MediGene kaufen




23.08.01 10:06
Consors Capital

Die Analysten von Consors Capital stufen die Aktie MediGene AG (WKN 502090) von "halten" auf "kaufen" hoch.

MediGene habe heute die Zahlen für das 2. Quartal 2001 veröffentlicht. Habe das Unternehmen bei den Sonstigen betrieblichen Erträgen mit 1,7 Mio. Euro nicht ganz die vom Markterwarteten 2,2 Mio. Euro erwirtschaften können, so sei der Periodenfehlbetrag mit –7,5 Mio. Euro etwas geringer als geschätzt ausgefallen (-8,0 Mio. Euro). Bei einer Aktienanzahl von rund 11,2 Millionen Stück entspreche dies einem Verlust je Aktie von 0,67 Euro (erwartet: 0,72 Euro).

Beim Vergleich der Halbjahresergebnisse mit den Schätzungen der Analysten für das Gesamtjahr falle die recht deutliche Diskrepanz zwischen den Schätzungen für das Gesamtjahr und den bereits realisierten Zahlen für das erste Halbjahr auf. Bedingt sei dies auf der Ertragsseite von der starken Abhängigkeit MediGenes von sogenannten Meilensteinzahlungen sowie F+E Zahlungen von Partnern.

Die Fälligkeit dieser Zahlungen hänge stark vom Fortschritt der einzelnen Forschungsprojekte ab und könne zeitlich nur sehr grob vorhergesagt werden. Da man aber davon ausgehe, das MediGene in den kommenden Monaten bei den laufenden Projekten (z.B. Beginn der klinischen Studie II für das Medikament G207; Auswertung erster Daten aus der laufenden Phase III Studie für das Präparat Polyphenom E) weitere Meilensteine erreichen werde, halte man an den Schätzungen für das Gesamtjahr in Höhe von knapp 14 Mio. Euro fest. Ein Update über die Fortschritte bei den einzelnen Projekten gebe das Unternehmen auf einem F+E Tag Mitte Oktober.

Den größten Aufwandsblock würden eindeutig die Ausgaben für die Forschung und Entwicklung darstellen. In dem heute veröffentlichten Halbjahresbericht weise MediGene F+E Aufwendungen in Höhe von 13,3 Mio. Euro aus. Da die Analysten von Consors Capital für das Gesamtjahr in ihren Schätzungen diese Position mit 42,0 Mio. Euro angesetzt haben, fühlen sie sich hier auf der sicheren Seite und rechnen eher mit einer positiven Überraschung. Da es sich hierbei aber um Investitionen in die Zukunft handele, würde man selbst ein Budget in dieser Höhe nicht negativ werten.

MediGene habe per 30. Juni 2001 über einen Bestand an liquiden Mitteln von über 100 Mio. Euro verfügt. Die gegenwärtigen Entwicklungskosten seien vom Unternehmen auf der Bilanzpressekonferenz Ende März diesen Jahres mit brutto ca. 4 Mio. Euro pro Monat angegeben worden.

Neben den nach Meinung der Analysten in Plan liegenden Zahlen habe MediGene auch die Anpassung des Kooperationsvertrages mit Schering bekannt gegeben. Wie von Seiten MediGenes mitgeteilt worden sei, habe Schering seine Absicht bestätigt, dass eine aus dem gemeinsamen Projekt zur Entwicklung eines Impfstoffes zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs resultierende mögliche Rückzahlungsverpflichtung gestrichen werde. Nach Schätzungen der Analysten handele es sich hierbei um ca. drei Millionen Euro, die nun von MediGene als Umsatz verbucht werden könnten.

Da im Gegenzug zukünftige Meilenstein- und Lizenzzahlungen von Schering an MediGene nach unten angepasst würden, sollte es sich für MediGene aber um ein Nullsummenspiel handeln. Auch wenn MediGene kein finanzieller Vorteil aus dieser Vereinbarung entstehe, so werde man den Wegfall der Unsicherheit aus einer möglichen Rückzahlung und das indirekte Commitment von Schering zu dem laufenden Projekt positiv.

Neben dem planmäßigen Fortschreiten der bereits bestehenden Forschungsprojekte erwarte man den Abschluss eines Abkommens mit einem Pharmaunternehmen im Bereich der Kardiologie. Dieser Abschluss sollte für MediGene den Zufluss weiterer finanzieller Mittel sowie die schnellere Weiterentwicklung bereits validierter Targets bedeuten.

Erste Produktumsätze erwarte man aus den bei den potentiellen Produkten Leuprogel und Polyphenon E für das Jahr 2003. Die hierfür benötigten Marketing- und Vertriebsstrategie werde von MediGene zur Zeit entwickelt. Den Break Even für ein komplettes Geschäftsjahr erwarte man 2004.

Auf Basis des DCF-Models habe man einen fairen Wert je Aktie von 17,19 Euro errechnet. Bei einem aktuellen Kurs von 11,80 Euro errechne sich hieraus ein Kurspotenzial von 45,8%. Das Kursziel sehe man bei 17,00 Euro. Man weise jedoch ausdrücklich darauf hin, das es sich hierbei um eine Bewertung auf fundamentaler Basis handele. Aufgrund des zur Zeit sehr volatilen Marktes und der nach Meinung der Analysten nach nicht gerechtfertigten negativen Stimmung gegenüber dem Biotechnologiesektor könne man einen weiteren Kursrückgang nicht vollständig ausschließen.

Die Analysten von Consors Capital stufen ihr Rating für die MediGene Aktie von "halten" auf "kaufen" hoch.








 
 
hier klicken zur Chartansicht

Werte im Artikel
-    plus
0,00%
0,021 minus
-22,56%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
  = Realtime
Aktien des Tages

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
Es ist noch kein Thema vorhanden.
RSS Feeds




Bitte warten...