STADA weiter beobachten




27.08.02 15:06
Sparkasse Bremen

Die Analysten der Sparkasse Bremen beobachten die Aktie der STADA AG (WKN 725180) auch weiterhin.

Eine erfolgreiche Entwicklung bei Umsatz und Ertrag habe die STADA AG für das erste Halbjahr bekannt gegeben. Insgesamt habe der Konzernumsatz um 15% auf 309,2 Mio. Euro zulegen können. Dabei seien die Erlöse der Kernsegmente Generika, Marken- und Spezialpharmazeutika um 28% auf 266,5 Mio. Euro angewachsen. Das organische Wachstum in den Kernfeldern habe 17 Prozentpunkte (PP) betragen, während auf Akquisitionen 11 PP des Erlöszuwachses entfallen seien. Der Bereich Handel, der nicht zum Kerngeschäft zähle, sei planmäßig um -31% auf 40,4 Mio. Euro zurückgeführt worden.

Auf Konzernebene betrage der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) 51,8 Mio. Euro und liege damit um 52% (IAS) bzw. um 38% (HGB) über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die veröffentlichten Ertragszahlen seien erstmals nach dem amerikanischen Rechnungslegungsstandard IAS (International Accounting Standard) ermittelt worden. Sowohl im Vergleich mit dem amerikanischen Standard als auch im Vergleich zum früheren deutschen Standard (HGB) habe bei allen Ertragskennzahlen eine Steigerung erzielt werden können.

Das ursprünglich als Apothekergenossenschaft gegründete Unternehmen konzentriere sich auf die drei Kernsegmente Generika, Markenprodukte und Spezialpharmazeutika (Onkologie, Impfstoffe), wobei die Generika, also die Erzeugung patentfreier Medikamente, das wichtigste Geschäftsfeld sei. Dabei verzichte STADA auf eine eigene, kostenintensive Wirkstoffforschung und kooperiere stattdessen mit forschenden Unternehmen bzw. binde Lohnhersteller in den Wertschöpfungsprozess mit ein. Der so entstehende finanzielle Spielraum komme besonders den Vertriebs- und Marketingaktivitäten sowie der Preisgestaltung zugute.

Mit regelmäßigen Produktneueinführungen sei in der Vergangenheit stetiges Umsatzwachstum generiert worden. So habe STADA als erster Anbieter ein Generikum zur Krebsbekämpfung an den Markt bringen können. Bei den Zulassungsverfahren für Generika (MR-Verfahren) nehme STADA mit über 480 Zulassungen im Jahr 2001 wieder eine Spitzenstellung ein. Über 30% der Generika-Umsätze würden von Produkten erzielt, die erst in den letzten drei Jahren eingeführt worden seien.

Seit Februar dieses Jahres gelte in Deutschland die Aut-Idem-Regelung ("oder das selbe"), die die Ärzte verpflichte nur noch Wirkstoffe zu verschreiben und den Apothekern vorschreibe, entsprechende Medikamente aus dem unteren Preisdrittel herauszusuchen. STADA dürfte von dieser Vorschrift profitieren, da das Unternehmen schon lange besonders auf sogenannte "Value-for-money"-Produkte setze. Bei den Generika würden sich sämtliche Produkte im unteren Preisdrittel befinden.

Durch eine gute Produktpolitik, Verzicht auf eigene Wirkstoffforschung sowie kostengünstige Produktion gelinge es dem Unternehmen hohe Margen zu generieren. Vor dem Hintergrund des weiter steigenden Sparzwanges im öffentlichen Gesundheitswesen dürfte die Bedeutung preiswerter Medikamente steigen. Z.Zt. empfehlen die Analysten der Sparkasse Bremen die Schering-Aktie als Pharma-Investment, die STADA-Aktie steht weiter unter Beobachtung.








 
 
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