Linos deutlich zu teuer




21.05.01 00:00
Der Anlegerbrief

Nach Meinung der Analysten von der „Der Anlegerbrief“ ist die Aktie von Linos (WKN 525650) deutlich zu teuer.

Linos sei ein Zulieferer von optischen Systemen für die Informations- und Kommunikationstechnologie, für das Gesundheitswesen und für die so genannten Biowissenschaften. Linos fertige optische Systeme und einzelne Komponenten für Laser, Halbleiterkomponenten, die Messtechnik, Druck- und Vervielfältigungstechnik sowie optische Bauteile für den Forschungsbereich. Aufgrund der breiten Aufstellung von Linos seien die Wachstumsraten nicht so hoch wie bei einer rein High-Tech-lastigen Ausrichtung.

Die etwas traditionelleren Bereiche, wie Röntgenmaschinen und Fotolabors, würden das ursprünglich erwartete jährliche Wachstum mittelfristig auf rund 25 Prozent abbremsen. Die Aktien von Linos seien gleich nach dem Börsengang im Herbst des letzten Jahres nach oben geschossen und hätten sich in der Höhenluft überdurchschnittlich gut gehalten. Dies sei gerechtfertigt gewesen, solange die Planzahlen gehalten werden konnten. So seien die zum IPO verlautbarten Planungen für das Gesamtjahr 2000 sogar noch deutlich überboten worden.

Auch die aktuellen Quartalszahlen seien vollkommen in Ordnung gewesen. Der Umsatz sei um 231 Prozent auf 27 Millionen Euro gestiegen. Linos habe den Gewinn vor Steuern im ersten Quartal 2001 um 170 Prozent auf 1,6 Millionen Euro gesteigert. Die weniger gute Nachricht sei allerdings, dass Linos für das Gesamtjahr aufgrund kurzfristiger und ungeplanter Verschiebungen in den Marktsegmenten Telecommunications und Semiconductor/ Microlithography mit einer Verlangsamung des Umsatzwachstums rechne. Ein Auftraggeber aus dem Telekommunikationssektor habe ein Modell aus dem Programm genommen und würde Linos-Produkte zunächst nicht benötigen. Im schlechtesten Fall (wenn freie Kapazitäten nicht ausreichend ausgelastet werden könnten) sei in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von rund 20 Prozent möglich (auf Pro-forma-Basis inklusive Rodenstock).

2002 solle sich dann wieder alles normalisiert haben. Leider sei es aber so, dass weder im Telekommunikationsbereich noch im Halbleitersektor die Unternehmen über den Berg seien. Dass sich die Investitionen in diesen beiden kritischen Bereichen in Kürze „normalisieren“ – was immer das auch genau bedeuten möge - sei alles andere als absehbar oder gar sicher.

Angesichts der reduzierten Wachstumserwartungen sei Linos nicht mehr erste Wahl. Nachdem die Umsatzerwartung von Linos reduziert worden sei, hänge jetzt als nächstes womöglich eine Gewinnrevision in der Luft.

Da zur Zeit die Risiken bei Linos überwiegen, würden die Experten von „Der Anlegerbrief“ von einem Investment abraten.








 
 
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