Zentaris zeichnen




08.06.01 11:20
GoingPublic-Online

Die Börsenkenner von GoingPublic-Online raten die Aktien der Zentaris AG (WKN 594344) zu zeichnen.

Vom 6. bis zum 15. Juni könne man die Aktien der Zentaris AG in einer Spanne von 11 Euro bis 14 Euro zeichnen. Für die Erstnotiz am Neuen Markt sei der 18. Juni vorgesehen. Ausgegeben würden bis zu 9,5 Mio. Aktien. Davon würden 6 Mio. aus einer Kapitalerhöhung stammen, 3,5 Mio. würden von der Muttergesellschaft Degussa zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus könne ein Greenshoe von bis zu 1,425 Mio. Aktien, der ebenfalls aus dem Besitz von Degussa stamme, platziert werden. Neben Dresdner Kleinwort Wasserstein würden HSBC Trinkaus & Burkhardt und die Landesbank Baden-Württemberg den Börsengang begleiten. Der Free Float werde nach Greenshoe-Ausübung bei rund 61 % liegen. Nach dem Börsengang würden voraussichtlich insgesamt 18 Mio. Aktien ausstehen.

Die Zentaris AG aus Frankfurt am Main sei Anfang 2001 aus dem Degussa-Konzern heraus gegründet worden. Das Unternehmen sei als Zusammenschluss aus der ASTA Medica-Tochter EUROPEPTIDES GEIE, der Sofotec GmbH & Co. KG, der MainGEN Biotechnologie GmbH sowie aus Teilen des Forschungsbereiches der ASTA Medica AG entstanden. Zentaris entwickele unter anderem Therapien zur Behandlung von Tumoren. Erforscht würden dabei nicht nur die Wirkstoffe selbst, sondern auch eine für den Patienten möglichst schonende und effiziente Darreichungsform. Dazu gehöre eine selbst entwickelte Inhalations-Technologie und ein spezielles Medikamenten-Depot, das unter der Haut des Patienten platziert werde und so über Monate hinweg den Wirkstoff an den Körper abgeben könne.

Bei der Bekämpfung von Tumoren konzentriere sich Zentaris auf den Einsatz einer bestimmten Wirkstoffgruppe, die LHRH-Antagonisten. Diese Peptide würden den Hormonspiegel im Patienten so regulieren sollen, dass das Tumorwachstum gestoppt werde. Dieser Therapieansatz sei allerdings nicht neu. Viele andere Unternehmen würden bereits ähnliche Wirkstoffe erforschen oder vermarkten. Dieser starke Wettbewerb relativiere die recht großen Marktpotentiale, die das Marktforschungsinstitut SCRIP allein für den Bereich Prostatakrebs auf 2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2002 beziffere. Zentaris verfüge über eine breite Pipeline. Allerdings sei kein Wirkstoff mit echtem Blockbuster-Potential auszumachen. Vielmehr würden viele Projekte auf bereits lange bekannten Technologien basieren.

Die bewährten Therapieansätze würden zwar zum Teil vor unerwarteten Enttäuschungen in der Forschung schützen können, würden aber unverhoffte Erfolge ebenso unwahrscheinlich machen. Leider sei es dem Management nur bedingt gelungen, diese Dualität während der IPO-Pressekonferenz klarzustellen. Chancen für zukünftiges Wachstum könnten sich in der Gentechnik-Sparte ergeben, in der intelligente Methoden zur Krebsbekämpfung erforscht würden. Erste Erfolge dürften aber noch viele Jahre auf sich warten lassen. Bei einer Platzierung am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne wäre Zentaris mit rund 250 Mio. Euro bewertet.

Auch wenn Zentaris kaum zum Highflyer der Biotechnologie am Neuen Markt werden kann, so lohnt sich aufgrund der soliden Positionierung aus Sicht der Experten von GoingPublic-Online doch die Zeichnung der Aktie.








 
 
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