Zucker negative Preisaussichten




12.08.11 10:49
Rohstoff-Report

München (aktiencheck.de AG) - Der Zuckermarkt zeigt alle Anzeichen eines großen Topping-Prozesses, so die Experten von "BörseGo" in ihrem "Rohstoff-Report".

Die Marktteilnehmer am Zuckermarkt (die regulierten Wirtschaftsräume wie Europa einmal ausgenommen) hätten von einer langen Periode mit hohen Durchschnittspreisen profitieren können. Der durchschnittliche Zuckerpreis der vergangenen 200 Tage liege aktuell bei 27,93 Cents und damit 131% höher als Anfang des Jahres 2009. Außerdem liege der Preis auch deutlich über den Produktionskosten, die in Brasilien etwa bei 18 Cents lägen. Auch jene Produzenten, die ihre Produktion ausweiten und sich absichern möchten, könnten dies seit Monaten in der Gewinnzone tun. Zucker für Lieferungen im Oktober 2012 koste 23,18 Cents, Lieferungen im Oktober 2013 würden noch mit 22,11 Cents vergütet.

Nach einer Rally um 56% von 20,40 Cents pro Pound am 6. Mai auf 31,68 Cents am 25. Juli könnten die Preise jetzt wieder bis auf 21 bis 22 Cents fallen. Bedingung für diese Prognose sei ein Schlusskurs beim Zucker unter 26,5 Cents.

Zuletzt notiere Zucker in New York bei 27,5 Cents und damit schon wieder 15,5% unter dem Julihoch. Nach einer desaströsen Ernte in Indien im Erntejahr 2009/10 werde sich der dortige Zuckeranbau das zweite Jahr in Folge deutlich erholen können. Wenn die Ernte gut ausfalle, dann werde Indien sogar Zucker exportieren können. Nach der Dürre im vergangenen Jahr stünden nun die Zeichen offenbar wieder gut für die Ernte in der Region des Schwarzen Meeres, während auch die Ernteprognosen für Thailand nach einer Rekordernte im vergangenen Jahr wieder auf einem hohen Niveau liegen würden. Die neue Ernte müsse vom Markt in den kommenden Wochen aufgenommen werden, was die Preise belasten könnte.

Zunächst hätten Sorgen um die brasilianische Zuckerernte die Zuckernotierungen am 25. Juli auf ein neues Hoch getrieben, das auch das Hoch des aktuellen Oktoberkontraktes dargestellt habe. Dann seien die Preise jedoch wieder schnell abwärts gedreht, was eine Verkaufswelle ausgelöst habe. "Eine solche Umkehr von einem Kontrakthoch läutet oft größere Korrekturen ein", schreibe David Hightower, Rohstoffanalyst in den USA in einer Note. Es setze sich nach und nach die Überzeugung durch, dass es im laufenden Erntejahr 2011/12 weltweit mehr Zucker als Nachfrage geben werde, was helfen könnte, die knappen Lagerbestände wiederaufzufüllen. Die hohen Preise in diesem Jahr würden Landwirte auch im nächsten Jahr dazu animieren, großflächig Zucker anzubauen.

Außerdem seien die Ölpreise gesunken. Der Preis für US-Leichtöl WTI habe seit dem 25.Juli, als der Oktoberkontrakt für Zucker sein Hoch markiert habe, um gut 20 USD korrigiert. Das hemme die Nachfrage nach Zucker zur Ethanolherstellung.

Das Potenzial für eine Fortsetzung der Verkaufswelle sei gegeben. Der Commitment-of-Traders-Report vom 2. August zeige eine Netto-Long-Position von spekulativen Marktteilnehmern von 180,379 Kontrakten. Das sei der höchste Wert seit August 2009.

Anleger, die auf fallende Kurse bei Zucker setzen möchten, müssten Zucker jetzt engmaschig verfolgen. Ein Schlusskurs bei Zucker unter 26,5 Cents würde ein Short-Signal generieren, das einen Rutsch der Preise um 5,5 bis 9 Cents nach sich ziehen würde. Zucker stehe jetzt auf der Beobachtungsliste mit einem negativen Ausblick. Möglicherweise könnte es eine Abstufung auf "short" geben. (Ausgabe 15 vom 11.08.2011) (12.08.2011/ac/a/m)








 
 
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