Sun Microsystems schwieriges Umfeld




22.04.02 17:01
Investor-Village

Den Analysten von "Investor-Village" zufolge bleibt das Umfeld für Sun Microsystems-Aktien (WKN 871111) schwierig.

Sun Microsystems sei ein führender Anbieter von Produkten, Technologien und Dienstleistungen für das Internet. Zur Angebotspalette würden UNIX Server, Workstations sowie Software gehören.

Am vergangenen Freitag habe Sun Microsystems die Zahlen für das 3. Quartal 2002 (Geschäftsjahresende: 30.06.) veröffentlicht. Die Bilanz: Stagnierender Umsatz, verringerter Verlust. Im nächsten Quartal solle alles - wie immer - besser werden. Sun nehme einen neuen Anlauf, habe sich die Latte allerdings nicht allzu hoch gelegt.

Noch immer verharre der Konzern in der Verlustzone, habe das Minus gegenüber dem vorhergehenden Quartal aber reduzieren können. Der Nettoverlust habe sich auf 37 Millionen US-Dollar belaufen. Im 2. Quartal seien es noch -431 Millionen US-Dollar gewesen. Positiv: Das operative Geschäft habe Sun wieder Cash gebracht. Dies habe das Unternehmen in den zurückliegenden 3 Monaten zum Rückkauf weiterer eigener Anteile im Volumen von 100 Millionen US-Dollar genutzt.

Der Umsatz habe auf dem niedrigen Niveau des 2. Quartals bei 3,1 Milliarden US-Dollar stagniert. Zum Vergleich: im entsprechenden Vorjahresquartal seien noch 4,1 Milliarden US-Dollar umgesetzt worden, im Gesamtjahr 2001 sogar 18,25 Milliarden US-Dollar. Von diesen Größenordnungen sei der Konzern jetzt weit entfernt.

Wie immer verbreite Sun auch diesmal für das aktuelle Quartal Optimismus: Es würden leicht verbesserte Umsätze und die Rückkehr in die Gewinnzone prognostiziert. Um dieses Ziel zu erreichen, wolle das Unternehmen weiter in die Produktentwicklung und seine Kernkompetenzen investieren. Außerdem sollen in den anstehenden 6-9 Monaten nochmals 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Der Tritt auf die Kostenbremse solle auch helfen, die Bruttomarge weiter zu verbessern. Dies sei auch dringend erforderlich: Laut Aussage des Konzern habe sie im 3. Quartal bei etwas mehr als 40% gelegen. Zwischen 1997 und 2000 habe Sun eine Bruttomarge zwischen 50% und 52% erzielt. Im Geschäftsjahr 2001 sei sie auf 45% gesunken gewesen.

Sun plane erhöhte Marketingausgaben. "We make the Net work" (übersetzt etwa: Wir bringen Computernetzwerke zum Laufen) sei der neue Werbeslogan. Er solle die Tradition des früheren Slogans "The Network Is The Computer" (Das Netzwerk ist der Comupter) fortsetzen, aber das Unternehmen Sun Microsystems mehr in den Vordergrund stellen.

Das Umfeld bleibe dennoch schwierig - nicht nur für Sun, sondern für die gesamte Computerindustrie. So habe Microsoft-Finanzchef John Connors bei der Präsentation der eigenen Quartalszahlen die Erwartungen für das künftige Niveau der IT-Unternehmensausgaben als "recht bescheiden" beurteilt. Compaq Computer habe im abgelaufenen Quartal zwar einen kleinen Gewinn von 44 Millionen US-Dollar verbuchen können, habe aber andererseits einen Umsatzeinbruch von 16% auf 7,7 Milliarden US-Dollar hinnehmen müssen. Noch schlimmer sei das Quartal für Gateway verlaufen: Umsatzrückgang um 51% von 2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf nur noch 992,2 Millionen US-Dollar und ein Verlust von 123 Millionen US-Dollar.

Dennoch darf man optimistisch sein, dass Sun seine eigenen Vorgaben erreicht, so die Analysten von "Investor-Village". Dafür spreche zum einen die Tendenz gegenüber dem Vorquartal und zum anderen die nicht allzuhoch gelegte Messlatte, die obendrein noch Interpretationsspielraum biete. Schließlich beginne die Gewinnzone bei 0 und sei nach oben hin offen.








 
 
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