LEONI Angriff auf die alten Hochs




28.04.11 10:04
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "Geldanlage-Report" wird die Aktie von LEONI nach der drastischen Erhöhung der Umsatz- und Gewinnprognose interessant.

Der Automobilzulieferer LEONI habe am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2011 deutlich angehoben. Statt 3,1 Mrd. Euro wolle LEONI in 2011 nun 3,4 Mrd. Euro umsetzen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) solle 210 Mio. Euro statt wie erwartet 170 Mio. Euro betragen. Die Anhebung sei so signifikant, dass die neue Prognose selbst die Erwartungen der optimistischsten Analysten übertreffe. Auch die Tatsache, dass die Anhebung noch vor der Bekanntgabe der endgültigen Zahlen für das erste Quartal am 10. Mai erfolge, sei positiv zu werten.

Die ebenfalls vorab bekannt gegebenen Rahmendaten für das erste Quartal würden Rekordmarken ausweisen: Ein Umsatz von 910 Mio. Euro sei nie zuvor in einem Dreimonats-Zeitraum realisiert worden. Der bisherige Spitzenwert von 830 Mio. Euro stamme aus dem direkt vorangegangenen Quartal, also dem vierten Quartal 2010. Das EBIT von 61 Mio. Euro liege sogar fast 50 Prozent über dem bisherigen Rekordwert, der von Ende 2008 stamme.

Bemerkenswert sei dabei: Die Gewinnmarge von 6,7 Prozent sei ungewöhnlich hoch, was zu dem im Verhältnis zum Umsatzanstieg prozentual weit überdurchschnittlichen Gewinnanstieg führe. Genau das würden Trader bei einer viel versprechenden Trend-Aktie sehen wollen. Zudem gehöre Quartal eins historisch gesehen nicht zu den starken Quartalen. Es sei also im Jahresverlauf mit weiteren Rekorden zu rechnen.

Der Pferdefuß bei LEONI sei die hohe Verschuldung. Die Experten würden Aktien von Firmen mit hohen Verbindlichkeiten im Allgemeinen überhaupt nicht mögen. Meist handle es sich dabei um kapitalintensive Geschäftsmodelle, die zumindest teilweise fremdfinanziert seien. Das heiße: Irgendwann müssten Refinanzierungen erfolgen, zum Beispiel von hohen Bankkrediten. Diese zahlen dann wir als Aktionäre, so die Experten von "Geldanlage-Report".

Im Falle LEONI sei diese Problematik besonders ausgeprägt, da das Unternehmen durch die Übernahme des Bordnetzgeschäftes von Valeo im Oktober 2007 einen hohen Schuldenberg angehäuft habe. In 2013 müssten die ausstehende Anleihe und Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 370 Mio. Euro zurückgezahlt werden.

Diese Mittel könne LEONI nur über eine Kapitalerhöhung aufbringen, die für Sommer 2011 angepeilt sei und einen Umfang von rund 100 Mio. Euro haben solle. Das entspräche in etwa einem Zehntel der aktuellen Marktkapitalisierung. Eine solche Kapitalmaßnahme werde häufig mit einem Abschlag auf den aktuellen Börsenkurs durchgeführt, weil den Investoren ein Anreiz zur Zeichnung gegeben werden solle. Der Kurs der alten Aktien stagniere dann häufig.

Trotzdem könnte die LEONI-Aktie gerade jetzt noch interessant für Neueinsteiger sein. Denn erstens seien es bis zum Sommer ja noch ein paar Monate hin und zweitens sei die fundamentale Bewertung der Aktie sehr attraktiv.

Auch der Vorstand sei offenbar der Ansicht, dass der aktuelle Kurs zu niedrig sei. In der Analystenkonferenz habe der Vorsitzende Dr. Klaus Probst angedeutet, dass man nicht gewillt sei, eine Kapitalmaßnahme zu Kursen um 30 Euro durchzuführen. Die Firma selbst sei an einem möglichst hohen Preis interessiert, weil dann mehr Geld in die Kasse fließe bzw. weniger neue Aktien ausgegeben werden müssten. Gut möglich also, dass im Vorfeld der Kapitalerhöhung Kurspflege betrieben werde, die die Aktie auf neue Hochs hieven könnte.

Schaue man sich die bisherigen Analystenschätzungen an, so falle auf, dass LEONI der eigenen Planung quasi um ein Jahr voraus sei. Die nun für 2011 erwarteten Rahmendaten seien bisher ziemlich exakt für 2012 prognostiziert worden. Der Gewinn je Aktie sollte in 2011 damit bei circa 4,60 Euro liegen. Selbst wenn man die anstehende Verwässerung durch die Kapitalerhöhung in der zweiten Jahreshälfte berücksichtige (ca. 23 Cent), komme man auf einen Wert von 4,37 Euro. Lege man ein faires KGV von zehn zugrunde, was in etwa dem historischen Mittel während Marktboom-Phasen entspreche, ergebe sich ein Kursziel von 43 bis 44 Euro.

Die Dividendenrendite von aktuell 3,1 Prozent reize zusätzlich zum Kauf.

Perspektivisch plane der Weltmarktführer bei Bordsystemen einen größeren Teil des Umsatzes außerhalb des Automobilsektors zu erzielen. Aktuell würden ca. 70 Prozent der Erlöse mit Autoherstellern erzielt. Zielmärkte für die Diversifizierung seien die Bereiche Gesundheitspflege und Infrastruktur. Gelinge dieser Versuch, könnte der Markt der Aktie eine höhere Bewertung als bisher zugestehen, weil die Zyklizität des Geschäfts damit abnehme und sich Umsätze und Gewinne damit konstanter entwickeln könnten.

Charttechnisch ergebe sich bei einem Ausbruch über das bisherige Jahreshoch bei 35,50 Euro ein Kaufsignal.

Nach der drastischen Erhöhung der Umsatz- und Gewinnprognose wird die LEONI-Aktie interessant, so die Experten von "Geldanlage-Report". Die fundamentale Bewertung sei attraktiv. Im Vorfeld einer erforderlichen Kapitalerhöhung könnte Kurspflege betrieben werden. Das Kursziel liege im Bereich 42 bis 43 Euro. (Analyse vom 28.04.2011) (28.04.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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