Stinnes akkumulieren




15.05.02 15:22
ABN Amro

Die Analysten von ABN Amro bleiben auch nach Bekanntgabe der Ergebnisse des 1. Quartals 2002 bei ihrer Empfehlung, Aktien des deutschen Logistikunternehmens Stinnes (WKN 726430) zu akkumulieren.

Die von Stinnes bekanntgegeben Zahlen hätten die Erwartungen der Analysten knapp verfehlt. So sei der Umsatz von Stinnes im Jahresvergleich um 8,4% auf 2.927 Mio. EUR zurückgegangen, um 4,8% weniger als von den Analysten veranschlagt. Das EBIT habe sich sogar um 9,1% auf 71,2 Mio. EUR verringert, um 8,3% unter der Schätzung der Analysten.

Die Transportsparte habe auf organischer Grundlage ihr Umsatzniveau beibehalten, habe aber durch die Ausgliederung der Umsätze von Raillog um 3,4% geringere Umsätze ausgewiesen. Dennoch sei auf Grund des starken Luft- und Seefrachtgeschäftes das EBIT um 4,3% gestiegen. Während der Geschäftsverlauf in der Sparte Chemikalien schwach gewesen sei, hätten sich niedrigere Einkaufspreise positiv auf die Margen ausgewirkt. So sei der Umsatz zwar um 7,7% gesunken, das EBIT sei aber mit einem Rückgang um 1,2% fast unverändert geblieben.

Der Umsatz in der Materialiensparte sei mit -29% wesentlich geringer ausgefallen als erwartet. Dadurch sei das EBIT im Vergleich zum Vorjahr um 69,4% abgestürzt. Allerdings habe das Geschäft zirka das Niveau des bereits schwachen 4. Quartals halten können. Stinnes rechne daher für die Zukunft eher mit einem Anstieg als mit einem weiteren Absinken.

Von Seiten der Zentrale sei das Konzern-EBIT zusätzlich durch Rückstellungen in Höhe von 4,9 Mio. EUR für das Aktienoptionsprogramm belastet worden, während im Jahr davor Rückstellungen in Höhe von 2,6 Mio. EUR aufgelöst hätten werden können. Hauptverantwortlich dafür sei die gute Kursentwicklung von Stinnes im heurigen Jahr im Vergleich zum MDAX gewesen. Stinnes habe zusätzlich ausgesagt, dass das Unternehmen im 2. Quartal 16 Mio. EUR zurückstellen müsste, sollte der Kurs der Aktie auf dem derzeitigen Niveau bleiben.

Zugleich habe Stinnes aber bekräftigt, an seinem Jahresziel einer 9%igen Steigerung des EBIT festhalten zu wollen. Die Analysten gehen aber derzeit nur von einer EBIT-Verbesserung um 5,6% aus. Dies sollte ihrer Meinung nach möglich sein, sollte sich die Wirtschaft im laufenden Jahr etwas erholen.

Stinnes habe auch erwähnt, dass die Vorbereitungen für einen Verkauf der Beteiligung an E.ON fast abgeschlossen seien, dass aber immer noch alle Möglichkeiten für ein öffentliches Angebot oder einen Direktverkauf offen stünden. Nach Meinung der Analysten dürfte vor allem dieser Verkaufsprozess und nicht die Ergebnisse des laufenden Jahres den aktuellen Kursverlauf beeinflussen.

Die Analysten von ABN Amro bleiben jedenfalls bei ihrer Empfehlung "akkumulieren" für Aktien von Stinnes.








 
 
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