegangen sei. Einen Rückschlag habe transtec erlitten, als der erste Wunschpartner CHS-Electronics Konkurs anmelden musste. Allerdings habe diese Tatsache keine gravierende Folgen, da transtec ohnehin geplant habe, möglichst viele Partner unter Vertrag zu nehmen. Für die Glaubwürdigkeit und das Erreichen der kritischen Masse beim "virtuellen Lagerhaus" wäre es günstig, wenn transtec einen namhaften Partner, wie z.B. Computer 2000 für sich gewinnen könne.








 
 

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