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Mythos "Weihnachtsgeschäft"




09.12.02 17:11
Sparkasse Bremen

Traditionell spielt das Weihnachtsgeschäft in vielen Branchen eine überragende Rolle (Handel), so die Analysten der Sparkasse Bremen.

Selten jedoch hätten Wirtschaftsverbände und Unternehmen so gebetsmühlenartig die Bedeutung des Weihnachtsgeschäftes für den Unternehmenserfolg beschworen. Man sehe diese verständlichen "Durchhalteparolen" mit Skepsis. Die Verbraucher seien im Moment sehr verunsichert und hielten ihr Geld zusammen. Aussagen prominenter SPD-Politiker wie z.B. des SPD-Generalsekretärs Müntefering, die einen Konsumverzicht zu Gunsten von Staatsausgaben forderten, steigerten noch die Verunsicherung der Verbraucher. Diskussionen über Mehrwert- und Vermögensteuer förderten ebenfalls nicht die Zuversicht.

Die positive Börsentendenz werde deshalb nicht aus binnenwirtschaftlichen Quellen in Deutschland gespeist. Positiv wirke sich das sogenannte "Window Dressing" der institutionellen Marktteilnehmer (z.B. Fonds, Versicherungen) aus. Hiermit sei das künstliche Hochtreiben der Kurse zum Jahresende gemeint. Fonds wollten nicht das dritte Jahr in Folge mit hohem Verlust vor ihre Anleger treten.

Aus charttechnischer Sicht habe sich die Entspannung weiter fortgesetzt. Schwerpunkt des DAX sei in den letzten Wochen die Marke von 3.300 Punkten gewesen, die abwechselnd nach oben und unten durchbrochen worden sei. Für den Monat Dezember sehe man durchaus noch Kurspotenzial - egal, ob man dies nun als "Jahresendrallye", "Window Dressing" oder einfach Bewertungsnormalisierung auffassen wolle. Trotz der Erholung schneide der deutsche Aktienmarkt im internationalen Vergleich nach wie vor sehr schlecht ab.

Die kräftige Zinssenkung der EZB habe nur kurz zu einem Kursanstieg geführt. Im Anschluss daran sei es zu deutlichen Gewinnmitnahmen gekommen. Selbst nach einem versöhnlichen Ausklang des Jahres 2002 seien die Erwartungen für 2003 aufgrund der schlechten Konjunkturperspektiven stark gedämpft. Zwar würden viele Unternehmen steigende Gewinne melden. Diese seien jedoch auf Rationalisierung und Arbeitsplatzabbau zurück zu führen. Für kurzfristig orientierte Anleger ergäben sich hieraus Kurschancen, z.B. durch die Spekulation auf über den Erwartungen ausfallende Quartalszahlen.








 
 

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