Metabox verkaufen




29.09.00 00:00
Hornblower Fischer

Für einen Schock sorgte am Donnerstag Metabox (WKN 692120) - ein Hersteller von Settopboxen, die eine Verbindung von Internet und TV ermöglichen, berichten die Analysten von Hornblower Fischer.

Das Unternehmen habe seine Umsatzprognosen für das Jahr 2000 von 200 auf 70 Mio. DM zurückgenommen und habe des weitern erklärt, anstatt eines Gewinns von 14 Mio DM werde ein Verlust von 15 Mio. DM anfallen. Die Prognose von 600 Mio. DM Umsatz in 2001 würde hingegen aufrechterhalten. Das Unternehmen habe die drastische Senkung der Prognosen mit einer sich bis Anfang 2001 verzögerten Auslieferung der Settopboxen zu erklären versucht, die damit erst auch dann ergebniswirksam werden könnte. Hintergrund seien Probleme bei einem Zulieferer der notwendigen Entschlüsselungssoftware.

Der Markt habe mehr als skeptisch auf diese Ankündigung reagiert - die Aktie habe binnen eines Tages mehr als 50% an Wert und seit Anfang September sogar rund 80% ihres Kurswertes eingebüßt. Die Analysten von Hornblower Fischer teilen die Bedenken des Marktes und nehmen daher ihre Kaufempfehlung vom Frühjahr zurück. Die Umsatz und Gewinnwarnung sei um so merkwürdiger, als der Vorstand noch vor wenigen Wochen erklärt hatte, man könne die Planziele einhalten. Es falle nicht ganz leicht, an derart plötzliche Probleme zu glauben, zumal die Lieferung der 500.000 Boxen nach Israel bereits im Frühjahr gemeldet wurde.

Zudem bleibe die Nachrichtenlage um die angeblichen Großaufträge und Vorverträge (durch ein unbekanntes israelisches Unternehmen und das ebenfalls geheimnisvolle skandinavische Konsortium Internordic) weiter völlig undurchsichtig. Hier sei kürzlich der Termin für die Bekanntgabe klärender Meldungen von August auf Ende Oktober verschoben worden. Ohnehin habe der Vorstand bislang keine erhellenden Angaben dazu gemacht, in welcher Form 1,8 Millionen Settopboxen im dünnbesiedelten Skandinavien abgesetzt werden sollten.

Der Aktienkurs von Metabox habe von der Fantasie von Großaufträgen gelebt, die das Unternehmen in eine neue Dimension katapultiert hätten. Denn die Zahl der bisher ausgelieferten Boxen sei hingegen ausgesprochen gering; im vergangenen Jahr seien gerade 10.000 (prognostiziert: 40.000) Boxen verkauft worden.

Angesichts des Verlustes an Glaubwürdigkeit des Unternehmens raten die Analysten des Hornblower Fischer Reseachteams dazu, die Aktie zu meiden. Das Rating laute „verkaufen.








 
 
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