Korea Thrunet abwarten




27.12.00 00:00
asia weekly

Die Nachricht kam für viele Beobachter überraschend: Die große japanische Internet-Holding Softbank Corp. beteiligt sich an Korea Thrunet (WKN 929390), dem Marktführer für High-Speed-Internetzugänge in Korea, so die Einschätzung der Analysten von asia weekly.

Denn damit kehre Softbank von seiner bisherigen Strategie der Start-Up-Beteiligungen ab und erwerde erstmals einen Anteil an einer bereits etablierten, börsennotierten Gesellschaft. Interessant sei auch die Frage, was sich eigentlich Korea Thrunet aus dieser Zusammenarbeit verspreche. Das Unternehmen sei in Korea Marktführer (über 80 Prozent) im Bereich der sog. Kabelmodems, die einen etwa 100mal schnelleren Internetzugang als den herkömmlichen ermöglichen. Zudem betreibe man mittlerweile auch ein Internetportal namens Korea.com. In der Vergangenheit habe Korea Thrunet mit großen Zuwächsen bei den Kunden und bei den Umsätzen glänzen können, außerdem sei im letzten Quartal erstmals beim EBDITA ein schwarze Null erzielt worden.

Allerdings sei der Konkurrenzkampf im Breitbandbereich auch in Korea voll ausgebrochen. Insbesondere der größte koreanische Telekomkonzern Korea Telecom, der hauptsächlich ADSL-Zugänge anbiete und Hanaro Telecom würden versuchen Korea Thrunet bei der Gewinnung von Kunden und Marktanteilen zuzusetzen. Um seine Marktführerschaft behaupten zu können, müsse Korea Thrunet auch größere Investitionen in die Netze/die eigene Infrastruktur tätigen. Hier liege wohl auch der Grund für das Interesse der Koreaner an einem Softbank-Einstieg: Die Millionen der Japaner würden gewährleisten, dass Korea Thrunet durch diese Investitionen nicht in Liquiditätsengpässe gerate. Denn Softbank zahle immerhin 100 Mio. US-$ und erhalte im Gegenzug 16,5 Prozent an dem Unternehmen sowie drei Sitze im Aufsichtsrat.

Gekauft worden seien neue Aktien und Optionen, die von Korea Thrunet ausgegeben wurden. Bedenklich stimme aber, dass das koreanische Unternehmen sich offenbar nicht zutraute, die Investitionen alleine zu finanzieren und wegen eigener „Cash-Flow-Probleme“ sogar die Bitte an Softbank nach einer Zusammenarbeit gerichtet habe. Im Zuge diese Deals würden auch Trigem Computer und Naray Mobile Telecom 150 Mio. US-$ investieren, womit die Finanzprobleme bei Korea Thrunet fürs erste beseitigt sein dürften. Zusätzlich habe man mit Softbank nun auch einen starken Partner gefunden, mit dem möglicherweise auch im Portalbereich eine Zusammenarbeit sinnvoll sei. Weitere Einzelheiten des Deals sollten im Januar bekannt gegeben werden.

Korea Thrunet sei nach der starken Kurskorrektur der vergangenen Monate vergleichsweise günstig bewertet. Zudem könne man dem Infrastrukturbereich in den kommenden Monaten wohl bessere Aussichten einräumen als dem zunehmend unter einem Imageproblem leidenden eCommerce-Sektor. Dennoch sei Vorsicht geboten, wenn aus dem eigentlichen Geschäft finanzielle Probleme entstehen und das Unternehmen allein nicht die notwendigen Investitionen bewerkstelligen könne.

Deshalb sollte man als Anleger vorerst abwarten und einen evtl. Kauf zurückstellen, bis neue Zahlen über das operative Geschäft von Korea Thrunet bekannt seien, so das Resümee de Analysten von asia weekly.








 
 
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