Softship nicht zeichnen




18.06.01 17:43
Independent Research

Die Analysten von Independent Research raten Investoren die Aktie von Softship (WKN 575830) nicht zu zeichnen.

Softship entwickele und vertreibe an Reeder und Schifffahrtsagenturen Softwarelösungen für Logistikprozesse in der Linienschifffahrt. Softship sei 1989 gegründet worden und habe neben seinem Stammsitz Hamburg eine Niederlassung in Singapur, sowie eigene Agenturen in Benelux, Dänemark und Brasilien. Das Unternehmen beschäftige weltweit 48 Mitarbeiter. Die Niederlassungen würden Vertriebs- und Supportaufgaben übernehmen. Die Dependance in Singapur sei auch bei wesentlichen Programmier- und Entwicklungsarbeiten tätig. Softship nutze auf diese Weise hochqualifizierte Softwareentwickler zu günstigeren Konditionen als zum Beispiel in Europa.

Im Geschäftsjahr 2000 habe Softship einen Umsatz von 3,2 (2,9) Millionen Euro erzielt. Das EBIT habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 147.170 (359.469) Euro betragen. In 2000 hätte ein Jahresüberschuss von 66.435 (177.891) Euro erwirtschaftet werden können. Die Entwicklung in 2001 liege im Rahmen der für den Börsengang publizierten Planzahlen. Der Umsatz habe sich in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2001 auf 1,1 Millionen Euro belaufen. Das EBIT hätte dabei 52.400 Euro betragen. Das erste Quartal sei im Vergleich zur Gesamtleistung des Jahres generell schwach. Das vierte Quartal mache demgegenüber rund 35% der Gesamtjahresumsätze aus.

Ab 2001 rechne Softship mit jährlichen Wachstumsraten von 40%. Der Umsatz solle in 2001 auf 4,0 Millionen Euro und das EBIT auf 0,5 Millionen Euro gesteigert werden. Bis 2004 wolle das Unternehmen einen Umsatz von 24,0 Millionen Euro und ein EBIT von 7,5 Millionen Euro erreichen.

Softship sei ein kleiner Nischenanbieter mit einer Software in einem fragmentierten Markt. Mit einer künftigen Marktkapitalisierung von rund 10,0 Millionen Euro sei die Aktie für institutionelle Investoren zu klein. Mit einem KGV von rund 18 auf Basis 2002e sei der Titel zudem ambitioniert bewertet. Die Planzahlen für 2001 und 2002 seien dennoch erreichbar und man glaube an die unternehmerischen Fähigkeiten der Vorstände. Allerdings würden die Planzahlen für 2003 und 2004 mit EBIT-Margen von bis zu 30% schwer erreichbar erscheinen Das Unternehmen hätte in 2000 eine EBIT-Marge von 4,6% erzielt und würde in 2001 eine Marge von 12% erwarten.

Der Markt für Schifffahrtslogistiksoftware erscheine regional stark fragmentiert und werde von vielen Anbietern bedient. In dieser polypolistischen Marktsituation liege aber auch für Softship die Möglichkeit, neue Kunden und Outsourcing-Verträge zu generieren. Da 85% des Emissionserlöses in die Weiterentwicklung der Software fließen solle, würden nur 15% der durch den Börsengang eingenommenen Mittel für den Aufbau von weltweiten Vertriebsstrukturen verwendet.

Der Vertrieb und die Akquisition neuer Softwarekunden sei aber eine sehr kostenintensive Investition in der Softwarebranche.

Die Experten von Independent Research würden vor allem wegen der Grösse der Emission, der hohen Investitionen in die Weiterentwicklung der Software, beschränkter Vertriebskapazitäten sowie der ungewissen Marktpositionierung von Softship für “nicht zeichnen“ votieren.








 
 
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