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US-Wirtschaft Stimmung hui, Lage pfui




06.04.11 13:31
RZB Österreich

Wien (aktiencheck.de AG) - Der US-amerikanische ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe lag im März bei 61,2 Punkten, so die Analysten der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB Österreich).

Gegenüber dem Mehrjahreshoch von Februar sei das nur ein Minus von 0,2 Punkten. Sein Pendant im Dienstleistungsbereich sei um 2,4 auf 57,3 Punkte gesunken. Die ISM-Indices würden damit weiter eine eindeutige Sprache sprechen: Boom. Das aktuelle Niveau der Indikatoren deute nach wie vor ein Wachstum der US-Wirtschaft von annualisiert 5% bis 6% p.q. an. Allein ein solches Konjunkturtempo sei derzeit völlig außer Reichweite. Im ersten Quartal dürfte sich der Zuwachs der Wirtschaftsleistung sogar auf nur noch annualisiert rund 2% p.q. abgeschwächt haben.

Die Diskrepanz zwischen der Stimmungslage großer US-Firmen und der konjunkturellen Entwicklung bleibe eklatant. Momentan scheinen kleine und mittlere Unternehmen die Konjunktur deutlich besser einzuschätzen als die großen Konzerne, so die Analysten der RZB Österreich. Der entsprechende Stimmungsindikator des NFIB bewege sich trotz der jüngsten Verbesserung immer noch auf äußerst niedrigem Niveau.

Die Beschäftigungsentwicklung in den USA scheint inzwischen auf festen Füßen zu stehen, so die Analysten der RZB Österreich. Im März seien in der Privatwirtschaft den zweiten Monat in Folge netto deutlich über 200 Tsd. neue Jobs geschaffen worden. In den nächsten Monaten dürfte sich dieses Tempo in etwa fortsetzen. Die Arbeitslosenquote sei um 0,1 Prozentpunkt auf 8,8% gesunken. Seit dem Hoch im Oktober 2009 stehe damit bereits ein Rückgang um 1,3 Prozentpunkte.

Die Hinweise auf einen nur verhaltenen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal hätten sich zuletzt weiter verdichtet. So lasse sich anhand der monatlichen Daten zu den persönlichen Konsumausgaben und den Einzelhandelsumsätzen schon sagen, dass der Private Konsum nur noch halb so stark gewachsen sei wie Ende 2010. Außerdem würden die Daten zu den Wohnungsbaubeginnen auf einen Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen hindeuten. Daneben lasse der merkliche Anstieg des Handelsbilanzdefizits im Januar einen stark negativen Wachstumsbeitrag des Außenhandels erwarten.

Vor diesem Hintergrund senke man die Prognose für den Anstieg des realen Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal auf annualisiert knapp über 2% p.q. Im März hätten die Analysten noch mit einem Plus von 2,8 % gerechnet.

Der Druck steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise auf die Verbraucherpreise lasse nicht nach. Im Februar sei der Preisauftrieb mit 0,5% p.m. so stark wie zuletzt im Juni 2009 gewesen. Die Vorjahresrate sei auf 2,1% gestiegen. Da die Kraftstoffpreise im März um weitere 11,5% p.m. gestiegen seien, bleibe der Preisauftrieb stark. Bis Frühsommer werde die Vorjahresrate der Verbraucherpreise auf über 3% klettern. Die Kernrate werde aber noch längere Zeit niedrig bleiben. (Ausgabe April 2011) (06.04.2011/ac/a/m)








 
 

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