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Weizenmarkt musste deutlich Federn lassen




10.04.08 11:45
Rohstoff-Insider

Berlin (aktiencheck.de AG) - Der Weizenmarkt musste in den vergangenen Handelstagen deutlich Federn lassen, so die Experten von "Rohstoff-Insider".

Gewinnmitnahmen und Befürchtungen über eine höhere Welternte hätten die Kurse regelrecht einbrechen lassen. Das Getreide habe sich von rund 1.300 US-Cents Mitte März auf aktuell weniger als 950 US-Cents verbilligt. Damit habe auch der seit Mai 2007 bestehende Aufwärtstrend aufgegeben werden müssen. Erst an der wichtigen Unterstützung bei 900 US-Cents habe dem Treiben der Bären Einhalt geboten werden können. Seit einigen Tagen würden sich indes die Anzeichen verdichten, dass Weizen den mittelfristigen Aufwärtstrend zurückerobern werde.

Klimaprobleme hätten dem Weizenkurs wieder Leben eingehaucht. Es werde zunehmend realistisch, dass der Winterweizen in den Great Plains (USA) von negativen Witterungseinflüssen betroffen sei. Eine ausgeprägte Trockenphase in den US-Bundesstaaten Oklahoma, Texas und Kansas habe sich voraussichtlich negativ auf das Pflanzenwachstum ausgewirkt. Währenddessen würden die Farmer in Kentucky, Missouri und dem südlichen Illinois mit sintflutartigen Regenfällen kämpfen. Die Dürre im Westen und die überfluteten Felder im Osten könnten die US-Farmer in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Weitere, für den Kurs förderliche, News kämen derweil aus Indien. Am Montag habe das dortige Agrarministerium verlauten lassen, dass sich die Erntemengenerwartungen für das Jahr 2008 auf unverändertem Niveau bei 74,81 Mio. Tonnen bewegen würden. Dies würde einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1 Mio. Tonnen bedeuten. Experten würden damit rechnen, dass auch der indische Weizen infolge von ungewöhnlich starken Regenfällen in den Hauptanbauregionen ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte.

Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen habe sich der Weizenkurs wieder auf ein charttechnisch sehr viel festeres Fundament erholt. Sollte das Getreide nun den schnellen Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 1.000 US-Cents schaffen, stünden im nächsten Schritt die letzten Höchststände bei 1.300 US-Cents auf der Agenda.

Fundamental sehe es momentan wieder deutlich besser für den Weizenpreis aus. Wetterprobleme, auf historischen Tiefstständen notierende Lagerbestände und Exportbeschränkungen wichtiger Weizenexporteure, wie Russland und der Ukraine, dürften Weizen in den kommenden Wochen wieder in den Fokus der Anleger rücken. Die zunehmende Nachfrage aus den Schwellenländern und der steigende Bedarf aus der Ethanolindustrie würden für zusätzliche Kursfantasie sorgen. Auf Sicht von 6 Monaten billige man Weizen ein Kursniveau von 1.500 US-Cents zu. (10.04.2008/ac/a/m)








 
 

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