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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Zwischen Anfang Oktober und Mitte November sah es so aus, als hätte die "Weizen-Hausse" ihr vorläufiges Ende gefunden, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Innerhalb des angesprochenen Zeitraums hätten die Notierungen rund 20 Prozent eingebüßt. Doch die "Bullen" hätten sich so schnell nicht geschlagen gegeben. Zuletzt seien die Kurse sogar kurzfristig in den vierstelligen Bereich gelaufen. Man stelle sich die Frage, was die Gründe für diese bemerkenswerte Renaissance seien und welche Positionierung für die kommenden Monate vielversprechend sei.
Der zweite Teil der "Weizen-Rally" sei gestartet, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium am 25. November bekannt gegeben habe, dass nur 44 Prozent des derzeit heranwachsenden Winter-Weizens mit "good to excellent" bewertet würden. Im Vorjahr seien es zum diesem Zeitpunkt 53 Prozent gewesen. Offenbar hätten die ungünstigen Witterungsverhältnisse in den Hauptanbaugebieten doch erheblich größeren Schaden an den Pflanzen angerichtet, als zunächst vermutet. Zwar bestehe aktuell noch eine gewisse Rest-Wahrscheinlichkeit, dass sich die Pflanzen wieder erholen würden. Allerdings müsse diese bei objektiver Betrachtung als ziemlich gering gewertet werden. Somit müsse mit erkennbar geringeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet werden.
Diesem Umstand habe die Behörde in der Vorwoche Rechnung getragen, indem man die Schätzungen für die 2007/08er Endbestände nochmals von vormals 312 auf jetzt 280 Millionen Scheffel reduziert habe. Das seien die geringsten Übertrags-Vorräte in den vergangenen 60 Jahren. Die Ending Stock to Use Ratio werde für die Vereinigten Staaten bei lediglich 12 Prozent gesehen, was ebenfalls einem Rekordtief entspreche. Selbst in der vergangenen Saison habe dieser Wert noch bei 22 Prozent gelegen.
Nicht viel anders sehe es auf globaler Ebene aus: Hier würden die Experten mit einem Rückgang der Endbestände von 124 auf 110 Millionen Tonnen rechnen. Die Ending Stock to Use Ratio werde auf "magere" 18 Prozent beziffert. Verantwortlich hierfür sei vor allem die momentane Dürre-Periode in Australien. Zur Stunde deute alles darauf hin, dass es in "Down Under" zu einer regelrechten Missernte komme. Aber auch in anderen bedeutenden Anbau-Gebieten erwarte das US-Landwirtschaftsministerium Ertragsrückgänge.
Entsprechend optimistisch zeige man sich hinsichtlich der Entwicklung des US-Weizen-Exports. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2007/08 prognostiziere man einen Anstieg der Ausfuhren um sage und schreibe 279 Prozent gegenüber der vergangenen Saison. Bis dato betrage das Plus jedoch erst 72 Prozent. Wenngleich die Nachfrage aus anderen Staaten angesichts der niedrigeren Erntemengen überdurchschnittlich hoch sein dürfte, halte man den prophezeiten Anstieg der amerikanischen Exporte für zu ambitioniert. Auf dem aktuellen Preis-Niveau sollte einigen Abnehmern die Lust auf das beliebte Getreide vergehen. Insofern wolle man nicht ausschließen, dass es in den kommenden Monaten zu einer leichten Entspannung der derzeit zugegebenermaßen prekären Versorgungslage komme.
Die diesbezügliche Erwartung der Experten gründe sich insbesondere auf eine massive Ausweitung der Anbaufläche für Frühlingsweizen auf der Nordhalbkugel. Bei den gegenwärtigen Notierungen sei das Anpflanzen von Weizen für die Farmer ein hochrentables Geschäft. Sie würden daher mit Sicherheit erheblich mehr Weizen kultivieren als im Vorjahr. Man sehe Weizen als einen der ganz großen Gewinner in dem demnächst anstehenden Kampf ums Ackerland.
Ein bisschen erinnere die momentane Situation an die bei Mais im letzten Jahr: Zu Jahresbeginn seien die Kurse derart hoch gewesen, dass die Anbaufläche um über 20 Prozent ausgeweitet worden sei. Entsprechend hoch seien die Erträge ausgefallen und in der Folgezeit sei es zu extremen Kurs-Rücksetzern gekommen. Die Chancen, dass es bei Weizen im kommenden Jahr ähnlich laufe, erachte man als ziemlich gut.
Aus fundamentaler Sicht könne man mittlerweile ernsthaft über den Aufbau von Short-Positionen nachdenken. Denn das aktuelle Kurs-Niveau werde der oft auch als "einjähriger Rohstoff" bezeichnete Weizen aller Voraussicht nach nicht mehr allzu lange verteidigen können. Spätestens wenn im Februar die ersten Schätzungen in Bezug auf die kommenden Anbauflächen kommuniziert würden, dürften die Notierungen unter verstärkten Abgabedruck geraten. Auf Zwölf-Monats-Sicht könne man sich problemlos Kurse unter 700 US-Cents, bei guten Wetterverhältnissen sogar unter 600 US-Cents vorstellen.
Charttechnisch stelle sich die Situation recht zwiespältig dar: Der Aufwärtstrend seit Sommer sei intakt und auch der MACD generiere nach wie vor ein Kaufsignal. Auf der anderen Seite seien die Notierungen mittlerweile in den Bereich des oberen Bollinger Bandes herangelaufen, woran sich eine fast schon lehrbuchmäßige Korrektur angeschlossen habe. Gegenwärtig notiere März-Weizen im Bereich seines September-Hochs bei gut 952 US-Cents, welches als Unterstützung fungiere. Sollte dieser Support nachhaltig unterschritten werden, dürften Anschlussverkäufe die Kurse schnell unter 900 US-Cents drücken. Gegenwärtig sei es für Short-Engagements wohl noch etwas zu früh. Sobald es diesbezüglich aber klare Signale gebe, sei die "kurze Seite" auf jeden Fall einen Versuch wert. Man rechne in Kürze mit einem entsprechenden Szenario. (21.12.2007/ac/a/m)
Innerhalb des angesprochenen Zeitraums hätten die Notierungen rund 20 Prozent eingebüßt. Doch die "Bullen" hätten sich so schnell nicht geschlagen gegeben. Zuletzt seien die Kurse sogar kurzfristig in den vierstelligen Bereich gelaufen. Man stelle sich die Frage, was die Gründe für diese bemerkenswerte Renaissance seien und welche Positionierung für die kommenden Monate vielversprechend sei.
Der zweite Teil der "Weizen-Rally" sei gestartet, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium am 25. November bekannt gegeben habe, dass nur 44 Prozent des derzeit heranwachsenden Winter-Weizens mit "good to excellent" bewertet würden. Im Vorjahr seien es zum diesem Zeitpunkt 53 Prozent gewesen. Offenbar hätten die ungünstigen Witterungsverhältnisse in den Hauptanbaugebieten doch erheblich größeren Schaden an den Pflanzen angerichtet, als zunächst vermutet. Zwar bestehe aktuell noch eine gewisse Rest-Wahrscheinlichkeit, dass sich die Pflanzen wieder erholen würden. Allerdings müsse diese bei objektiver Betrachtung als ziemlich gering gewertet werden. Somit müsse mit erkennbar geringeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet werden.
Diesem Umstand habe die Behörde in der Vorwoche Rechnung getragen, indem man die Schätzungen für die 2007/08er Endbestände nochmals von vormals 312 auf jetzt 280 Millionen Scheffel reduziert habe. Das seien die geringsten Übertrags-Vorräte in den vergangenen 60 Jahren. Die Ending Stock to Use Ratio werde für die Vereinigten Staaten bei lediglich 12 Prozent gesehen, was ebenfalls einem Rekordtief entspreche. Selbst in der vergangenen Saison habe dieser Wert noch bei 22 Prozent gelegen.
Entsprechend optimistisch zeige man sich hinsichtlich der Entwicklung des US-Weizen-Exports. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2007/08 prognostiziere man einen Anstieg der Ausfuhren um sage und schreibe 279 Prozent gegenüber der vergangenen Saison. Bis dato betrage das Plus jedoch erst 72 Prozent. Wenngleich die Nachfrage aus anderen Staaten angesichts der niedrigeren Erntemengen überdurchschnittlich hoch sein dürfte, halte man den prophezeiten Anstieg der amerikanischen Exporte für zu ambitioniert. Auf dem aktuellen Preis-Niveau sollte einigen Abnehmern die Lust auf das beliebte Getreide vergehen. Insofern wolle man nicht ausschließen, dass es in den kommenden Monaten zu einer leichten Entspannung der derzeit zugegebenermaßen prekären Versorgungslage komme.
Die diesbezügliche Erwartung der Experten gründe sich insbesondere auf eine massive Ausweitung der Anbaufläche für Frühlingsweizen auf der Nordhalbkugel. Bei den gegenwärtigen Notierungen sei das Anpflanzen von Weizen für die Farmer ein hochrentables Geschäft. Sie würden daher mit Sicherheit erheblich mehr Weizen kultivieren als im Vorjahr. Man sehe Weizen als einen der ganz großen Gewinner in dem demnächst anstehenden Kampf ums Ackerland.
Ein bisschen erinnere die momentane Situation an die bei Mais im letzten Jahr: Zu Jahresbeginn seien die Kurse derart hoch gewesen, dass die Anbaufläche um über 20 Prozent ausgeweitet worden sei. Entsprechend hoch seien die Erträge ausgefallen und in der Folgezeit sei es zu extremen Kurs-Rücksetzern gekommen. Die Chancen, dass es bei Weizen im kommenden Jahr ähnlich laufe, erachte man als ziemlich gut.
Aus fundamentaler Sicht könne man mittlerweile ernsthaft über den Aufbau von Short-Positionen nachdenken. Denn das aktuelle Kurs-Niveau werde der oft auch als "einjähriger Rohstoff" bezeichnete Weizen aller Voraussicht nach nicht mehr allzu lange verteidigen können. Spätestens wenn im Februar die ersten Schätzungen in Bezug auf die kommenden Anbauflächen kommuniziert würden, dürften die Notierungen unter verstärkten Abgabedruck geraten. Auf Zwölf-Monats-Sicht könne man sich problemlos Kurse unter 700 US-Cents, bei guten Wetterverhältnissen sogar unter 600 US-Cents vorstellen.
Charttechnisch stelle sich die Situation recht zwiespältig dar: Der Aufwärtstrend seit Sommer sei intakt und auch der MACD generiere nach wie vor ein Kaufsignal. Auf der anderen Seite seien die Notierungen mittlerweile in den Bereich des oberen Bollinger Bandes herangelaufen, woran sich eine fast schon lehrbuchmäßige Korrektur angeschlossen habe. Gegenwärtig notiere März-Weizen im Bereich seines September-Hochs bei gut 952 US-Cents, welches als Unterstützung fungiere. Sollte dieser Support nachhaltig unterschritten werden, dürften Anschlussverkäufe die Kurse schnell unter 900 US-Cents drücken. Gegenwärtig sei es für Short-Engagements wohl noch etwas zu früh. Sobald es diesbezüglich aber klare Signale gebe, sei die "kurze Seite" auf jeden Fall einen Versuch wert. Man rechne in Kürze mit einem entsprechenden Szenario. (21.12.2007/ac/a/m)









