Software AG halten




08.03.02 14:05
Consors Capital

Die Analysten von Consors Capital stufen die Aktie der Software AG (WKN 724264) von "kaufen" auf "halten" herab.

Die Software AG habe in den letzten Tagen einige wesentliche Veröffentlichungen zur letztjährigen und zur aktuellen Geschäftsentwicklung (Bilanzpressekonferenz, Wechsel des Finanzvorstandes, Umsatz- u. Gewinnwarnung) getätigt.

Rückblickend auf das Jahr 2001 habe es im Vergleich zu den bereits am 31.01.2002 publizierten Informationen keine Veränderungen gegeben. Der Umsatz sei auch akquisitionsbedingt auf 588,5 Mio. Euro (+41,2%) gestiegen, das EBITDA habe 121,1 Mio. Euro (+6,2%) betragen. Dies entspreche einer EBITDA-Marge von 20,6%.

Der Wechsel des Finanzvorstandes durch das Ausscheiden von Herrn Dawedeit und die Übernahme dieser Position von Herrn Zinnhardt habe die Analysten auch überrascht. Dieser Wechsel werde aus persönlichen Gründen zum 30.04.2002 vollzogen. Die Gesellschaft habe bekräftigt, dass dies der einzige Grund sei und kein Zusammenhang zur nahezu gleichzeitigen Bekanntgabe der Umsatz- und Gewinnwarnung bestehe.

Die gravierendste Veröffentlichung sei die Reduzierung von Umsatz- und EBITDA-Zielen des ersten Quartals 2002 gewesen. Anstelle eines Umsatzwachstums von 3% bis 5% werde jetzt ein maximal auf Vorjahresniveau von 128,4 Mio. Euro liegender Umsatz erwartet. In Folge dessen werde auch die Erwartung für die EBITDA-Marge des 1. Quartals von 12% bis 14% auf 7% bis 9% reduziert.

Diese Warnung basiere auf der Summe der weltweiten Prognosen der Vertriebsmitarbeiter zum Monatsende und habe sowohl die Unternehmensführung wie auch die Analysten überrascht. Die Gründe für diese negative Entwicklung seien: 1. schwächere Marktentwicklung allgemein. 2. einige Großprojekte hätten nicht endgültig abgeschlossen werden können und seien in das 2. Quartal verschoben worden. 3. Neuausrichtung der Vertriebseinheiten auf die 4 Kundensegmente: Neukunden, Strategische Partner, Bestandskunden, Indirekter Vertrieb.

Genauere Aussagen inwieweit bestimmte einzelne Produkte von einer Auftragsverschiebung betroffen seien oder welcher dieser drei Gründe den höchsten Einfluss habe, müsse die Geschäftsführung erst noch prüfen. Negativ sei dabei ebenfalls der Fakt, dass von dieser schwächeren Nachfrage alle Regionen betroffen seien. Für größere Maßnahmen zur Kosteneinsparung sei es in diesem Quartal zu spät. Man plane ab sofort ein Kosteneinsparprogramm, wobei man sich auf die Bereiche Service (ca. 700 Mitarbeiter seien dort projektbezogen aber nicht fest abgestellt) und Verwaltung und Administration konzentriere. Die Umstrukturierung der Salesorganisation sollte jetzt aber weitestgehend abgeschlossen sein.

Aktuell habe man ca. 30% der neuen Lizenzumsatzerwartung realisiert und somit müssten in dem sicherlich stärksten Monat dennoch 70% der margenstarken Umsätze realisiert werden. Dies stelle immer noch ein Risiko dar. In den Bereichen Wartung und Service sei die aktuelle Situation besser und die Analysten gingen von der Einhaltung der aktuellen Prognose aus.

Generell sehe die Auftragssituation für die Software AG wie bereits im vierten Quartal 2001 auch im ersten und zweiten Quartal 2002 schwierig aus. Einzelne Produktgruppen hätten bisher noch nicht in gewünschten Maße lizenziert werden können. Diese Entwicklung werde sich zumindest im laufenden Jahr noch nicht wesentlich verbessern.

Dennoch verfüge die Software AG aktuell über liquide Mittel von ca. 40 Mio. Euro und erwirtschafte einem positiven operativen Cashflow.

Aus Sicht der Analysten sei aktuell die Erzielung eines Umsatzwachstums im Gesamtjahr von bis zu 10% und eine EBITDA-Marge von ca. 20% nicht mehr möglich.

Auf der Basis des DCF-Modelis hätten die Analysten jetzt eine fairen Aktienkurs von 32,34 Euro ermittelt. Insgesamt stufe man die Aktie der Software AG auf "halten" herab, da noch keine ausreichenden, detaillierten Gründe für die Prognosenreduzierung hätten gegeben werden können. Ebenfalls bleibe abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen innerhalb weniger Monate zur Verbesserung der Absatzprobleme eingeleitet würden. Die Gesellschaft werde diese Details erst am 24.04.2002 mit der Veröffentlichung des Quartalsberichtes bekannt geben. Bis dahin sehe man beim aktuellen Kurs Chancen und Risiken als ausgeglichen an.

Somit stufen die Analysten von Consors Capital die Aktie der Software AG von "kaufen" auf "halten" zurück.








 
 
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