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NM Welle der Gewinnwarnungen




16.02.01 00:00
GZ-Bank

Auch zu Beginn des Jahres 2001 hat sich die Welle der Gewinnwarnungen am Neuen Markt weiter fortgesetzt, berichten die Experten der GZ-Bank.

Bedenklich stimme, dass die Flut solcher Ergebnisverfehlungen durch die unbefriedigenden Gewinnentwicklungen bei zahlreichen Blue Chips, wie zum Beispiel Intershop und Pixelpark, eine neue Qualität bekommen habe. Gerade die schwachen Ergebniszahlen dieser beiden Unternehmen würden nach Einschätzung der GZ-Bank AG durchaus Signalwirkung für weitere Gesellschaften am Frankfurter Wachstumsmarkt besitzen.

So würden die Analysten der GZ-Bank AG erwarten, dass das verhaltene Wachstumstempo von Intershop und Pixelpark Vorboten einer ähnlichen Entwicklung bei mittelständischen Anbietern von E-Commerce-Software beziehungsweise Multimediaagenturen am Neuen Markt seien. Zudem sei für weitere Teilbereiche des Technologiesektors zu erwarten, dass die bereits erkennbare Wachstumsabschwächung auch im laufenden ersten Quartal weiter andauere. Somit stelle die kürzlich erreichte Marke von 2.900 Punkten vorläufig den oberen Rand der Trading-Range für die kommenden Wochen dar. Dennoch würden die Analysten an ihrer vorsichtig optimistischen Prognose für die zweite Jahreshälfte halten.

Nahezu abgeschlossen scheine hingegen die seit Februar 2000 andauernde Korrektur der Medienwerte am Neuen Markt, in deren Verlauf der NEMAX Media & Entertainment immerhin rund 80 Prozent an Wert eingebüßt habe. Nach Ansicht der GZ-Bank-Analysten hätten die Gründe für diese ausgeprägte Korrektur in der - im Vergleich zu den amerikanischen Wettbewerbern - hohen Bewertung der deutschen Medienaktien sowie in der fehlenden Börsenreife einzelner Unternehmen gelegen.

Dominiert werde der Mediensektor derzeit von zwei großen Themen: der Konvergenz zwischen den audiovisuellen Medien und dem Internet sowie der Digitalisierung des Films. Von der Tendenz zur digitalen Nachbearbeitung von Bildern (Postproduktion) sollte nach Ansicht der Analysten der GZ-Bank AG insbesondere „Das Werk“ als europäischer Marktführer in diesem Wachstumsbereich profitieren können. Zudem würden die Analysten in der Schweizer „Highlight Communications“ eine weitere attraktive Investmentchance im Medienbereich sehen.

In einer aktuellen Untersuchung der Vorstandsveränderungen am Neuen Markt für das Jahr 2000 hätten die Analysten der GZ-Bank AG festgestellt, dass insbesondere die - in der Regel mit einer exante Underperformance der jeweiligen Aktien in Relation zum Gesamtmarkt in Zusammenhang stehenden - 28 CEO-Wechsel im Durchschnitt nicht zu einer nachhaltigen Trendwende in der relativen Aktienkursperformance geführt hätten. Die GZ-Bank AG begründe dies mit einer Besonderheit junger Wachstumsunternehmen. So sei bei den meisten Gesellschaften die Geschäftsentwicklung stark mit der Person des CEO verhaftet, der häufig auch Unternehmensgründer sei. Neben seinem fachlichen Know-how und seiner besonderen Branchenexpertise habe ein „Gründungs-CEO“ vor allen Dingen auch die Kultur eines Unternehmens über Jahre geprägt. Bei einem „Weggang“ eines solchen CEO bestehe somit die Gefahr, dass weiteres Schlüsselpersonal ebenfalls das Unternehmen verlasse. Dieser sog. „Brain Drain“ könne von jungen Wachstumsunternehmen kurz- bis mittelfristig kaum adäquat kompensiert werden, so dass es für externe Manager ohne Kenntnis der spezifischen Corporate Culture in der Folge äußerst schwierig sei, ein vom Wachstumspfad abgekommenes Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.








 
 

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