SinnerSchrader beobachten




10.08.01 09:53
Bluebull

Die Börsenkenner von Bluebull raten die Aktien von SinnerSchrader (WKN 514190) zu beobachten.

SinnerSchrader sei ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen im Bereich eCommerce. Unter anderem berate man die Kunden beim Aufbau des Geschäftsmodells, übernehme das Design der Seite und den Betrieb des Internet-Auftritts. Kunden seien unter anderem die Deutsche Bank, Tchibo, der OTTO Versand und Europcar. In Zeiten, da viele Unternehmen auf der Strecke bleiben würden und frische Kapitalquellen so selten wie in der Wüste seien, habe SinnerSchrader noch rund 55,9 Mio. DM auf der hohen Kante. Dem würden relativ überschaubare Verbindlichkeiten gegenüberstehen.

Habe sich SinnerSchrader in den Zeiten der Übertreibung, in Relation zu manchen Konkurrenten relativ diszipliniert gezeigt, habe man sich mit der recht teueren Übernahme von Netmatic nicht zurückhalten können. Zwar habe der CFO Thomas Dyckhoff den Experten gegenüber argumentiert, dass die Hälfte des Kaufpreises erst jetzt in Aktien zu zahlen sei, was billiger ausfalle als ursprünglich geplant und jetzt durch die bereits im Quartalsbericht erfasste pro forma Kapitalerhöhung (was den Verlust pro Aktie ein wenig verwässere) bereits geschehen sei. Unter dem Strich jedoch sei Netmatic ein teueres Abenteuer. So werde Netmatic noch auf Jahre hinaus das SinnerSchrader-Finanzergebnis durch Goodwillabschreibungen belasten. Unter Berücksichtigung des Eigenkapitals der Netmatic-Gruppe am 31. Dezember 2000 von 1,8 Mio. DM und unter Abzug der Beteiligung der Netmatic-Mitarbeiter an dem Verkauf durch Schaffung eines spezifischen Optionsprogramms habe sich ein Goodwill von rund 33,8 Mio. DM errechnet, der maximal über fünf Jahre abgeschrieben werde.

SinnerSchrader wolle noch dieses Jahr zurück in die Gewinnzone. Thomas Dyckhoff zeige sich optimistisch. Nach Meinung der Börsenkenner sehe es jedoch nicht danach aus, als ob die Trendwende im Markt und dann bei SinnerSchrader schon in diesem Jahr komme. In den letzten neun Monaten jedenfalls sei ein doch recht sattes negatives EBIT von 6,2 Mio. DM erzielt worden. Zusätzlich sei man jedoch von Wertberichtigungen auf Forderungen belastet worden, da z.B. der Kunde Management Data in die Insolvenz gegangen sei. Nun zeige man sich jedoch zuversichtlich, dass keine weiteren Wertberichtigungen auf das Unternehmen zukommen würden. Sehe man sich den Posten ausstehende Forderungen in der Bilanz an, sei hier tatsächlich relativ wenig Raum für negative Überraschungen.

Nach Ausgabe der neuen Aktien im Zuge der Netmatic-Übernahme gebe es nun rund 11,5 Mio. SinnerSchrader Aktien, was bei einem Kurs von drei Euro eine Marktkapitalisierung von 34,5 Mio. Euro bedeute. Gleichzeitig besitze SinnerSchrader noch rund 28,5 Mio. Euro Cash, in den ersten neun Monaten seien ca. 15 Mio. Euro Umsätze erzielt worden. Ein Problem sei natürlich, dass trotz des Versuches, noch in diesem Jahr eine "schwarze Null" zu erzielen, die Agentur unterm Strich aktuell keine Gewinne erwirtschafte, sprich das Cash allmählich weniger werde. Jeder der darauf setze, dass sich die Marktlage im Bereich der Agenturen wieder entspanne, sollte auf SinnerSchrader setzen. Generell sei SinnerSchrader beobachtenswert, da gut positioniert und finanziell gut abgesichert.

Die Experten von Bluebull raten jedoch noch abzuwarten, inwieweit SinnerSchrader von der jetzigen Konsolidierung profitieren kann und ob tatsächlich eine Belebung im Markt einsetzt.








 
 
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