Qiagen langfristig solide




07.05.02 13:19
Investor-Village

Die gestern Abend nach Börsenschluss von Qiagen (WKN 901626) vorgelegten Zahlen für die ersten drei Monate 2002 lagen unter dem Niveau für das 4. Quartal 2001 und unter den Erwartungen, so die Analysten von "Investor-Village".

Dennoch bestehe wenig Grund zur Besorgnis. Langfristig sei Qiagen noch immer ein solides Investment. Qiagen sei ein weltweit führender Biotech-Zulieferer. Das Unternehmen produziere und vertreibe Technologien und Produkte zur Isolierung und Aufbereitung von Nukleinsäuren. Die Aktie des Unternehmens werde an der Nasdaq und am Neuen Markt gelistet.

Die Daten und Fakten zum abgeschlossenen 1. Quartal 2002 seien auf den ersten Blick enttäuschend, da sie unter dem Niveau des vorhergegangenen Quartals gelegen hätten. Der konsolidierte Umsatz habe sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 12% auf 70,5 (63,1) Millionen US-Dollar erhöht. Den operativen Gewinn habe das Unternehmen um 36% auf 15,7 Millionen US-Dollar, den konsolidierten Gewinn nach Steuern um 60% auf 9,5 Millionen US-Dollar und den Gewinn je Aktie um 75% auf 0,07 (0,04) US-Dollar verbessert.

Dies sei zunächst einmal kein schlechtes Ergebnis. Vergleiche man es allerdings mit dem Abschlussquartal 2001, so würden sich Rückgänge zeigen. Der Umsatz habe seinerzeit 71,23 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn 10,93 Millionen US-Dollar und der Gewinn pro Aktie 0,075 US-Dollar erreicht.

Die Gründe für das "schlechtere" Abschneiden im 1. Quartal seien jedoch nicht im laufenden Geschäft zu suchen. Mitte April habe Qiagen den US-Konzern Xeragon übernommen. Hierfür habe Qiagen 9,2 Millionen US-Dollar gezahlt, acht Millionen in Aktien, den Rest cash. Xeragon sei im Bereich synthetischer RNA tätig und biete Produkte und Dienstleistungen für die Herstellung synthetischer Genschnipsel an.

Das US-Unternehmen sei vor der Akquisition ein Kunde von Qiagen gewesen. Da die Amerikaner nun zu Qiagen gehören würden, würden die Umsätze aus dieser Geschäftsbeziehung jetzt zu den Umsätzen mit Tochtergesellschaften zählen und fielen daher aus den konsolidierten Gesamtumsätzen heraus. Dies betreffe Umsätze in Höhe von 2,0 Millionen US-Dollar für die Lieferung von Geräten zur Herstellung von synthetischen Nukleinsäuren, die Xeragon Anfang Februar bestellt habe.

Außerdem habe sich durch die neu ausgegebenen Aktien die Berechnungsgrundlage für den Gewinn pro Aktie erhöht. Klammere man die Auswirkungen der Xeragon-Akquisition aus, sei der Umsatz (im Vergleich zum Vorjahresquartal) auf 74,6 Millionen US-Dollar und das operative Ergebnis auf 17,4 (14,5) Millionen US-Dollar geklettert. Der Nettogewinn habe danach bei 10,5 (8,0) Millionen US-Dollar und der Gewinn pro Aktie bei 0,07 (0,06) US-Dollar gelegen.

Somit ergebe sich ein anderes Bild. Tatsächlich hätten die Erlöse ohne die Übernahme der Xeragon über dem voran gegangenen Quartal gelegen - die erwarteten 73,72 Millionen US-Dollar Umsatz wären mithin übertroffen worden. Auch beim Ergebnis wären die Prognosen von durchschnittlich 10,26 Millionen US-Dollar überboten worden.

Problematisch bleibe trotz allem die Bewertung der Aktie. Realistisch für das Jahr 2002 dürfte nun ein Ergebnis im Bereich von 0,32 bis 0,34 US-Dollar je Aktie sein. Damit liege das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für dieses Jahr zwischen 38,9 und 41,4. Erreiche Qiagen diesen Korridor, entspräche das aktuelle KGV nahezu der Gewinnsteigerung für 2002. Somit sei die Aktie derzeit fair bewertet. Eine ähnliche Gewinnverbesserung für 2003 unterstellt, errechne sich ein KGV von 27,6. Daraus ergebe sich ein rechnerischer Spielraum für die Aktie für diesen Zeitraum von knapp 20 US-Dollar.

Die Rechnungen würden verdeutlichen: Wer bei Qiagen auf den "schnellen Euro" aus sei, könnte schief liegen. Halte Qiagen jedoch sein - selbst prognostiziertes - Wachstumstempo von 40% Gewinnplus pro Jahr auch nur annähernd ein, so sei die Aktie auf lange Sicht ein hervorragendes Investment. Dies gelte um so mehr, wenn der Aktienkurs in der derzeitig labilen Verfassung der Weltbörsen noch weiter unter Druck geraten sollte.

Dass die genannten Voraussetzungen eintreffen würden, dafür spreche das Tätigkeitsgebiet des Biotech-Unternehmens. Schließlich sei Qiagen kein Forschungsbetrieb, sondern ein Zulieferer für die forschenden Unternehmen. Dies spreche für eine stetige Gewinnverbesserung, sofern die Forschungsausgaben der Biotechnologie- und Pharmakonzerne konstant blieben.

Daher stellt die Qiagen-Aktie nach Meinung der Analysten von "Investor-Village" ein interessantes Investment dar.








 
 
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