"Sandy" senkt Benzinnachfrage




09.11.12 13:46
LB Baden-Württemberg

Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Die Ölpreise diesseits und jenseits des Atlantiks gaben in der vergangenen Woche erneut nach, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

Der Fokus habe zuletzt jedoch vermehrt auf der amerikanischen Seite gelegen: Neben der Präsidentschaftswahl hätten die Ölmärkte die Auswirkungen des Sturms Sandy beäugt. Die Volatilität von WTI und Brent sei entsprechend hoch gewesen: Kräftigen Preiszuwächsen (Mo, Di) sei die Ernüchterung gefolgt.

Nach der US-Wahl hätten sich die Marktteilnehmer vor allem um das Thema "Fiscal Cliff" gesorgt, da die Machtverhältnisse zwischen demokratischem Senat und republikanischem Repräsentantenhaus weiter Bestand hätten. Könnten sich Demokraten und Republikaner bis zum Jahresende nicht auf ein Sparprogramm einigen, würden zum Jahreswechsel z.B. automatische Ausgabenkürzungen eintreten. Mit dem Sturz über die so genannte Fiskalklippe wäre die Gefahr einer erneuten Rezession verbunden. Die Ölpreise seien im Einklang mit anderen Assetklassen (Aktien, Basismetalle) daher abgetaucht.

Derweil seien die Diskussionen um die Folgen des Sturms Sandy gelaufen, der die Ostküste der USA heimgesucht habe. Da dort kein Öl gefördert werde, hätten sich die Fragen auf den Downstreambereich konzentriert: Sei der Effekt auf das Angebot (u. a. Raffineriestillstände, Tankerverspätungen) oder auf die Nachfrage von Ölprodukten (u. a. weniger Benzinverbrauch) größer? Die jüngsten wöchentlichen Daten der EIA hätten etwas Aufschluss gegeben. Die Benzinlager seien z.B. an der Ostküste um 4,6 Mio. Barrel aufgebaut worden; Mitteldestillate wie Heizöl und Diesel seien um knapp 1 Mio. Barrel gefallen. Landesweit bleibe der (Roh-)ölmarkt überversorgt, die Lagerbestände würden sich unweit der im August erreichten Zehn-Jahreshochs befinden. Auch im Bottleneck in Cushing, Oklahoma, entspanne sich die Lage nur langsam.

Nach der jüngsten Ausweitung des Spreads zwischen Brent und WTI auf zwischenzeitlich 24 USD hätten Long-Spekulanten offenbar das Handtuch geworfen. Der Netto-Long-Saldo der spekulativen WTI-Anleger sei auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren gefallen. Dies spreche vorerst für eine Stabilisierung der Preise. Einem stärkeren Anstieg stehe jedoch ein weiterhin gut versorgter Ölmarkt entgegen. Dies habe u. a. diese Woche die OPEC bestätigt. Das Kartell habe zudem prognostiziert, dass der Ölbedarf weltweit bis 2015 auf 92,9 Mio. Barrel pro Tag steigen werde - etwa eine Mio. Barrel weniger, als noch letztes Jahr erwartet worden sei. (09.11.2012/ac/a/m)








 
 
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