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Österreichische Wirtschaft hat Talsohle durchschritten?




13.02.13 15:27
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die österreichische Wirtschaft ist auf einem guten Weg, resümierte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, im Rahmen des traditionellen "Katerfrühstücks" in Wien.

Nach einem - für alle Länder des Euroraums - schwierigen Jahr 2012 habe sich die exportorientierte Alpenrepublik von ihrer Schwäche befreit. Der wichtigste Handelspartner Deutschlands könne mit einer starken Positionierung in Mittel- und Osteuropa und einer anspruchsvollen Palette von Exportgütern punkten. "Österreich als stabiles Kernland der Eurozone verfügt über ein funktionierendes Staatswesen, eine vernünftige Lohnpolitik und einen robusten Arbeitsmarkt", so Kater. Die DekaBank erwarte nach einem Jahr der Stagnation im Jahr 2013 (0,2 Prozent) wieder ein Wachstum von 1,3 Prozent beim österreichischen Bruttoinlandsprodukt.

Gleichwohl bestehe in Österreich - wie für den Rest der Eurozone - kein Grund für ein Übermaß an Euphorie. Zwar scheine die Gefahr einer schweren Finanzkrise durch das Eingreifen der Europäischen Zentralbank mittlerweile gebannt, für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Zu groß seien die Herausforderungen der kommenden Monate. Als Beispiele habe Kater die Bankensanierung in Spanien, den potenziellen Schuldenschnitt in Zypern und die Reformbemühungen in Italien angeführt. Unsicherheiten an den Märkten seien zwangsläufig die Folge. Der Experte habe aber nicht nur ein düsteres Bild gezeichnet. So sei die dramatische Phase der Eurokrise mittlerweile überwunden und die Industrieländer befänden sich auf einem Konsolidierungskurs.

Der Chefvolkswirt sei auch auf die Frage eingegangen, wie Anleger auf dieses Umfeld reagieren sollten. Anlageformen wie etwa Sichteinlagen, Termineinlagen, Spareinlagen oder auch Staatsanleihen aus den "sicheren" Ländern wie Deutschland, die Niederlande oder Österreich würden zurzeit extrem niedrige Zinsen unterhalb der Inflationsrate erwirtschaften. Folglich sei das Gesparte Jahr für Jahr real betrachtet immer etwas weniger wert. "Anleger sitzen somit in der Realzinsfalle", so Kater. In den kommenden Jahren müsse daher das ernsthafte Klassenziel der Finanzanlage darin bestehen, mindestens die Inflationsrate zu erwirtschaften. Dies sei mit den derzeit so beliebten "sicheren" Anlageformen nicht zu erreichen. Höhere Renditen gäbe es in den kommenden Jahren nur dort, wo eng an der realen Wirtschaft investiert werde: also in Aktienunternehmen, bei Unternehmensanleihen oder Gewerbeimmobilien. Dies seien Sachwerte in Wertpapier-Anlageformen, so Kater. (13.02.2013/fc/a/m)






 
 

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