OTS: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. / 7 Milliarden Euro zusätzliches ...
17.04.26 09:07
dpa-AFX
7 Milliarden Euro zusätzliches BIP: Mehr Ingenieurinnen als Schlüssel
für Wachstum und Transformation (FOTO)
Düsseldorf (ots) - Gutachten von VDI und IW vor der Hannover Messe
Deutschland lässt wirtschaftliches Potenzial in Milliardenhöhe ungenutzt: Kurz
vor der Hannover Messe, dem weltweit wichtigsten Branchentreff der Industrie,
hat der VDI gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) neue Zahlen
zur Rolle von Ingenieurinnen für den Standort Deutschland vorgestellt. Im Rahmen
einer Pressekonferenz präsentierte der VDI ein Gutachten, das zeigt: Deutschland
nutzt das Potenzial von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen noch immer
nicht ausreichend.
Mit bis zu 56.100 zusätzlichen weiblichen Fachkräften bis 2035 sind rund 7
Milliarden Euro weitere Wertschöpfung pro Jahr möglich, wenn die Potenziale von
Frauen für die Ingenieur- und Informatikberufe konsequenter gehoben werden. Das
entspricht einem spürbaren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und könnte
noch deutlich höher ausfallen, wenn zusätzlich Frauen mit einem Ingenieurstudium
auch in anderen Berufsfeldern - etwa Bildung, Forschung oder öffentlichem Dienst
- mit eingerechnet werden. Aktuell liegt der Frauenanteil in Ingenieurberufen
bei 20,6 Prozent . Das entspricht rund 217.400 Ingenieurinnen bei insgesamt etwa
1,05 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Beruf.
"Die Hannover Messe zeigt, welche Technologien unsere Zukunft prägen werden.
Doch klar ist auch: Die größte Herausforderung der Transformation ist nicht die
Technik, sondern ihre Umsetzung", sagt Adrian Willig, Direktor des VDI. "Die
Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheidet sich nicht an unseren Potenzialen,
sondern daran, ob wir sie konsequent heben. Dazu gehört auch, dass wir das
Potenzial von Ingenieurinnen endlich stärker nutzen. Mehr Ingenieurinnen sind
nicht nur ein Gleichstellungsthema, sondern ein
7-Milliarden-Euro-Wachstumsprogramm für Deutschland. Es geht nicht um Ersatz,
sondern um die konsequente Nutzung vorhandener Talente", so Willig weiter.
Ingenieurinnen sind keine Randfrage, sondern ein zentraler Hebel für Wachstum
und Innovation in Deutschland. Die VDI-Initiative " Zukunft Deutschland 2050
(https://www.vdi.de/themen/zukunft-deutschland-2050) " zeigt, dass hier ein
zentraler Hebel liegt, wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig
sichern will.
Ingenieurinnen fehlen in industriellen Schlüsselbranchen
Viele Ingenieurinnen arbeiten laut Erhebung nicht in industriellen Kernbranchen
bzw. außerhalb ihres eigentlichen Berufsfeldes. Ingenieurinnen entscheiden sich
häufiger für wissensintensive Bereiche wie Forschung, Lehre oder Bildung. Sie
sind unter anderem Lehrkräfte in MINT-Fächern,Prüferinnen,
Unternehmensberaterinnen oder Vertrieblerinnen technischer Produkte. Junge
Frauen zeigen insbesondere bei zukunftsrelevanten Themen wie dem Klimaschutz ein
starkes Interesse. In industriellen Schlüsselbranchen wie Maschinenbau oder
Elektrotechnik sind Ingenieurinnen jedoch deutlich unterrepräsentiert. Im
Maschinenbau liegt der Frauenanteil bei 9,0 Prozent. In der Elektroindustrie
liegt er nur etwas höher bei 9,5 Prozent.
Vorhandene Potenziale besser nutzen
Die Beschäftigung von jungen Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen ist in
den letzten zehn Jahren bereits gestiegen. "Wenn wir das Potenzial von Frauen
stärker nutzen, reden wir über ein Wachstumsprogramm in Milliardenhöhe für den
Standort Deutschland", sagt Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen
Wirtschaft in Köln. "Allein durch eine weitere Erhöhung des Anteils von Frauen
in Ingenieur- und Informatikberufen könnten bis 2035 rund 56.000 zusätzliche
Fachkräfte gewonnen werden. Entscheidend ist, vor allem vorhandene Potenziale
besser zu heben und zusätzlich neue Qualifikationen zu schaffen."
"Ingenieurinnen sind in vielen wichtigen Bereichen aktiv. Netzwerke,
Sichtbarkeit und Role Models sind entscheidend, um mehr Frauen für technische
Berufe zu gewinnen und sie langfristig in diesen Feldern zu halten", sagt Prof.
Burghilde Wieneke-Toutaoui, Co-Vorsitzende des Netzwerks Frauen im
Ingenieurberuf. Der VDI setzt hier gezielt an; unter anderem mit dem Netzwerk "
Frauen im Ingenieurberuf
(https://www.vdi.de/netzwerke-community/netzwerke/frauen-im-ingenieurberuf) ",
Mentoring-Programmen
(https://www.vdi.de/mitgliedschaft/coaching-angebote/vdi-womentoring) und der
Initiative "Zukunft Deutschland 2050". Ziel ist es, die Rolle von Ingenieurinnen
stärker sichtbar zu machen und vorhandene Potenziale systematisch zu
erschließen.
Handlungsempfehlungen der VDI-/IW-Studie
Um dieses Potenzial zu heben, formuliert die Studie konkrete
Handlungsempfehlungen. Entscheidend sind bessere Rahmenbedingungen für die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle sowie gezielte
Weiterbildungs- und Re-Skilling (https://www.vdi.de/news/detail/qualifizierung-u
nd-re-skilling-entscheiden-ueber-deutschlands-innovationsfaehigkeit) -Angebote -
insbesondere für industrielle Schlüsselbranchen. Gleichzeitig gilt es, mehr
Frauen für Führungspositionen zu gewinnen und ihre Sichtbarkeit durch Netzwerke
und Role Models zu stärken. Ziel ist es, vorhandene Qualifikationen konsequenter
in den Bereichen einzusetzen, in denen sie die größte Wirkung für Innovation und
Wertschöpfung entfalten.
Die Studie "Ingenieurinnen in Deutschland - Potenziale, Herausforderungen und
Entwicklungen" hier kostenlos herunterladen (https://www.vdi.de/themen/qualifika
tion-und-arbeitsmarkt/ingenieurinnen-in-deutschland) .
Fachlicher Ansprechpartner:
Maximilian Stindt
Referent Beruf und Arbeitsmarkt
VDI e.V.
Telefon: +49 211 6214-653
E-Mail: mailto:maximilian.stindt@vdi.de
Ihre Ansprechpartnerin in der VDI-Pressestelle:
Sarah Janczura
Pressesprecherin
Telefon: +49 211 6214-641
E-Mail: mailto:presse@vdi.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16368/6257168
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