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Sämtliche Medien schreiben, die Aktienbörsen steigen, weil der Ölpreis fällt. Das stimmt aber nicht. Die Aktienbörsen steigen seit Montag vor zwei Wochen, der Ölpreis hat jedoch erst vergangenen Freitag seinen Höchstkurs erzielt und fällt erst seit letztem Montag, so die Experten von "iWatch".
Die Wahrheit sei weit weniger leicht zu erklären und enthalte auch keine reißerische Überschrift. Die Experten würden dennoch versuchen, es leicht zu halten: Seit zwei Wochen würden die Aktienbörsen wieder steigen, weil es keine Verkäufer mehr gebe.
Aber so sehe es nun einmal an der Börse aus. In den ersten Augusttagen habe es eine wahre Flut an Hiobsbotschaften gegeben: Die Wirtschaft sei nicht so schnell gewachsen, wie erhofft. Die Arbeitslosenzahlen seien nach oben korrigiert worden. In Irak sei es vermehrt zu Unruhen gekommen. Gleichzeitig schien die Yukos-Affäre kein Ende zu finden und eine Reihe von Unternehmen, insbesondere aus dem Finanzsektor, seien mit schlechten Nachrichten an die Öffentlichkeit gekommen. Nicht zu vergessen, dass die Fed in dieser Phase zum zweiten Mal den Leitzins erhöht habe, obwohl ein Großteil der Investoren aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation lieber weiterhin niedrige Zinsen sehen würde.
So habe man sich mitten im Sommerloch, in einer Phase, in der an der Wallstreet nur die Hälfte der Finanzmarktteilnehmer präsent sei, auf einen Absturz der Börsen vorbereitet und habe seine Aktienbestände verkauft.
Die Entscheidungsträger der Finanzbranche würden sich derzeit am Strand von Long Island sonnen. Aber auch dort gebe es Zeitungen. Inzwischen sei dort sogar Internet erhältlich und aufgeschreckt von den starken Kursverlusten der vergangenen Wochen, hätten sich einige Entscheidungsträger auf den Weg zu einem Internetkaffee gemacht, um die Situation selber zu beurteilen.
"Was nun, wenn Bush in die Trickkiste greift und vor den Präsidentschaftswahlen am 6. November eine Aktienrallye initiiert?", müsse sich der Lakai in Manhattan nun fragen lassen. "Sollen wir wirklich riskieren, diese Rallye völlig zu verpassen?"
Also hätten die Verkäufer aufgehört, zu verkaufen. Die bestehenden Positionen seien beibehalten worden. Shortseller, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, hätten fortan weiteren Abwärtsdruck vermisst und bemerkt, wie die Kurse langsam zu steigen begangen hätten. Umgehend seien die Shortpositionen eingedeckt worden, es seien drei Tage mit heftigen Käufen gefolgt und einem Kursanstieg im NASDAQ von 1.760 auf 1.830 Punkte.
Zu diesem Zeitpunkt sei der Ölpreis noch immer kontinuierlich angestiegen. Erst einen Tag nach dieser Rallye habe er seinen Höchstkurs knapp unter 50 US-Dollar erzielt.
Von seinem Höchstkurs sei der Preis für das Fass Crude Öl seither um über 12% eingebrochen. Nachdem die Aktienbörse selbst bei einem Ölpreis von 49,5 US-Dollar eine Rallye initiiert habe, habe der fallende Ölpreis nunmehr die letzten Weltuntergangstheoretiker zum Schweigen bringen können.
Nachdem also in der Vorwoche bereits ohne besondere Meldungen die Rallye begonnen habe, hätten Meldungen in der letzten Woche dafür gesorgt, dass sie noch nicht beendet worden sei. Dennoch sei es wichtig, zu unterscheiden: Die Rallye finde nicht deswegen statt, weil Anleger wieder Aktien kaufen, sondern in erster Linie nur deswegen, weil es keine Verkäufer mehr gebe und Short positionierte Trader ihre Positionen eindecken würden.
Um Anleger zu überzeugen, wieder ihr Vermögen in Aktien umzulenken, bedürfe es noch einiger weiterer Meldungen, wie beispielsweise, dass das Ende der Zinssteigerungsrunde der Fed erreicht worden sei oder dass die Gewinne der Unternehmen so stark gestiegen seien, dass die KGVs auf ein vernünftiges Maß geschrumpft seien oder dass der S&P 500 seine im Juli nach unten durchbrochene 200-Tages-Durchschnittslinie wieder nach oben durchbrochen habe. Aber diese Meldungen würden noch ein paar Monate auf sich warten lassen.
Somit müsse man sich, unabhängig von diesen Indikatoren, einen Reim darauf machen, wie weit diese Rallye tragen könne. Wenn man die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away" - Verkaufe im Mai und kehre der Börse den Rücken - betrachte, so zeige sich wieder einmal, wie zutreffend diese Weisheit sei. Nach dem Labor Day am Montag, dem 6. September, werde die Finanzwelt wieder vollzählig in Manhattans Financial District antreten. Bis dahin befinde sich der Markt noch im Sommerloch, in der Phase, in der zwar heftige Schwankungen stattfänden, jedoch nur selten ein neuer Trend gefunden werde.
Derzeit notiere der S&P 500 knapp über 1.100 Punkten, genau das Niveau, welches er vor dem Sommerloch bereits gehabt habe. Der NASDAQ brauche noch ein paar Pünktchen, um die 1.900 Punkte des vergangenen Mai wieder zu erreichen. Der Dow Jones hingegen notiere sogar leicht über dem damaligen Niveau.
Interessant sei die Entwicklung des Goldpreises in den letzten Wochen: Die Konsolidierung des Frühjahres sei beendet worden und aus dem Abwärtstrend sei mit einer kräftigen Rallye von 390 US-Dollar je Feinunze bis auf 410 US-Dollar nach oben ausgebrochen. Es könnte nun eine Erholung bis auf 400 US-Dollar folgen, bevor ein weiterer Aufwärtsschub erfolgen könnte.
Im Rahmen der Börsenerholung sei auch der US-Dollar plötzlich wieder erstarkt. 2,4% habe der Greenback in der abgelaufenen Woche gegenüber dem Euro zugelegt.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Die Wahrheit sei weit weniger leicht zu erklären und enthalte auch keine reißerische Überschrift. Die Experten würden dennoch versuchen, es leicht zu halten: Seit zwei Wochen würden die Aktienbörsen wieder steigen, weil es keine Verkäufer mehr gebe.
Aber so sehe es nun einmal an der Börse aus. In den ersten Augusttagen habe es eine wahre Flut an Hiobsbotschaften gegeben: Die Wirtschaft sei nicht so schnell gewachsen, wie erhofft. Die Arbeitslosenzahlen seien nach oben korrigiert worden. In Irak sei es vermehrt zu Unruhen gekommen. Gleichzeitig schien die Yukos-Affäre kein Ende zu finden und eine Reihe von Unternehmen, insbesondere aus dem Finanzsektor, seien mit schlechten Nachrichten an die Öffentlichkeit gekommen. Nicht zu vergessen, dass die Fed in dieser Phase zum zweiten Mal den Leitzins erhöht habe, obwohl ein Großteil der Investoren aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation lieber weiterhin niedrige Zinsen sehen würde.
So habe man sich mitten im Sommerloch, in einer Phase, in der an der Wallstreet nur die Hälfte der Finanzmarktteilnehmer präsent sei, auf einen Absturz der Börsen vorbereitet und habe seine Aktienbestände verkauft.
Die Entscheidungsträger der Finanzbranche würden sich derzeit am Strand von Long Island sonnen. Aber auch dort gebe es Zeitungen. Inzwischen sei dort sogar Internet erhältlich und aufgeschreckt von den starken Kursverlusten der vergangenen Wochen, hätten sich einige Entscheidungsträger auf den Weg zu einem Internetkaffee gemacht, um die Situation selber zu beurteilen.
"Was nun, wenn Bush in die Trickkiste greift und vor den Präsidentschaftswahlen am 6. November eine Aktienrallye initiiert?", müsse sich der Lakai in Manhattan nun fragen lassen. "Sollen wir wirklich riskieren, diese Rallye völlig zu verpassen?"
Also hätten die Verkäufer aufgehört, zu verkaufen. Die bestehenden Positionen seien beibehalten worden. Shortseller, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, hätten fortan weiteren Abwärtsdruck vermisst und bemerkt, wie die Kurse langsam zu steigen begangen hätten. Umgehend seien die Shortpositionen eingedeckt worden, es seien drei Tage mit heftigen Käufen gefolgt und einem Kursanstieg im NASDAQ von 1.760 auf 1.830 Punkte.
Von seinem Höchstkurs sei der Preis für das Fass Crude Öl seither um über 12% eingebrochen. Nachdem die Aktienbörse selbst bei einem Ölpreis von 49,5 US-Dollar eine Rallye initiiert habe, habe der fallende Ölpreis nunmehr die letzten Weltuntergangstheoretiker zum Schweigen bringen können.
Nachdem also in der Vorwoche bereits ohne besondere Meldungen die Rallye begonnen habe, hätten Meldungen in der letzten Woche dafür gesorgt, dass sie noch nicht beendet worden sei. Dennoch sei es wichtig, zu unterscheiden: Die Rallye finde nicht deswegen statt, weil Anleger wieder Aktien kaufen, sondern in erster Linie nur deswegen, weil es keine Verkäufer mehr gebe und Short positionierte Trader ihre Positionen eindecken würden.
Um Anleger zu überzeugen, wieder ihr Vermögen in Aktien umzulenken, bedürfe es noch einiger weiterer Meldungen, wie beispielsweise, dass das Ende der Zinssteigerungsrunde der Fed erreicht worden sei oder dass die Gewinne der Unternehmen so stark gestiegen seien, dass die KGVs auf ein vernünftiges Maß geschrumpft seien oder dass der S&P 500 seine im Juli nach unten durchbrochene 200-Tages-Durchschnittslinie wieder nach oben durchbrochen habe. Aber diese Meldungen würden noch ein paar Monate auf sich warten lassen.
Somit müsse man sich, unabhängig von diesen Indikatoren, einen Reim darauf machen, wie weit diese Rallye tragen könne. Wenn man die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away" - Verkaufe im Mai und kehre der Börse den Rücken - betrachte, so zeige sich wieder einmal, wie zutreffend diese Weisheit sei. Nach dem Labor Day am Montag, dem 6. September, werde die Finanzwelt wieder vollzählig in Manhattans Financial District antreten. Bis dahin befinde sich der Markt noch im Sommerloch, in der Phase, in der zwar heftige Schwankungen stattfänden, jedoch nur selten ein neuer Trend gefunden werde.
Derzeit notiere der S&P 500 knapp über 1.100 Punkten, genau das Niveau, welches er vor dem Sommerloch bereits gehabt habe. Der NASDAQ brauche noch ein paar Pünktchen, um die 1.900 Punkte des vergangenen Mai wieder zu erreichen. Der Dow Jones hingegen notiere sogar leicht über dem damaligen Niveau.
Interessant sei die Entwicklung des Goldpreises in den letzten Wochen: Die Konsolidierung des Frühjahres sei beendet worden und aus dem Abwärtstrend sei mit einer kräftigen Rallye von 390 US-Dollar je Feinunze bis auf 410 US-Dollar nach oben ausgebrochen. Es könnte nun eine Erholung bis auf 400 US-Dollar folgen, bevor ein weiterer Aufwärtsschub erfolgen könnte.
Im Rahmen der Börsenerholung sei auch der US-Dollar plötzlich wieder erstarkt. 2,4% habe der Greenback in der abgelaufenen Woche gegenüber dem Euro zugelegt.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.










