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US-Daten stimmten zuversichtlicher




03.04.09 11:40
Weberbank

Berlin (aktiencheck.de AG) - Alle Augen waren dieser Tage auf London gerichtet, wo sich die politischen Führungen der zwanzig größten und wichtigsten Industrienationen zum Krisengipfel trafen, berichten die Analysten der Weberbank.

Im Vorfeld des Gipfels habe es Zweifel gegeben, ob eine Einigung gelingen würde. Briten und Amerikaner hätten nach schnellem Handeln und neuen Konjunkturpaketen gerufen; Deutschland und Frankreich hätten die Neuordnung der Finanzmärkte in den Vordergrund gestellt. Einigkeit habe jedoch hinsichtlich des Bekenntnisses zum freien Welthandel bestanden. Das sei beim letzten Treffen vor vier Monaten auch der Fall gewesen und trotzdem hätten 17 von 20 Nationen in den letzten Monaten protektionistische Maßnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft beschlossen.

Auch 1933 habe es einen Wirtschaftsgipfel in London gegeben, der nach Auswegen aus der damaligen Wirtschaftskrise gesucht habe. Damals sei die Konferenz ohne konkrete Ereignisse aufgelöst worden. Im Nachgang zum damaligen Gipfel hätten sich die Staaten zunehmend abgeschottet, und die Krise habe sich verschlimmert.

Es scheine so, als hätten alle Teilnehmer ihre Lehren aus der Geschichte gezogen, denn die aktuellen Beschlüsse würden überraschend deutlich ausfallen: Die globale Stärkung der Finanzaufsicht und die Bereitstellung von einer Billion Dollar zur Stützung des Welthandels und der Entwicklungsländer seien wichtige Meilensteine für einen Neuanfang.

Die letzten volkswirtschaftlichen Daten aus Amerika hätten die Hoffnung auf eine Bodenbildung der Indikatoren genährt und viele Marktteilnehmer zuversichtlicher gestimmt. In Europa sei hingegen eine weitere Verschlechterung abzulesen gewesen. Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Arbeitslosenzahlen würden eine zunehmend schwierigere Lage der sogenannten Realwirtschaft erkennen lassen.

In den nächsten Monaten sei nach Meinung der Analysten mit einer Fortsetzung des Negativtrends zu rechnen, da der Welthandel dramatisch zurückgegangen sei. Laut einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) drohe im Jahr 2009 eine Schrumpfung des weltweiten Handels um 13%.

Vor allem Deutschland als eine der führenden Exportnationen werde von dieser Entwicklung stark betroffen sein. Das erhöhe den Druck auf die Europäische Zentralbank, noch mehr als bisher zu tun. Mit der gestrigen Senkung der Leitzinsen im Euroraum auf 1,25% werde es also nicht getan sein, und weitere Maßnahmen würden folgen müssen. (03.04.2009/ac/a/m)








 
 

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