Weitere Suchergebnisse zu "Vossloh AG":
 Aktien    


Vossloh übergewichten




22.11.02 16:32
Frankf. Finance Newsletter

Die Experten von "Frankfurter Finance Newsletter" stufen die Aktie der Vossloh AG (WKN 766710) mit "übergewichten" ein.

Die Vossloh AG sei nach Experten-Überzeugung ein Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Der bedeutendste europäische Zulieferer im Segment Bahntechnologie, die sauerländische Vossloh AG, werde auch in den nächsten Jahren eine kontinuierliche Wachstumsstrategie verfolgen und weiter in ausländischen Märkten expandieren. Dies habe Vorstandschef Burkhard Schuchmann in einem Interview mit dem "Frankfurter Finance Newsletter" gesagt.

Das Wachstum im deutschen Eisenbahnsegment stufe Schuchmann nur noch als moderat ein. Das Konzernwachstum werde in Zukunft verstärkt von Erfolgen aus den Auslandsgeschäften geprägt sein. Der Bahnsektor sei nach Schuchmanns Worten weitgehend konjunkturresistent. Insgesamt wolle man bei Vossloh an der Taktik festhalten, sich auf die Marktführerschaft in Spezialsegmenten zu beschränken, weil man mit Großkonzernen wie Bombardier oder Siemens in der Breite nicht mithalten könne. Als Zielvorgabe des Gewinns pro Aktie für das nächste Jahr habe Schuchmann 3,50 Euro genannt. Dies sei "realistisch". Nach Meinung der Experten scheine dies ebenfalls keineswegs utopisch.

Bereits für das laufende Geschäftsjahr 2002 sei die 3,47 beinahe eine gesicherte Zahl, so dass Schuchmanns Prognose bei anhaltend günstigem Geschäftsverlauf durchaus erreichbar sein könne. Der Vossloh-Konzern (ohne Lichttechnik) habe in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002 einen Umsatz in Höhe von 492,4 Mio. Euro erzielt. Er habe damit um fast 8% über dem vergleichbaren Umsatz des Vorjahres gelegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) habe sich mit 49,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (24,9 Mio. Euro) verdoppelt.

Dabei sei jedoch zu berücksichtigen, dass im Ergebnis auch Erträge aus der Entkonsolidierung der VAE-Gruppe sowie die mit den Transaktionen diesen Jahres insgesamt verbundene Kosten- und Risikovorsorge enthalten seien. Bereinigt um diesen Effekt ergebe sich eine Steigerung des EBIT um fast 38% von 24,9 Mio. Euro auf 34,4 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss per 30. September 2002 habe sich auf 38,9 Mio. Euro gegenüber 8,5 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum belaufen. Hieraus ergebe sich eine Steigerung des Ergebnisses pro Aktie von 0,59 Euro auf 2,86 Euro (Januar bis September).

Überhaupt sei die Vossloh AG hervorragend strategisch aufgestellt. Mit dem taktisch glänzenden Schachzug des Erwerbs der französischen Cogifer Gruppe habe sie sich die eminent wichtige West-Ost Achse Paris-Berlin-Warschau gesichert, die in Zukunft um die Perspektive Moskau erweitert werden könnte. Der lukrative Bau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes in Spanien, die Engagements in Kasachstan und der Türkei und die Bemühungen, im stark wachsenden indischen Verkehrstechnologiemarkt engagiert zu sein, würden von der Intention zeugen, Marktführer im Spezialsegment Bahntechnik weltweit zu werden.

Allerdings müsse auch Schuchmann einräumen, dass die alleinige Fokussierung auf einen Spezialmarkt Risiken birge, zudem er selbst gegenüber dem "Frankfurter Finance Newsletter" die Auffassung vertreten habe, dass die von Staatsbetrieben dominierte deutsche Bahnlandschaft überreguliert sei und die Potenziale im heimischen Markt erst einmal gesättigt seien. Von daher nehme sich seine Überlegung, die bisherige Konzernstrategie zukünftig modifizieren zu wollen, ausgesprochen klug aus. Schuchmann möchte das Tätigkeitsfeld der Vossloh AG auch auf die an das klassische Bahngeschäft angrenzenden Technologiebereiche ausdehnen, wofür der Erwerb der Düsseldorfer Kiepe-Gruppe der erste Beleg sei.

Die Attraktivität der Vossloh-Aktie werde allerdings durch den mit 43,4% sehr niedrigen Free Float getrübt. 34% halte die Familie Vossloh, 11% der Deutsche Herold und 5% die Allianz AG: Schuchmann habe angekündigt, dass sich mit einer Kapitalerhöhung dieses Problem erübrigen würde, doch sei der dafür richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen. Gegenüber dem FFN habe Schuchmann der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass Vossloh auch nach der Neusegmentierung im MDAX verbleiben könne, doch sei dies nicht sicher.

Einziger Negativpunkt: Die aktuelle Ankündigung von Siemens, sich stärker im Bahntechnologiebereich zu engagieren, könnte den Wettbewerbsdruck auf Vossloh erhöhen. Dennoch scheine der Konzern auch für solche Fälle gut aufgestellt zu sein. Möglich sei aus der Sicht der Experten langfristig durchaus eine Übernahme durch Siemens oder Bombardier, was den Kurs in die Höhe treiben könnte.

Die Vossloh Aktie ist gerade nach den Ausführungen des Unternehmenschefs ein klarer Kauf und die Experten von "Frankfurter Finance Newsletter" stufen sie mit "übergewichten" ein. Das Kursziel auf Einjahressicht liege bei 28 Euro.








 
 
hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
71,95 € 73,30 € -1,35 € -1,84% 27.04./19:39
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007667107 766710 95,00 € 65,80 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
71,95 € -1,84%  18:40
München 73,00 € +0,69%  08:00
Hamburg 74,25 € -1,13%  24.04.26
Hannover 74,25 € -1,13%  24.04.26
Düsseldorf 73,05 € -1,62%  09:02
Stuttgart 71,70 € -1,85%  19:31
Xetra 71,65 € -1,85%  17:35
Frankfurt 72,15 € -2,10%  17:20
  = Realtime
Aktien des Tages

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
RSS Feeds




Bitte warten...