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Rohstoff-Hausse noch 18 Jahre?




22.06.07 08:31
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Anleger kennen die Experten vom "Rohstoff-Trader" als eher rational denkende Menschen.

Euphorische Reden zu den Kurschancen bestimmter Asset-Klassen unter Außerachtlassung der Realität seien nicht wirklich ihr Ding. Insofern würden sie sich zwar durchaus als "Rohstoff-Bullen" aber nicht als "Rohstoff-Superbullen" bezeichnen. Etwas anders sehe das offenbar ein gewisser Mitchell Hooke, seines Zeichens Chef des Minerals Council of Australia. Er prophezeie, dass vor allem die "Basismetall-Hausse" noch mindestens 18 Jahre weitergehe.

Seine Hauptargumente seien altbekannt und freilich nicht von der Hand zu weisen: Die Hälfte der Welt mache derzeit einen rasanten Industrialisierungs-Prozess durch, der noch längst nicht dem Ende zugehe. Hierfür würden Unmengen an Industriemetallen benötigt. Gleichzeitig würden die Einkommen der Menschen in den "Boom-Regionen" unaufhörlich steigen. In Zukunft würden sich immer mehr Chinesen und Inder Konsumgüter aller Art leisten können. Deren Herstellung werde die Nachfrage nach "Buntmetallen" in ungeahnte Höhen treiben.

Vom Grundsatz her würden die Experten vom "Rohstoff-Trader" diesen Visionen auf jeden Fall zustimmen. Allerdings hätten gerade die letzten Monate gezeigt, dass es bei den Metallen eine preisliche "Schmerzgrenze" gebe. Beispiel Kupfer: Als die Notierungen vor gut einem Jahr bei über 8.000 USD pro Tonne gestanden hätten, habe insbesondere die chinesische Nachfrage signifikant abgeebbt. Erst zu Kursen um 5.500 USD Anfang 2007 habe sie wieder deutlich zugenommen.

Zuletzt jedoch habe sich die "Kauflust" im "Reich der Mitte" erneut stark rückläufig präsentiert. Dies belege, dass die Wirtschaft keineswegs bereit sei, beliebige Rohstoffpreise zu akzeptieren. Die Nachfrage werde zumindest teilweise durch das Kursniveau gesteuert. Von daher glaube man nicht, dass eine Tonne Kupfer irgendwann einmal 30.000 oder gar 40.000 USD kosten werde.

Dagegen spreche allein schon die Angebotsseite. Derzeit sei diese zwar noch recht überschaubar, weil viele Minen-Betreiber es in Zeiten niedriger Weltmarkt-Preise unterlassen hätten, neue Projekte "anzukurbeln". Seit etwa zwei bis drei Jahren würden aber zahlreiche "Bergbau-Giganten" gewaltige Summen in den Ausbau ihrer Förder-Kapazitäten investieren. Natürlich hätten neue Minen von der Exploration bis zum Produktions-Beginn eine gewisse Vorlaufzeit. Ab 2008/09 aber dürfte ein nicht zu unterschätzendes Zusatzangebot an Basismetallen auf den Markt drängen. Ob die Nachfrage dann groß genug sein werde, um diese "Metall-Schwemme" zu kompensieren, bleibe abzuwarten. Die Experten vom "Rohstoff-Trader" hätten da ihre Zweifel. (22.06.2007/ac/a/m)







 
 

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