Kinowelt reduzieren




12.04.01 00:00
SEB

Kinowelt (WKN 628590) hat die Markterwartungen im letzten GJ deutlich verfehlt, so die Analysten der SEB.

Der Umsatz habe mit 311 Mio. € unter den selbst prognostizierten 322 Mio. € gelegen. Erheblich schwerwiegender sei jedoch das schwache EBIT. Es liege 25 Mio. € um 24 % unter dem des VJ und sogar 50 % unter den Planungen für 2000.

Grund hierfür sei u.a. das schwache Abschneiden des Geschäftsbereiches Lizenzhandel, hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf Lizenzen und Vorräte im Geschäftsbereich Merchandising sowie Anlaufverluste und Schließungskosten im Geschäftsbereich Kino. Der Ausblick auf das erste Quartal und das gesamte GJ 2001 erscheine eingetrübt. Auch wenn Kinowelt von der Neubewertung des Filmvermögens durch Arthur Andersen Ende April keine Negativen Überraschungen erwarte, könne dies auch nicht zu 100 % ausgeschlossen werden. Ingesamt werde in 2001 und den Folgejahren ein Wachstum auf niedrigem Niveau erwartet. Die Technische Erholung solle zur Reduzierung von Beständen genutzt werden.

Zunächst sei das schwache Abschneiden des Geschäftsbereiches Lizenzhandel zu nennen. Hier habe Kinowelt anstatt geplanter Umsätze in Höhe 174 Mio. € lediglich 106 Mio. € erlösen können, da die Sportwelt nicht konsolidiere (Umsatzausfall rund 25 Mio. €) und ein großes US-Filmprojekt (Umsatzausfall rund 25 Mio. €) nicht habe durchgeführt werden können. Weiterhin hätten sich die privaten TV-Sender Kinowelt gegenüber beim Lizenzeinkauf in Zurückhaltung geübt und nur sehr wenig Programme erworben. Der Geschäftsbereich Home Entertainment (DVD) habe mit 56,7 Mio. € Umsatz nur geringfügig über den Planzahlen von 49,6 Mio. € gelegen. Alle anderen Bereiche hätten, zumindest was den Umsatz betreffe, die Planung zum Teil deutlich übertreffen können.

Der dramatische Rückgang des EBIT sei im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen. Im Bereich Merchandising seien a.o. Wertberichtigungen auf Lizenzen und Vorräte in Höhe von 8,7 Mio. € notwendig geworden. Im Kinobereich habe es Anlaufverluste bei Multiplex gegeben. Schließungskosten bei Arthouse seien in Höhe von 6,6 Mio. € angefallen. Es werde keine weiteren Investitionen in Merchandising, keine Beteiligung an einem TV-Sender und keine Übernahme der restlichen 90 % an der Sportwelt geben. Die TV Sender würden immer mehr dazu übergehen, direkt in den USA einzukaufen. Der Anteil selbst erstellter Serien und Shows dürfe sich auf hohem Niveau halten, wenn nicht gar noch etwas zulegen.

Ein Unternehmen, dass über internationale und zeitlich unbegrenzte Verwertungsrecht verfüge, habe in Zukunft deutlich bessere Karten. Dies habe nun auch Kinowelt erkannt und werde Internationalisierung und Eigenproduktionen forcieren. Im Bereich Home Entertainment werde 2001 ein Wachstum des DVD Geschäftes von nur noch rund 30 % erwartet nach + 170 % im VJ. Langfristig werde sich das DVD Geschäft deutlich abschwächen, da dann ausreichende Bandbreiten für „Video on demand“ vorliegen würden. Ein Erfolg könne der im Dezember anlaufende erste Teil der Kult Trilogie „Herr der Ringe“ werden. Kinowelt habe für 43 Mio. € alle Rechte für den deutschsprachigen Raum und Osteuropa für 15 Jahre erworben.

Aus den o.g. Gründen werde für 2001 nunmehr von einem Umsatzwachstum von 12 % und einer EBIT-Marge von 13 % ausgegangen. Damit werde rund drei Prozentpunkte unter der Kinoweltprognose geblieben. Die Aktie habe in den letzten Tagen erheblich an Wert eingebüßt. Die Marktkapitalisierung der Kinowelt bewege sich aktuell unter dem Durchschnitt der Peer Group. Auch das KGV liege nach den Kursverlusten der vergangenen Tage unter dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe bei durchschnittlich erwarteten Wachstumsraten der Gewinne.

Die Empfehlung der Analysten der SEB laute daher reduzieren.








 
 
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