Porsche kaufen




25.01.01 00:00
BfG Bank

Porsche (WKN 693773) hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/2001 (zum 31. Juli) nach vorläufigen Zahlen erneut deutliche Ertragszuwächse erzielt und seine Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt, so die Analysten der BfG-Bank.

Der Konzerngewinn vor Steuern sei in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,4% auf 271 Mio. DM gestiegen. Nach Steuern verbessere sich der Gewinn um 11,9% auf 134,4 Mio. DM. Porsche habe mit diesen Zahlen die Schätzungen übertroffen.

Der Absatz habe sich im Halbjahr um 9,4% auf 23.090 Fahrzeuge erhöht. Davon entfielen 11.274 Einheiten (+ 8%) auf den Porsche 911 sowie 11.816 Stück (+ 10,8%) auf den Boxster Der Umsatz sei mit 15,5% auf rund 3,36 Mrd. DM stärker als der Absatz gewachsen und spiegele die Modellmix﷓Verbesserung (Nachfragetrend zu höherwertigen Modellen der Baureihen 911 und Boxster) wieder. Im Vergleich zu den ersten 4 Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe Porsche an Dynamik zugelegt. Im Zeitraum August bis November 2000 sei ein Absatzplus von 8 % sowie ein Umsatzzuwachs von 14% erzielt worden.

Für das Gesamtjahr werde mit einem Absatzzuwachs auf mehr als 50.000 (Vorjahr 48.797) Fahrzeuge gerechnet. Der Umsatz dürfe sich voraussichtlich um 850 Mio. DM oder rd. 12% auf ca. 8 Mrd. DM (4,1 Mrd. €) erhöhen. Trotz der umfangreichen Entwicklungs-aufwendungen für die zukünftige dritte Modellreihe, den Geländewagen Cayenne, die noch höher als im Vorjahr ausfallen würden, werde der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2000/01 nach Aussagen von Unternehmenschef Dr. Wiedeking mindestens das Niveau des Vorjahres (Jahresüberschuss 410,7 Mio. DM) erreichen.

Diese Prognose des Managements dürfe, wie es die Vergangenheit gezeigt habe, als konservativ und zurückhaltend einzustufen sein. Aufgrund der weltweit ungebrochen starken Nachfrage nach den beiden Modellreihen werde im laufenden Geschäftsjahr einen weiteren Gewinnanstieg des Sportwagenherstellers erwartet. Hierzu werde auch die kräftige Aufstockung der Turbo﷓Produktion im laufenden Geschäftsjahr von ursprünglich geplanten 2.500 auf jetzt rd. 4.000 Einheiten beitragen. Vom Vorgängermodell (Typ 993) seien zum Vergleich im Zeitraum April 1995 bis März 1998 6.314 Einhauten gebaut worden.

Wegen des steigenden Anteils des Turbos (Preis rd. 240.000 DM ohne Sonderausstattungen) an den gesamten Verkäufen dürfe sich der Produktmix weiter verbessern und sich die Gewinnmargen erhöhen. Allein aus den Turbo﷓Verkäufen würden in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich Umsatzerlöse von rd. 1 Mrd. DM erzielt. Darüber hinaus würden auch Weiterentwicklungen und zusätzliche Varianten der beiden Modellreihen wie z.B. der 911 GT 2 (Preis: ca. 339.000 DM) für weiteres Wachstum sorgen.

Den derzeit schrumpfenden US-Automobilmarkt dürfe Porsche unbeschadet überstehen, da Porsche-Kunden aufgrund ihres Vermögens wenig empfindlich gegenüber Konjunkturschwankungen seien. Da die Nachfrage weiter die Lieferfähigkeit übersteige, dürfe der Absatz auf dem wichtigsten Automobilmarkt für den Sportwagenhersteller (Anteil von 48% an den gesamten Auslieferungen) auch im laufenden Geschäftsjahr das Vorjahresvolumen von 23.346 Fahrzeugen übertreffen.

Nicht zuletzt werde die mit dem Betriebsrat für das Zuffenhausener Stammwerk getroffene Vereinbarung zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen führen. Wesentliche Inhalte dieser Vereinbarung seien flexiblere Arbeitszeiten, Optimierung der Teamarbeit und ein noch effizienterer Mitarbeitereinsatz. Dies werde mittelfristig zu einer deutlich verbesserten Kostenstruktur führen und mit Einsparungen in der Größenordnung eines dreistelligen DM-Millionenbetrages einher gehen. Als Gegenleistung für diese Betriebsvereinbarung habe Porsche der Stammbelegschaft eine Beschäftigungsgarantie bis 31.7.2005 gegeben. Da das Unternehmen bereits an der Kapazitätsgrenze produziere, sei die Optimierung des Produktmix das wichtigste Ziel.

Befürchtungen, dass ein schwächerer US-Dollar gravierende Auswirkungen auf die Ertragslage von Porsche haben könne, sei das Management mit Angaben zu seiner Kurssicherungspolitik entgegengetreten. Porsche habe sich längerfristig (bis zu 3 Jahre) gegen Kursschwächen aller wichtigen Währungen zu einem Niveau abgesichert, das auch in diesem Jahr deutlich über dem Vorjahr liege.

Mit dem neuen Porsche Cayenne, dessen Produktion Ende 2001 im neuen Werk in Leipzig starte, werde das Unternehmen dann in neue Dimensionen beim Umsatz und Ertrag vorstoßen. Bereits heute zeichne sich der zukünftige Markterfolg dieses auch für Off Road Einsätze geeigneten Sportwagens ab. Die ursprüngliche Produktionsplanung von weltweit jährlich 20.000 Einheiten werde aufgrund der lebhaften Nachfrage nach diesem neuen Modell inzwischen auf rd. 25.000 Fahrzeuge heraufgesetzt. Die bisherige jährliche Produktion von rd. 50.000 Fahrzeugen dürfe sich mit der Markteinführung des Cayenne damit um rund die Hälfte erhöhen.

Preislich werde der Porsche Cayenne oberhalb des Konkurrenzmodells BMW X 5 (rd. 115.000 DM) positioniert. Wichtigster Absatzmarkt für das neue Modell würden die USA. Mit dem Cayenne wolle sich Porsche ein großes Stück Kuchen von dem allein noch wachsenden Marktsegment Sport Utility Vehicles abschneiden. BMW mit dem X5 und Mercedes Benz mit der M-Klasse hätten bereits große Absatzerfolge mit ihren Geländewagenmodellen gefeiert und würden den US-Herstellern Marktanteile abnehmen. Insgesamt stecke Porsche rd. eine Milliarde DM in die Entwicklung des neuen Modells sowie in die Errichtung der neuen Produktionsstätte in Leipzig.

Die Aktionäre hätten auf der Hauptversammlung am 19. Januar 2001 einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10 beschlossen. Dadurch werde die teuerste Aktie auf dem deutschen Kurszettel zukünftig optisch billiger und damit auch für Privatanleger wieder erschwinglicher. Das Grundkapital sei von DM auf Euro umgestellt und die Stückaktie (2,60 € nach Aktiensplit) eingeführt. Nach Vollzug des Aktiensplitts werde sich die Anzahl der Aktien von bisher 1,75 auf 17,5 Millionen Stück erhöhen.

Porsche dürfe aufgrund der lebhaften Nachfrage nach den beiden Modellreihen auch im Jahr 2001 der profitabelste Automobilhersteller der Welt bleiben (Umsatzrendite vor Steuern von 11,9 % im Geschäftsjahr 1999/2000). Zwar sei die Porsche-Aktie mit einem KGV 2001/2002e von rd. 19 im Vergleich zu den anderen börsennotierten deutschen Automobilherstellern (mit Ausnahme von BMW) nicht gerade niedrig bewertet, aufgrund der mittel- bis langfristig hervorragenden Ertragsperspektiven werde aber diesen exklusiven Titel mit einem Kursziel von 4.500 € (vor Aktiensplit) zum Kauf empfohlen.

Die Empfehlung der Analysten der BfG-Bank laute daher kaufen.








 
 
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