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Die Analysten von at-stoxx raten dem spekulativ orientierten Anleger derzeit zu einem Engagement in Aktien des B2B-Wertes VerticalNet (WKN 919020).
Das in Horsham, im Staat Pennsylvania, ansässige Unternehmen sei im Jahr 1995 von Mike McNulty und Mike Hagan gegründet worden. McNulty sei dabei der Visionär gewesen, der bei der Vermarktung von Werbeplatz für die Fachzeitschrift WaterWorld - ein an Ingenieure für Wasser- und Abwasseranlagen gerichtetes Magazin - auf die Idee kam, dass auch im professionellen Bereich Bedarf an einer Community im Internet bestehen könnte, in der dann Ingenieure, Entscheider und Einkaufsverantwortliche untereinander News austauschen und Probleme diskutieren oder in der man Projekte ausschreiben und Produkte anbieten würde. VerticalNet sei dann mit nur einer Internetseite - natürlich WaterOnline genannt - gestartet. Im September 1997 sei mit Mark Walsh ein entscheidender Mann in das Unternehmen eingetreten. Walsh verantworte als chief executiv officer (CEO) die operative Führung des Unternehmens und habe das junge Internet-startup professionalisiert. Ähnlich wie bei Yahoo! hätten sich die eigentlichen Gründer aus dem aktiven Geschäft recht weit zurückgezogen. Walsh sei seit 1986 im "interactiv-services business" in führenden Managementpositionen dabei - erst als Verantwortlicher für den Online-Service bei General Electric, dann als Projektleiter für America Onlines B2B-Sektion AOL-Enterprise. Seine Erfahrungen und Kontakte dürften wesentlich dafür verantwortlich sein, dass VerticalNet heute aus der Masse der B2B-Unternehmen (man schätzt ihre Zahl auf bis zu 1.000 - nur in den Vereinigten Staaten) so deutlich herausrage.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens lasse sich in gewisser Weise mit den allgemein bekannten Internetportalen wie Yahoo!, Excite oder Lycos vergleichen. Allerdings stehe hier nicht die Funktion als Suchmaschine im Vordergrund, sondern vielmehr die Community-Funktion, News, Auktionen, Jobbörsen und natürlich e-business.
VerticalNet bilde dafür branchenspezifische Webseiten. Momentan bestehe die Einteilung aus 10 Sektoren bzw. Branchen, wie zum Beispiel Communications oder Manufacturing & Metals. Auf diese Branchen seien dann die inzwischen 53 einzelnen Communities verteilt. Im Sektor Communications würden sich zum Beispiel die folgenden Einzelseiten befinden: Digital Broadcasting.com, EC Online, Fiber Optics Online, Photonics Online, Premises Networks.com, RF Globalnet und Wireless Design Online.
Jede dieser 53 Communities biete ihren Mitgliedern im wesentlichen die folgenden Leistungsgruppen an:
· Content: redaktionell bearbeitete Nachrichten und Kommentare, einfache
News, Branchenverzeichnisse, Produktinformationen, Jobbörsen usw.
· Community: Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten weltweit, Auswertung
von Messen und anderen Produktpräsentationen
· Commerce: Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen zwischen den
Mitgliedern der Community .
Die Gesellschaft verfüge über drei Umsatzträger: Zum einen erziele sie Einkünfte aus der Vermietung von Werbeflächen. Dies sei vollkommen mit dem Business-Modell von Yahoo! vergleichbar. Zwar sei die Zahl der "Klicks" auf den VerticalNet-Seiten sehr viel geringer als bei den großen Portalen im Consumer-Bereich, jedoch sei die Kundschaft auch unvergleichlich attraktiver. Immerhin würden die jeweiligen Seiten nur von an der konkreten Materie wirklich interessierten Personen überhaupt aufgerufen - es würden sich also so gut wie keine Streuverluste für Werbebotschaften ergeben. Außerdem sei das Publikum oft direkt mit Kaufabsichten unterwegs und handele dann auch mit hohen Volumina. Im dritten Quartal 1999 resultierten 52% der Umsätze aus Werbung. Der Anteil der Werbeeinnahmen am Gesamtumsatz weise dabei eine leicht sinkende Tendenz auf.
Weitere Einnahmen würden sich durch die Einrichtung sogenannter storefronts ergeben. Innerhalb der einzelnen Communities könnten interessierte Firmen einen eigenen Handelsplatz für ihre Produkte einrichten lassen - eben ihren storefront. Bisher seien die storefronts allerdings eher Präsentationsflächen gewesen. Erst seit wenigen Monaten biete VerticalNet ein technologisch aufwendigeres Modell an - das e-Commerce Center. Mit dem e-Commerce-Center ließen sich direkt Transaktionen abwickeln und elektronische Produktkataloge verwalten. VerticalNet erhalte für jeden dieser virtuellen Läden, je nach Ausführung, zwischen 7.000 und 15.000 US $ Jahresmiete. Mit den e-Commerce-Centern wolle man zusätzlich auch Transaktionsgebühren bis zur Höhe von 5% der dort abgewickelten Umsätze realisieren. Am Ende des dritten Quartals seien 2.676 storefronts über VerticalNet verfügbar gewesen. Vorerst sei aber nur ein verschwindend kleiner Anteil auf die neue e-Commerce-Center Technik umgestellt worden, so dass Einnahmen aus Transaktionsgebühren noch keine große Rolle spielten (sie fallen systematisch ohnehin in die nächste Kategorie). Die bereits fällig werdenden Mietzahlungen sorgten gegenwärtig für 39% des Gesamtumsatzes.
Die restlichen 9% des Umsatzes im dritten Quartal resultierten aus dem Bereich e-business. Damit werde deutlich, wie wenig entwickelt dieses Geschäftsfeld bei VerticalNet noch sei. Die Tendenz sei aber eindeutig. Im Vorquartal hätten die e-business-Umsätze erst 5% vom Gesamtumsatz betragen. Damit habe sich deren Gewicht innerhalb dreier Monate und trotz - in absoluten Zahlen gerechnet - kräftig steigender Werbe- und storefront-Erlöse beinahe verdoppelt! Zu den e-business-Umsätzen gehörten insbesondere alle Transaktionsgebühren, daneben auch Einnahmen aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und Serviceleistungen. VerticalNet habe 1999 begonnen, B2B-Auktionen anzubieten. Auch dieser Bereich werde in Zukunft wohl recht erhebliche Umsätze aus Auktionsgebühren generieren können. In ca. zwei oder drei Jahren solle der Bereich e-business für 50% des Gesamtumsatzes der VerticalNet sorgen.
Ein Investment in VerticalNet sei mit erheblichen Risiken behaftet. Das Unternehmen erziele bisher nur geringfügige Umsätze. Im dritten Quartal 1999 seien es gerademal 5,1 Millionen US $ gewesen. Andererseits sei der Ausbau der Plattform mit enormen Kosten verbunden. Allein in den ersten neun Monaten 1999 habe das Unternehmen ca. 22 Millionen US $ verloren - und zwar cashwirksam! Die Verluste dürften auch in den nächsten Quartalen weiterhin schnell steigen, so dass für VerticalNet Finanzspritzen über den Kapitalmarkt von existentieller Bedeutung seien. Entsprechende Verwässerungseffekte für die Aktionäre seien vorprogrammiert. Im September 1999 sei es dem Unternehmen gelungen Anleihen im Wert von 115 Millionen US $ bei privaten Investoren zu platzieren, die im Jahr 2004 in ca. 2,8 Millionen Aktien gewandelt werden könnten. Bei derzeit ca. 35,6 Millionen ausstehenden Papieren sei dies immerhin eine Verwässerung von 8%, nur um den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Und mit Sicherheit werde in diesem Jahr eine weitere (größere) Finanzierungsrunde folgen müssen. Davon abgesehen sei der Markt, in dem sich VerticalNet bewege, sehr hart umkämpft. Es sei nicht sicher, dass die einzelnen Communities des Unternehmens ausreichend viel Liquidität anziehen könnten, um langfristig attraktive Handelsplätze zu werden.
Insbesondere sei es nicht sehr bedeutend, wieviele einzelne Communities von VerticalNet betreut werden. Wesentlich sei vielmehr, wie liquide jede einzelne Community - auch im Verhältnis zu Angeboten spezialisierter Konkurrenten - sei. Ein an seiner speziellen Branche interessierter Einkäufer werde nämlich der Tatsache, dass bei VerticalNet neben seiner Branche noch 50 oder 100 andere Branchen abgebildet seien wenig Beachtung schenken.
Auf der anderen Seite entwickle sich VerticalNet momentan genau in die richtige Richtung. Zwar seien die Umsätze winzig, doch würden sie eine stark steigende Tendenz aufweisen. Das Wachstum betrage zwischen 50% und 80% von einem Quartal zum anderen. Die Rohertragsmarge sei in 1999 von Null auf über 50% gestiegen, so dass langfristig von einem sehr profitablen Geschäft ausgegangen werden könne. Umsätze aus Transaktionsgebühren, mit ihren hohen Bruttomargen, würden erst 2000 wirklich beginnen, eine Rolle zu spielen.
VerticalNet habe durch Akquisitionen und Partnerschaften (zum Beispiel mit PurchasePro oder IBM) seine technologische Basis sehr verbessert und sei mittlerweile in der Lage, ein funktionstüchtiges Transaktionssystem anzubieten. Weiterhin akquiriere man erfolgreiche Nischenanbieter, wie zum Beispiel im November 1999 den weltweit führenden Marktplatz für Elektronikprodukte NECX Exchange. Die Internationalisierung habe ebenfalls begonnen - schon heute würden 40% der "Klicks" aus dem Ausland kommen.
Die Bewertung des Unternehmens spiegele die enormen Hoffnungen und Phantasien der Anleger wieder. Beim gegenwärtigen Kurs von 144 US $ werde VerticalNet mit ca. 5 Milliarden US $ bezahlt. Der Umsatz könnte in diesem Jahr auf 70 bis vielleicht sogar 100 Millionen US $ steigen. Das KUV stelle sich somit, optimistisch gerechnet, auf ca. 50 ein. Im Verhältnis zu den großen Consumer-Werten wie Yahoo! oder EBay mit ihren KUV´s jenseits der 100 erscheine das sicher als geradezu preiswert - zumal der B2B-Sektor wesentlich mehr Potential habe. Andererseits halten die Experten eben die Bewertungen von Yahoo! und EBay für deutlich überzogen. Eine Ertragswertrechnung zeige, dass der jetzige Kurs von VerticalNet im Jahr 2007 einen Umsatz von ca. 3,8 Milliarden US $, weiteres moderates "ewiges" Wachstum, eine hohe Nettomarge von 15% und eine starke und gesicherte Marktposition erfordere. Da der Markt noch am Anfang stehe und schwer überschaubar sei, sei es eher eine Glaubensfrage ob man diese Prämissen als erfüllbar ansehen möchte. Die Analysten halten dies jedenfalls keineswegs für ausgeschlossen und würden die Situation etwa mit der im Consumer-Bereich in den Jahren 1995/1996 vergleichen. Erneut stünden großen Chancen (fairerweise...) hohe Risiken gegenüber.
VerticalNet habe mit der Idee ein transaktionsorientiertes Business-Portal aufzubauen, ein schlüssiges und erfolgreiches Geschäftsmodell etabliert. Das Unternehmen agiere in einem der am schnellsten wachsenden Märkte, nämlich dem internetgestützten Business to Business-Geschäft. VerticalNet könne einen "first mover"-Vorteil verbuchen und verfüge über ein fähiges Management.
Die Gesellschaft wächst schnell und erzielt bereits heute eine hohe Bruttomarge. Gleichzeitig bestehen erhebliche Risiken aufgrund der hohen und weiter wachsenden Nettoverluste, der harten Konkurrenzsituation, des noch nicht präzise evaluierbaren Marktpotentials und der bereits sehr ambitionierten Bewertung. Dem spekulativen Investor empfehlen die Anlagestrategen die Aktie dennoch zum Kauf. Der Depotanteil sollte 3% nicht überschreiten und die Entwicklung des Gesamtmarktes wie des Unternehmens sollte beständig verfolgt werden.
Das in Horsham, im Staat Pennsylvania, ansässige Unternehmen sei im Jahr 1995 von Mike McNulty und Mike Hagan gegründet worden. McNulty sei dabei der Visionär gewesen, der bei der Vermarktung von Werbeplatz für die Fachzeitschrift WaterWorld - ein an Ingenieure für Wasser- und Abwasseranlagen gerichtetes Magazin - auf die Idee kam, dass auch im professionellen Bereich Bedarf an einer Community im Internet bestehen könnte, in der dann Ingenieure, Entscheider und Einkaufsverantwortliche untereinander News austauschen und Probleme diskutieren oder in der man Projekte ausschreiben und Produkte anbieten würde. VerticalNet sei dann mit nur einer Internetseite - natürlich WaterOnline genannt - gestartet. Im September 1997 sei mit Mark Walsh ein entscheidender Mann in das Unternehmen eingetreten. Walsh verantworte als chief executiv officer (CEO) die operative Führung des Unternehmens und habe das junge Internet-startup professionalisiert. Ähnlich wie bei Yahoo! hätten sich die eigentlichen Gründer aus dem aktiven Geschäft recht weit zurückgezogen. Walsh sei seit 1986 im "interactiv-services business" in führenden Managementpositionen dabei - erst als Verantwortlicher für den Online-Service bei General Electric, dann als Projektleiter für America Onlines B2B-Sektion AOL-Enterprise. Seine Erfahrungen und Kontakte dürften wesentlich dafür verantwortlich sein, dass VerticalNet heute aus der Masse der B2B-Unternehmen (man schätzt ihre Zahl auf bis zu 1.000 - nur in den Vereinigten Staaten) so deutlich herausrage.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens lasse sich in gewisser Weise mit den allgemein bekannten Internetportalen wie Yahoo!, Excite oder Lycos vergleichen. Allerdings stehe hier nicht die Funktion als Suchmaschine im Vordergrund, sondern vielmehr die Community-Funktion, News, Auktionen, Jobbörsen und natürlich e-business.
VerticalNet bilde dafür branchenspezifische Webseiten. Momentan bestehe die Einteilung aus 10 Sektoren bzw. Branchen, wie zum Beispiel Communications oder Manufacturing & Metals. Auf diese Branchen seien dann die inzwischen 53 einzelnen Communities verteilt. Im Sektor Communications würden sich zum Beispiel die folgenden Einzelseiten befinden: Digital Broadcasting.com, EC Online, Fiber Optics Online, Photonics Online, Premises Networks.com, RF Globalnet und Wireless Design Online.
Jede dieser 53 Communities biete ihren Mitgliedern im wesentlichen die folgenden Leistungsgruppen an:
· Content: redaktionell bearbeitete Nachrichten und Kommentare, einfache
News, Branchenverzeichnisse, Produktinformationen, Jobbörsen usw.
· Community: Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten weltweit, Auswertung
von Messen und anderen Produktpräsentationen
· Commerce: Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen zwischen den
Mitgliedern der Community .
Die Gesellschaft verfüge über drei Umsatzträger: Zum einen erziele sie Einkünfte aus der Vermietung von Werbeflächen. Dies sei vollkommen mit dem Business-Modell von Yahoo! vergleichbar. Zwar sei die Zahl der "Klicks" auf den VerticalNet-Seiten sehr viel geringer als bei den großen Portalen im Consumer-Bereich, jedoch sei die Kundschaft auch unvergleichlich attraktiver. Immerhin würden die jeweiligen Seiten nur von an der konkreten Materie wirklich interessierten Personen überhaupt aufgerufen - es würden sich also so gut wie keine Streuverluste für Werbebotschaften ergeben. Außerdem sei das Publikum oft direkt mit Kaufabsichten unterwegs und handele dann auch mit hohen Volumina. Im dritten Quartal 1999 resultierten 52% der Umsätze aus Werbung. Der Anteil der Werbeeinnahmen am Gesamtumsatz weise dabei eine leicht sinkende Tendenz auf.
Die restlichen 9% des Umsatzes im dritten Quartal resultierten aus dem Bereich e-business. Damit werde deutlich, wie wenig entwickelt dieses Geschäftsfeld bei VerticalNet noch sei. Die Tendenz sei aber eindeutig. Im Vorquartal hätten die e-business-Umsätze erst 5% vom Gesamtumsatz betragen. Damit habe sich deren Gewicht innerhalb dreier Monate und trotz - in absoluten Zahlen gerechnet - kräftig steigender Werbe- und storefront-Erlöse beinahe verdoppelt! Zu den e-business-Umsätzen gehörten insbesondere alle Transaktionsgebühren, daneben auch Einnahmen aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und Serviceleistungen. VerticalNet habe 1999 begonnen, B2B-Auktionen anzubieten. Auch dieser Bereich werde in Zukunft wohl recht erhebliche Umsätze aus Auktionsgebühren generieren können. In ca. zwei oder drei Jahren solle der Bereich e-business für 50% des Gesamtumsatzes der VerticalNet sorgen.
Ein Investment in VerticalNet sei mit erheblichen Risiken behaftet. Das Unternehmen erziele bisher nur geringfügige Umsätze. Im dritten Quartal 1999 seien es gerademal 5,1 Millionen US $ gewesen. Andererseits sei der Ausbau der Plattform mit enormen Kosten verbunden. Allein in den ersten neun Monaten 1999 habe das Unternehmen ca. 22 Millionen US $ verloren - und zwar cashwirksam! Die Verluste dürften auch in den nächsten Quartalen weiterhin schnell steigen, so dass für VerticalNet Finanzspritzen über den Kapitalmarkt von existentieller Bedeutung seien. Entsprechende Verwässerungseffekte für die Aktionäre seien vorprogrammiert. Im September 1999 sei es dem Unternehmen gelungen Anleihen im Wert von 115 Millionen US $ bei privaten Investoren zu platzieren, die im Jahr 2004 in ca. 2,8 Millionen Aktien gewandelt werden könnten. Bei derzeit ca. 35,6 Millionen ausstehenden Papieren sei dies immerhin eine Verwässerung von 8%, nur um den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Und mit Sicherheit werde in diesem Jahr eine weitere (größere) Finanzierungsrunde folgen müssen. Davon abgesehen sei der Markt, in dem sich VerticalNet bewege, sehr hart umkämpft. Es sei nicht sicher, dass die einzelnen Communities des Unternehmens ausreichend viel Liquidität anziehen könnten, um langfristig attraktive Handelsplätze zu werden.
Insbesondere sei es nicht sehr bedeutend, wieviele einzelne Communities von VerticalNet betreut werden. Wesentlich sei vielmehr, wie liquide jede einzelne Community - auch im Verhältnis zu Angeboten spezialisierter Konkurrenten - sei. Ein an seiner speziellen Branche interessierter Einkäufer werde nämlich der Tatsache, dass bei VerticalNet neben seiner Branche noch 50 oder 100 andere Branchen abgebildet seien wenig Beachtung schenken.
Auf der anderen Seite entwickle sich VerticalNet momentan genau in die richtige Richtung. Zwar seien die Umsätze winzig, doch würden sie eine stark steigende Tendenz aufweisen. Das Wachstum betrage zwischen 50% und 80% von einem Quartal zum anderen. Die Rohertragsmarge sei in 1999 von Null auf über 50% gestiegen, so dass langfristig von einem sehr profitablen Geschäft ausgegangen werden könne. Umsätze aus Transaktionsgebühren, mit ihren hohen Bruttomargen, würden erst 2000 wirklich beginnen, eine Rolle zu spielen.
VerticalNet habe durch Akquisitionen und Partnerschaften (zum Beispiel mit PurchasePro oder IBM) seine technologische Basis sehr verbessert und sei mittlerweile in der Lage, ein funktionstüchtiges Transaktionssystem anzubieten. Weiterhin akquiriere man erfolgreiche Nischenanbieter, wie zum Beispiel im November 1999 den weltweit führenden Marktplatz für Elektronikprodukte NECX Exchange. Die Internationalisierung habe ebenfalls begonnen - schon heute würden 40% der "Klicks" aus dem Ausland kommen.
Die Bewertung des Unternehmens spiegele die enormen Hoffnungen und Phantasien der Anleger wieder. Beim gegenwärtigen Kurs von 144 US $ werde VerticalNet mit ca. 5 Milliarden US $ bezahlt. Der Umsatz könnte in diesem Jahr auf 70 bis vielleicht sogar 100 Millionen US $ steigen. Das KUV stelle sich somit, optimistisch gerechnet, auf ca. 50 ein. Im Verhältnis zu den großen Consumer-Werten wie Yahoo! oder EBay mit ihren KUV´s jenseits der 100 erscheine das sicher als geradezu preiswert - zumal der B2B-Sektor wesentlich mehr Potential habe. Andererseits halten die Experten eben die Bewertungen von Yahoo! und EBay für deutlich überzogen. Eine Ertragswertrechnung zeige, dass der jetzige Kurs von VerticalNet im Jahr 2007 einen Umsatz von ca. 3,8 Milliarden US $, weiteres moderates "ewiges" Wachstum, eine hohe Nettomarge von 15% und eine starke und gesicherte Marktposition erfordere. Da der Markt noch am Anfang stehe und schwer überschaubar sei, sei es eher eine Glaubensfrage ob man diese Prämissen als erfüllbar ansehen möchte. Die Analysten halten dies jedenfalls keineswegs für ausgeschlossen und würden die Situation etwa mit der im Consumer-Bereich in den Jahren 1995/1996 vergleichen. Erneut stünden großen Chancen (fairerweise...) hohe Risiken gegenüber.
VerticalNet habe mit der Idee ein transaktionsorientiertes Business-Portal aufzubauen, ein schlüssiges und erfolgreiches Geschäftsmodell etabliert. Das Unternehmen agiere in einem der am schnellsten wachsenden Märkte, nämlich dem internetgestützten Business to Business-Geschäft. VerticalNet könne einen "first mover"-Vorteil verbuchen und verfüge über ein fähiges Management.
Die Gesellschaft wächst schnell und erzielt bereits heute eine hohe Bruttomarge. Gleichzeitig bestehen erhebliche Risiken aufgrund der hohen und weiter wachsenden Nettoverluste, der harten Konkurrenzsituation, des noch nicht präzise evaluierbaren Marktpotentials und der bereits sehr ambitionierten Bewertung. Dem spekulativen Investor empfehlen die Anlagestrategen die Aktie dennoch zum Kauf. Der Depotanteil sollte 3% nicht überschreiten und die Entwicklung des Gesamtmarktes wie des Unternehmens sollte beständig verfolgt werden.








